WANDERN: Das Wetter spielte nicht mit

Montag, 11. März 2013

Letzte Vorbereitungen vor dem Aufbruch zur Tourenski-Wanderung. Foto: SKV

Leider konnte bei der SKV-Jubiläumswanderung vor zwei Wochen nicht die ursprüngliche Trasse eingehalten werden. Vorgesehen war nämlich von der Hohen Rinne/Păltiniş ausgehend, das Zibinsgebiet zu durchqueren und dann über das Lauterbach-Gebirge/Lotrului und die Ausläufer des Şureanu-Gebirges in der Nähe von Petrila im Schiltal anzukommen. So sollte an die Wanderung mit Schneeschuhen erinnert werden die genau vor 120 Jahren vier SKV-Mitglieder unter der Leitung von Andreas Berger unternommen hatten.

Es war für jene Zeit eine, sogar auf europäischem Plan, besondere Leistung … und bedeutet ein Ansporn für die heutige Generation, ihren Vorgängern (nicht nur betreffend Tourenski-Wanderung) nachzueifern.

In einer Pressemitteilung des SKV-Geschäftsführers Marcel Şofariu werden die Umstände beschrieben, die dieses Mal zum Scheitern dieser Aktion führten.

Am 22. Februar trafen sich die neun Wanderer (vier SKV-Mitglieder aus Kronstadt unter ihnen auch Tourleiter und SKV-Landesvorsitzender Thomas Luczay, zwei aus Hermannstadt und drei im DAV eingeschriebene Kollegen) in Hermannstadt und übernachteten auf der Hohen Rinne in der ehemaligen SKV-Hütte, bekannt als „Cabana 1“.

Sie wollten unbedingt, trotz äußerst ungünstiger Wetterprognose, nicht auf die Tourenskiwanderung verzichten. Um 7 Uhr ging es unter ungünstigen Umständen los: stellenweise fast 2 Meter hoher Schnee, dichter Nebel und starke Windböen. Im Hochgebirge, nachdem  der Bătrâna-Gipfel erreicht wurde, wich der Schnee dem Eis und  dem felsigen Boden. Der Kammweg führte über 2000 m Höhe in der Nähe der Gipfel Cânaia und Cindrel. Trotz GPS-Gerät waren auch schwierige kräfteraubende Umwege in Kauf zu nehmen.

Mit den 15-20 kg schweren Rucksäcken beladen, wurden die Wanderer mehrmals vom Wind niedergedrückt, wobei die Ausrüstung zu leiden hatte und es auch leichte Verletzungen gab, heißt es in der Pressemitteilung. Da musste man zu einer verlassenen von Schnee verschütteten Sennhütte herabsteigen und rund eine Stunde rasten. Man entschied sich für den Abstieg durch den Wald ins Frumoasa-Tal.

Nach einem 12-Stunden-Tagesmarsch bei dem 26 Kilometer zurückgelegt wurden, erreichte man ein Försterhaus (ungefähre Höhenlage: 1500 m). Die weitere Verschlechterung des Wetters (es galt an jenem Tag die Warnstufe gelb für Windböen die zeitweilig 80km/h überschritten) zwang das Team, auf die ursprüngliche Trasse zu verzichten und sich Richtung Oaşa-Hütte (20 km entfernt) zu wenden, die am Abend auch erreicht wurde.

Es kam zwar zum Abbruch eines ehrgeizigen Projektes, das dennoch eines seiner Ziele erreichen konnte: es wurde in landesweiten Presseberichten an den Siebenbürgischen Karpatenverein und an seine  Leistungen erinnert. Und ganz aufgeben will man beim SKV nicht: im Sommer folgt eine Erkundungstour vor Ort, im Winter ein zweiter Versuch.

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