WANDERN: Zum Gipfel Harghita-Mădăraş

Sonntag, 07. Juli 2013

Die Forststraße führt durch ausgedehnte Nadelholzwälder.

Die Mădăraş-Hütte – eine der ältesten im Szeklerland.

Ein ungewöhnlicher Anblick eröffnet sich auf dem Gipfel.
/ Fotos: Ralf Sudrigian

Mit einem frühen Morgenzug (Abfahrt um 6.00 Uhr) geht es aus Kronstadt in Richtung Harghita-Gebirge los. Bis zum Dorf Mădăraş sind es nur rund 110 km aber dafür braucht der Zug rund zweieinhalb Stunden. Mădăraş/Csikmadaras in der Ciuc-Senke, nicht weit entfernt vom Alt gelegen, ist der Ausgangspunkt zweier Trassen, die von der Ostseite zum Kammweg dieses Massivs und somit zum Hauptgipfel Hargita Madarasi (1800m) führen.

Wir entscheiden uns für die mit blauem Dreieck markierten Trasse. Die auf der Wanderkarte angegebene Gehzeit ist von 5-6 Stunden bei einem Höhenunterschied von 1100 m. Der erste Teil führt entlang einer Forststraße, die über dem Fert²u-Sattel das Gebirge überquert und im Westen die Verbindung zur Ortschaft Izvoare/Ivo (Zetea) macht. Ein Mikrobus erweist sich als günstige Mitfahrtgelegenheit, sodass rund eineinhalb Stunden Wanderzeit entfallen. Der Kleinbus fährt zu einer Baustelle einer Mikrohidrozentrale am Singai/Szénhely-Bach, ein Nebental des Mădăraşul Mare.

Von da setzen wir den Wanderweg im Tal fort, mit dem Nachteil die schönen Ausblicke von der höher gelegenen Wegvariante zu verpassen. Eine Markierung fehlt allerdings, wie wir das hier auch bei anderen Wegen feststellen müssen. Besser markiert sind die Wege für Mountainbikers und Motorradfahrer (ein rotes C in einem weißen Kreis, was an den türkischen Halbmond erinnert). Auf dem mit blauen Band markierten Kammweg stoßen wir südlich vom Gipfel auf der Strecke, die zum Harghita-Ciceu-Gipfel und zu Harghita-Băi führt. In einer Viertelstunde sind wir aber auf der mit blauem Dreieck gekennzeichneten Wanderweg und stoßen da auf gleich mehrere Wandergruppen die alle hinauf zum Gipfel wollen oder von dort bereits kommen. Es wird ungarisch gesprochen und gegrüßt („Jó napot kivánok!“) – kein Wunder, denn in diesem Landesteil ist Ungarisch die erste Sprache.

Oben auf dem Gipfel, der sich kaum von der Umgebung abhebt, eröffnet sich ein ungewöhnliches Bild. Es sieht wie auf einem Friedhof aus: geschnitzte Holzsäulen und Kreuze reihen sich aneinander geschmückt mit Namen und den ungarischen Nationalfarben (rot-weiß-grün). Der Gipfel scheint zu einer Pilgerstelle Szekler und ungarischer Wanderer aller Altersgruppen geworden zu sein. Selbst die Szekler und die ungarische Nationalflagge gehören zu der Ausrüstung mancher Wandergruppen.

(Fortsetzung folgt)

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*