WANDERN: Vorsicht bei Winterwanderungen geboten

Sonntag, 04. Februar 2018

Wenn es das Wetter zulässt, wenn richtig Trasse und Gehzeit geplant sind, wenn die Bekleidung und das Schuhwerk passen, wenn Schneebrille und Sonnenschutzcreme nicht zu Hause vergessen werden, dann sollte eine Winterwanderung nur Gutes mit sich bringen: frische Luft, Ruhe, funkelnder Schnee, Winterzauber der Bergwelt statt Trubel und Matsch in den Stadtstraßen. Dann kann man Thomas Rambauske zustimmen: „Winterwandern ist Jungbrunnen, Schlankheitskur und Glückslieferant in einem.“

Leider sind in unseren Bergen in den Wintermonaten nicht so viele ausgetretene Wanderwege anzutreffen wie in den Alpenländern oder in Skandinavien. Oft muss man selber im tiefen Schnee spuren, was einem zusätzliche Energie abverlangt. Deshalb sind Winterwanderungen, dort, wo vor diesen wegen Lawinengefahr nicht ausdrücklich gewarnt wird, anstrengender und nehmen zusätzliche Zeit in Anspruch. Das muss berücksichtigt werden, wie auch die Tatsache, dass die Tage kürzer sind und es bereits um 17 Uhr dunkler wird. Hinzu kommt, dass verschneite Landschaften zwar einen zusätzlichen Reiz erhalten, aber nicht die Orientierung erleichtern. Im Gegenteil: man kann sich leichter verlaufen, weil manche Markierungen vom Schnee bedeckt sind und der Weg nicht zu erkennen ist. Wenn ein Schneetreiben aufkommt, wird alles noch schwieriger, denn man spürt dann auch den Frost intensiver.

Besondere Vorsicht ist bei Kammwegen geboten denn da können Schneewächten (überhängende Vorsprünge) unter der Last eines Menschen zusammenbrechen und es kommt zu einem Absturz in die Tiefe. Von der Windseite her sind diese Wächte nicht immer zu erkennen weil sie eher als sanft gerundene Erhebungen wahrgenommen werden. Deshalb empfiehlt es sich, der Kammlinie auf der windabgewandten Seite unterhalb der Schneewächtenlinie zu folgen.

Wenn ein mit Schnee bedeckter Hang überquert werden soll, wird geraten, das möglichst oberhalb zu tun um die Lawinengefahr zu meiden. Diese ist besonders groß bei Tauwetter im Frühling oder bei Frischschnee. Falls dennoch die Schneemassen in Bewegung geraten und einen dabei erfassen, lautet die klassische Regel, Schwimmbewegungen zu machen und unbedingt zu versuchen an der Oberfläche zu bleiben.

Falls es unumgänglich wird, einen steilen schneebedeckten Hang hinunterzukommen, so sollte man auf den Füßen hinuntergleiten und dabei einen Eispickel oder einen Skistock (so was sollte bei einer Winterwanderung auch zur Ausrüstung gehören) als Bremse zu benutzen.

Allgemein heißt es, dass (außer der Lawinengefahr, über die aber heutzutage Lawinenlageberichte rechtzeitig auf vielen Kanälen – Fernsehen, Radio, Presse, Internet – informieren) das Ausrutschen bei Winterwanderungen die größte Gefahr darstellt, die auch die meisten Unfälle verursacht. Im tiefen Schnee lässt es sich sicherer wandern als auf Glatteis oder harten, festgetretenen Wegen.

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