Warschauer Gipfel: Die NATO rüstet ihre Ostflanke auf

Johannis: Haben alles erreicht, was wir uns erhofften

Dienstag, 12. Juli 2016

Staatspräsident Klaus Johannis (3. v. l.) zeigte sich mit den Ergebnissen des NATO-Gipfels sehr zufrieden. Foto: presidency.ro

Bukarest (ADZ) - Die 28 NATO-Staaten haben auf ihrem jüngsten Gipfeltreffen in Warschau u. a. eine Aufrüstung ihrer Ostflanke beschlossen. So soll die Kampftruppenpräsenz an der Ostflanke gestärkt bzw. Tausende zusätzliche Soldaten sollten nach Osteuropa verlegt werden. In den drei baltischen Ländern und Polen soll jeweils ein Bataillon mit etwa 1000 Soldaten stationiert werden, während Rumänien Soldaten für eine unter rumänischer Führung stehende multinationale Brigade zur Verfügung gestellt werden sollen. Nach Angaben von Staatschef Klaus Johannis werden die USA zudem 2017 ein Bataillon ihrer für Europa vorgesehenen Panzerbrigade nach Rumänien entsenden.

Auch übernahm die NATO beim Warschauer Gipfel formell das Kommando von den USA über den Raketenschutzschild, zu dem bekanntlich auch die Raketenabschussstation im südrumänischen Deveselu gehört. Bezüglich des Fokus auf die sensible Region des Schwarzen Meeres sagte Präsident Johannis nach Abschluss des Gipfels, dass unser Land „neue Verteidigungsalternativen zu Luft und See für das Schwarze Meer“ angeregt habe und diese von den Verteidigungsministern im Oktober erörtert und gebilligt werden könnten. Insgesamt zeigte sich der Staatschef zufrieden mit den in Bezug auf Rumänien getroffenen Beschlüssen: Man habe bei diesem Gipfel alles erreicht, was man sich erhofft habe, so Johannis.

