Wanderwege für Motorradfahrer gesperrt

Wanderer, Natur und Enduro-Fahrer sollen so geschützt werden

Donnerstag, 05. November 2015

Adrian David, der Leiter der Hermannstädter Bergrettung, sprach zur künftigen Sperrung der Wanderwege für Enduro-Fahrer.
Foto: Vlad Popa

Hermannstadt – Anlässlich einer Pressekonferenz im Hermannstädter Kreisrat machte Adrian David, der Leiter der Bergrettung des Kreises Hermannstadt/Sibiu einige Angaben zu den markierten Wanderwegen, die künftig für Enduro-Fahrer gesperrt werden. Infolge zahlreicher Äußerungen der Öffentlichkeit sowie einiger lokaler Organisationen hat der Kreisratsvorsitzende Ioan Cindrea die Ermittlung der notwendigen Maßnahmen und Lösungen angeordnet, sodass die Beschädigung der Wanderwege durch die Enduro-Fahrer ein Ende findet. Zu diesem Zweck veranstaltete die Kreisverwaltung seit September drei Treffen mit Vertretern der Bergrettung, des Hermannstädter Tourismus-Vereines sowie der lokalen Enduro-Fahrer. Infolge dieser Treffen vereinbarten die vertretenen Einrichtungen die Bergrouten, welche demnächst per Beschluss des Kreisrates für die Endurofahrer gesperrt werden. Bei der Auswahl der Wanderwege wurde darauf Rücksicht genommen, dass viele von ihnen auch breite Wege oder Straßen umfassen, welche von Fahrzeugen befahren werden und wo der Verkehr der Motorräder nicht untersagt werden kann. Auf den schmalen Wanderwegen jedoch, welche ausschließlich für Wanderer gedacht sind, soll der Zugang den Ridern künftig untersagt werden. Die betreffenden Routen werden in nächster Zukunft entsprechend ausgeschildert und zusätzlich werden Faltblätter und Karten gedruckt, welche auf die Trassen hinweisen werden, welche die Rider befahren dürfen und welche in allen Gästehäusern, Hotels und Touristeninfozentren erhältlich sein werden.

„Gemeinsam mit den Bergführern und den Vertretern der Enduro-Fahrer haben wir die Gründung eines Vereines für aktiven Tourismus besprochen. In nächster Zukunft werden wir uns auch mit den Vertretern anderer Einrichtungen wie dem Forstamt, der Agentur für Umweltschutz, den Bürgermeisterämtern in der Bergregion austauschen, um Regeln für eine gute Zusammenarbeit auszuarbeiten. Besprochen wurde auch die Gründung einer Fahndungsgruppe aus den Reihen der Enduro-Fahrer, welche ermitteln und dem Kreisrat und den betreffenden Bürgermeisterämtern die unerlaubte Nutzung der gesperrten Trassen melden sollen. Mit den Vertretern der Enduro-Fahrer haben wir festgelegt, dass alle touristischen Wanderwege im Fogarascher Gebirge für den Motorradverkehr gesperrt werden. Im westlichen Gebiet, beziehungsweise in der Umgebung der Ortschaft Rothenturm/Turnu Roşu und im Alttal/Valea Oltului wurde der Zugang den Motorradfahrern gestattet, jedoch nach einigen Gesprächen mit diversen Einrichtung werden auch diese Trassen sicherlich gesperrt. Unser Ziel ist es, die Touristen, die zu Fuß im Gebirge unterwegs sind, die Natur und auch die Motorradfahrer selber zu schützen. Vergangenes Jahr war der Einsatz des SMURD-Helikopters notwendig, nachdem ein Enduro-Fahrer von einem Wanderweg zum Suru-Gipfel in eine Schlucht gestürzt ist“, erklärte Adrian David, der Leiter der Hermannstädter Bergrettung. David erwähnte auch, dass der Enduro-Motorsport in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat und einen positiven Einfluss auf die lokalen Wirtschaft sowie auf den Tourismus hat. „Auf nationaler Ebene“, so der Leiter der Bergrettung weiter, „existiert jedoch keine klare Gesetzgebung, welche den Zugang der Enduro-Motorräder auf Wanderwegen regelt, so wie es in anderen europäischen Ländern der Fall ist, wo die Gebiete, die für den Enduro-Motorsport zugelassen sind, klar festgelegt sind und Verstöße mit Geldstrafen geahndet werden.“

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 07.11 2015, 03:29
Es ist unglaublich , lesen zu müssen daß Enduro Fahrer in Rumänien die Wanderwege zerstören dürfen. So etwas wäre unter Ceaucescu nie möglich gewesen !

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