WANDERN: Nebenan brüllt der Löwe

Montag, 28. März 2016

Besonderheit im Noua-Viertel: Oben Kirche, unten Pfarrwohnung.

Im Winter kann man vom Weg besser in den Tiergarten und auf einige seiner Bewohner blicken.
Fotos: Ralf Sudrigian

Unser Ausflug beginnt in der Nachbarschaft des Kronstädter Zoos im Noua-Viertel. Da stoßen wir auf den mit rotem Band gekennzeichneten Weg, der zunächst ziemlich steil aufsteigt. Links kann man gut auf den Tiergarten herabsehen. Entlang des Zaunes spaziert ein Bär. Nicht ganz auszuschließen ist es, in diesen Wäldern auf einen seiner in Freiheit lebenden Artgenossen zu stoßen. Nicht aber auf einen Löwen, dessen Brüllen gelegentlich aus dem Zoo weit in den Wald gehört werden kann, was diese Wanderung auch unvergesslich machen könnte. Nach dem rund eine Viertelstunde dauernden Aufstieg stoßen wir auf die Kreuzung mit dem viel bekannteren mit blauen Band markierten Weg, der von Dârste kommend (1 Stunde bis hin)  zum Schuler führt (vier Stunden). Eine Seltenheit ist da am Baum mit den Wegweisern auch noch zu vermerken: Hoch oben, verrostet und verbeult, ein alter Wegweiser, der durch das noch zu entziffernde „-Hütten“ daran erinnert, dass es vor Jahrzehnten noch Wegweiser auch mit deutscher Übersetzung gab.

Von diesem Wegweiser führt der Weg nur noch bergab ins Larga-Mare-Tal. In knapp drei viertel Stunden (samt kleiner Rastpause) ist man an der DN 1 rund 500m unterhalb von Dâmbu Morii. Bis hin überquert man einen neuen Forstweg und geht vorbei an einer Bauruine (anscheinend ein ehemaliges Heim eines Kronstädter Werkes, da man innen noch Türschilder wie „Dormitor 4“, „Bucătărie“, „Camera Zarzavat“ oder „Cabinet Medical“ sehen kann). Ein letztes „Hindernis“ war die Schafherde im Hof einer Wirtschaft direkt am Weg. Die Hunde bellen und knurren drohend; der Hirte spricht am Handy und will sein Gespräch nicht unterbrechen; die Hunde sehen schließlich keinen Grund aggressiv zu sein und beschnüffeln einen neugierig, wobei sie auch mit dem Schwanz wedeln. Auf dem Weg durchs Noua-Viertel, nach dem Aussteigen bei der vorletzten Haltestelle der Busse 17 oder 35 können aufmerksame Wanderer zwei interessante Häuser sehen: zunächst, fast gegenüber der neuen orthodoxen Kathedrale, ein Haus, das einer Villa ähnelt. Gebaut zwischen 1960-63 ist es die Johannes dem Täufer gewidmete orthodoxe Kirche, die sich im ersten Stock befindet. Darunter, im Erdgeschoss, ist das Pfarrhaus eingerichtet. Daneben der 1969 gebaute Glockenturm. Die zweite Sehenswürdigkeit liegt nicht fern: der ehemalige Bahnhof dieses Kronstädter Stadtteils in der Strada Gării-Noua – heute ein von einem schwarzen Bretterzaun umsäumtes Wohnhaus.

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