Kommentare zu diesem Artikel

Maria, 13.07 2016, 21:00
Hallo Peter, danke für die Info. Etwas 100%ig zu glauben, ist schwierig geworden.
Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) ist mir bekannt. Die hatte doch Klitschko und dessen UDAR-Partei unterstützt. Kürzlich im Juni 2016 gab die KAS die Studie "Die NATO in Warschau" (Die Agenda des NATO-Gipfels von Warschau). Ma lese, staune und lann nur den Kopf schütteln und entsetzt sein. Eine tolle Anleitung geben die da von sich zur weiteren Aufrüstung, sogar nuklear, damit Russland ordentlich abgeschreckt wird. Hoffentlich sind die sich der Konsequenzen bewusst u. nicht zu verschreckt, wenn sie die gleichen "Scheußlichkeiten" dann zurückbekommen, wenn der Bogen überspannt wird.
Peter, 13.07 2016, 18:26
P.S.
"Hinter der Fichte" - wer denen glaubt, für den für den landen auch regelmäßig UFO’s auf diesem Planeten.
Peter, 13.07 2016, 18:17
Hallo Maria,
Konrad-Adenauer-Stiftung:
Zehn Mythen der Rechtfertigung russischer Politik in der Ukraine-Krise.
Hier wird eindeutig von Annexion der Krim gesprochen und nicht nur hier, siehe Die Welt, Die ZEIT. Eine Annexion kann nur von Außen erfolgen niemals von Innen her, ich kann mich nicht selbst annektieren.
Maria, 13.07 2016, 17:43
Was oder wer beweist denn einwandfrei, dass das Referendum von Russland gesteuert war?
Wurde in der Ukraine nicht von außen tüchtig mitgemischt? Die Ukraine hat Milliarden verschluckt. Kam das wirklich Land u. Bevölkerung zugute? Bezweifel ich sehr.
http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2014/03/ukrainekrim-die-kernluge-vom-illegalen.html
http://www.nachdenkseiten.de/?p=34161
Glaube ich nicht, dass es sinnvoll oder gut wäre, Kleinstaaterei anzustreben. Da fällt mir als trauriges Beispiel das ehemalige "Jugoslawien" ein. Das Land ist zerfallen in mehrere Staaten. Sind deshalb nun alle Menschen da glücklich, zufrieden und friedlich? Glaub ich kaum! Mich hat hier der Artikel sehr berührt und nachdenklich gemacht.
http://www.spiegel.de/einestages/jugoslawien-1991-der-krieg-bringt-alles-an-die-oberflaeche-a-1101285.html
Peter, 13.07 2016, 14:22
@Tourist – Das sehe ich etwas anders.
Zur Krim: Wie viele der dort lebenden Russen stehen direkt oder indirekt in Abhängigkeit zu den russischen Streitkräften. Dieses Referendum wurde nachweislich von Russland gesteuert, nachdem die Ukraine, die russische Armee aus dem Land werfen wollte. Eine Großmacht kann es sich nicht leisten, am Schwarzen Meer nicht präsent zu sein. Die Ukraine ist ein souveräner Staat, damit ist diese Annexion ein Bruch des Völkerrechts. Das Wort Annexion habe ich bewusst gewählt, denn etwas anderes war das Ganze nicht. Es gibt nur 3 Länder die so etwas ungestraft tun können, Die USA, Russland und China, dem Rest würden diese Drei UN oder eigene Truppen auf den Hals hetzen.
Zur Selbstbestimmung: Streben nicht die Ungarn in Rumänien (Szeklerland) ein eigenes, autonomes Gebiet an?? In Deutschland gibt es z.B. Bayer, Hessen Würtenberger usw. die könnten auch auf die Idee kommen wieder Königreiche und Herzogtümer zu gründen.
Noch ein kleines Gedankenspiel. Ich siedele so viele Deutsche um ins Banat dass sie die stärkste Bevölkerungsgruppe sind, warte 40 Jahre, sage dann einfach. Das Banat gehört zur BRD und ist eine Enklave auf Rumänischen Staatsgebiet, basta! Das Ganze ist dann konform mit dem Recht auf Selbstbestimmung. Das Rumänien souverän ist schert mich einen Dreck.
Tourist, 13.07 2016, 12:01
@Peter: nennt sich Selbstbestimmungsrecht der Völker. Und genau so ist das heutige Rumänien auch entstanden. Rumänen waren in Siebenbürgen, der Maramuresch, dem Kreischgebiet und dem östlichen Banat in der absoluten Mehrheit (>60%) und haben sich vom Königreich Ungarn losgesagt und sind dem Regat beigetreten. Noch heute wird genau das (Asamblea de la Alba Iulia) in Rumänien als Staatsfeiertag am 1. Dezember gefeiert. Die restlichen 40% (Ungarn, Sachsen, Schwaben, Serben, Slowaken, ungarischsprachige Juden und Roma, etc.) mussten sich mit der neuen Situation anfreunden. In Deutschland gibt es übrigens nur zwei winzig kleine autochthone Minderheiten, die Sorben ganz im Osten und die Dänen ganz im Norden. Neu zugewanderte Gruppen sind zwar zahlreich, aber leben zu verstreut und ihr Heimatland grenzt auch gar nicht an Deutschland. Türken in Berlin können sich schon rein geographisch eher schwer der türkischen Republik anschließen.
Peter, 13.07 2016, 09:56
Hallo Tourist, die ethnischen Russen auf der Krim hätten ohne weiteres aufs russische Staatsgebiet umsiedeln können. Diese Annexion war nichts anderes als einen Zugang zum Schwarzen Meer zu sichern und ist somit ein strategischer Vorgang der nur dem Militär nutzt. Wenn ich Ihre Gedanken weiter führe, dann kann eine Ethnie, die mehrheitlich in einer Region lebt, die sich wiederum in einem Staat befindet in dem diese Ethnie als Minderheit lebt, jederzeit über ein Referendum einen eigenen Staat bilden bzw. sich zu einem anderen für zugehörig erklären.
Da sag ich nur Adieu Rumänien, Frankreich, Belgien, Spanien, Deutschland usw.
Tourist, 13.07 2016, 00:54
@Günther: in der Autonomen Republik Krim wurde ein halbwegs faires Referendum abgehalten, außerdem wohnen da mehrheitlich ethnische Russen (>70%). Somit war das Ergebnis kein Wunder. Würde man im Westteil Moldawiens ein ähnliches Referendum machen, ob sie zu Rumänien wollen (mit allen Benefits, wie sichere Pensionszahlungen, automatische EU-Mitgliedschaft, etc.) wäre das Ergebnis das selbe. Die Ukraine ist einfach ein failed state, politisch zerrissen und wirtschaftlich am Boden. In Russland bekommt die Babuschka aus der Krim monatlich ihre Rente, und selbst die Mindestpension ist doppelt so hoch, wie das was sie vorher aus Kiew bekommen hat (oder auch nicht, weil der Staat ständig im Zahlungsrückstand war).
Thomas, 12.07 2016, 17:51
zu Günthers Beitrag: Daß sich die NATO (alleiniger Chef: US-Beauftragte) die rumänische Regierung in ihre Kriegsschiffe holt ist mir verständlich, weil für deren Zwecke nötig, daß aber Günther andere Menschen als Kriegsopfer auch reinholen will, ist für mich unverständlich. Nachgedacht bleibt für mich nur ideologische Glaubenssätze bedienen oder bedienen müssen (weil Beruf) als Erklärung übrig.
Maria, 12.07 2016, 13:01
"Auch übernahm die NATO beim Warschauer Gipfel formell das Kommando von den USA über den Raketenschutzschild,......." Heißt das im Klartext, die NATO hat nun nach außen quasi "pro forma" das Kommando?

" ...denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Doch von diesen "hohen Herren" muss man erwarten und verlangen, genau wissen, was sie tun! Sie müssen sich dessen bewusst sein, welche schwerwiegenden Folgen ihre derzeitigen provokanten Entscheidungen/ Beschlüsse und das bisher schon kriegstreiberische Vorgehen der NATO nach sich ziehen kann. Genau die sind für eine evtl. Eskalation zur Verantwortung zu ziehen.

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