Warum nicht mal – Albanien?

Historische Stätten, romantische Buchten, oder auf Schusters Rappen den Balkan Trail entlang

Freitag, 24. Mai 2013

Die antike Stadt Butrint in Saranda gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Für Abenteurer: Wildwasserkajak in den Bergen Albaniens

Am Badeort Saranda Beach laden Sonne, feine Sandstrände und ein tiefblaues Meer zur Erholung ein.

Der albanische Botschafter in Bukarest, S.E. Sami Shiba

Einst Kreuzungspunkt zweier antiker Hochkulturen, der Griechen und der Römer, überrascht Albanien mit einer Vielzahl historischer Stätten. Am Mittelmeer reihen sich Buchten mit feinen Sandstränden und wildromantischer Felsküste aneinander. Doch auch Freunde des Bergwanderns in abgeschiedener Natur, Abenteurer auf der Suche nach hautnahem Erleben und neugierige Gourmets kommen in Albanien auf ihre Kosten. Dies versicherte jedenfalls der albanische Botschafter S.E. Sami Shiba, mit dem ich anläßlich einer Pressekonferenz ins Gespräch gekommen war. Warum also nicht mal Albanien auf unserer Tourismusseite vorstellen?

Eure Exzellenz, Sie haben mich gezielt auf Tourismus in Albanien angesprochen – und damit neugierig gemacht!  Gehört es denn zu Ihren Aufgaben als Botschafter, Ihr Land auch touristisch zu vertreten?

Ich möchte unterstreichen, dass es sogar zu unseren prioritären Aufgaben gehört, der Öffentlichkeit in Rumänien die touristischen Werte und kulturellen Ressourcen in Albanien vorzustellen. Die Reize der Natur, seine geografische Lage und das milde Klima machen Albanien zu einem ganz speziellen Ort in Europa. Diese Faktoren tragen auch dazu bei, dass in letzter Zeit immer mehr Ausländer nach Albanien kommen – 2012 waren es über 4,3 Millionen.

Albanien als Urlaubsziel ist dennoch Vielen noch unbekannt. Was kann man sich darunter konkret vorstellen?

Albanien bietet wild-natürliche Regionen und ein mediterranes Klima, was das Land während des ganzen Jahres zu einer attraktiven Touristendestination macht. In der letzten Zeit sind besonders Angebote zu Sommer-Sonne-Strandurlaub, Bergurlaub sowie Kulturreisen mit Schwerpunkt auf Geschichte gefragt.

Albaniens Mittelmeerküste erstreckt sich über 450 Kilometer und enthält viele Buchten. Es gibt eine große Anzahl an feinen, piniengesäumten Sandstränden, aber auch Felsküsten an der Adria und dem Ionischen Meer. Innerhalb von Minuten kann der Tourist zwischen dem Bergklima von Llogara und der wärmenden Küste von Dhermi wechseln. Albanien hat aber auch bedeutende Ressourcen zur Entwicklung von Bergtourismus – von den Albanischen Alpen im Norden über die Berge an der Küste des Ionischen Meeres zu den Bergen von Kruje, Berat und Elbasan. Die Infrastruktur ist auf Ganzjahrestourismus ausgerichtet. Selbst im Winter ist das Klima dort relativ mild.

Immer mehr Touristen suchen das Abenteuer jenseits ausgetretener Pfade, möchten sich auf Land und Leute einlassen. Was hat Albanien da zu bieten?

Die Unterkünfte in den Bergregionen sind in der Regel traditionell und landestypisch. Sie bieten die Möglichkeit, die lokale Kultur hautnah zu erleben. Meist wohnt man in den typischen Steinhäusern, den sogenannten „Kulas“, wo einen der Gastgeber mit hausgemachten Köstlichkeiten, Brot, Honig, Käse und landestypischen Gerichten verwöhnt. Die vielseitige Küche, moderate Preise und die traditionelle albanische Gastfreundschaft schaffen so ein wunderbares Ambiente – genau das, was der westeuropäische Tourist so oft sucht. Wer einmal in Albanien war, kehrt häufig immer wieder.

Wie sieht es mit Gelegenheiten zum Wandern in der Natur aus?

Da haben wir den Balkan Trail, der sich in den Alpen im Norden des Landes bis in den Kosovo und nach Montenegro erstreckt und der immer häufiger Erwähnung in Reiseführern in aller Welt findet. Diesen März erschien in der New York Times ein Artikel. Anläßlich des Word Travel und Tourism Councils in Abu Dhabi am 9. und 10. April wurde der Balkan Trail sogar mit dem ersten Preis in der Kategorie Destinationsmanagement ausgezeichnet.

Die Route des Balkan Trails windet sich über Wanderpfade und Schäfersteige durch die entlegensten, wildesten Bergregionen der drei Länder des westlichen Balkans, bis in 2300 Meter Höhe. Atemberaubende Ausblicke auf zerklüftete Berge wechseln mit grünen Tälern, kristallklaren Bergseen, Wasserfällen, Flüssen und abgeschiedenen Bergdörfern, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Ein verborgener Schatz für alle, die authentische Naturerlebnisse lieben.

Was hat Albanien für Geschichts- und Kulturbegeisterte zu bieten?

Das Land liegt am Kreuzungspunkt zweier berühmter antiker Kulturen, der Griechen und der Römer, und verfügt daher über ein reiches nationales Kulturerbe sowie Weltkulturerbe im Rahmen der UNESCO. Die Geschichte und das Kulturerbe Albaniens werden in den zahlreichen archäologischen Stätten, Kunstgalerien, Foto- und Filmarchiven, Zitadellen und Schlössern, religiösen Monumenten, Museen, traditionellen Häusern und gepflasterten Steinstraßen spürbar.

Butrint im Süden Albaniens ist eine der wertvollsten archäologischen Stätten. Zusammen mit den historischen Städten Berat und Gjirokastra steht sie auf der UNESCO-Liste. Auch Apollonia, Antigonea und Voskopoja erinnern an unsere kulturelle Vergangenheit und haben großes archäologisches Potenzial. Ich bin sicher, die reichhaltige Geschichte unseres Landes wird jeden Besucher positiv überraschen.

Wie unterstützt das Land die Entwicklung von Tourismus?

Die albanische Regierung treibt derzeit vor allem den Ausbau der Straßeninfrastruktur voran. Besonders betonen möchte ich aber auch die rege Teilnahme Albaniens an internationalen Tourismusmessen – in diesem Jahr waren wir sowohl im Februar in Mailand vertreten, als auch im März in Berlin. In der Zukunft soll dies noch mehr werden.

Für einen Reisenden ist es wichtig, wenigstens ein paar Worte in der Landessprache zu beherrschen. Wie sagt man auf Albanisch „guten Morgen“, „guten Abend“, „auf Wiedersehen“, „zum Wohl“ und vor allem, „Danke“?
In der erwähnten Reihenfolge: „mirëmëngjes“, „mirëmbrema“, „mirupafshim“, „gëzuar“, „faleminderit“.
Sie müssen wissen, Albanier stehen fremden Besuchern sehr offen gegenüber. Es kann gut sein, dass Sie von jemandem nach Hause eingeladen werden – dann weren Sie wie ein König behandelt. Dem Gast gebührt stets höchster Respekt. Am Tisch wird er stets am Kopfende platziert, wo sonst der Vorstand des Haushalts sitzt.

Und wie sieht es mit der Sicherheit aus?

Albanien ist ein sicheres Land für Touristen. Die lange Tradition der Gastfreundschaft gebietet uns großen Respekt vor Ausländern. Die meisten Leute werden Ihnen deshalb sofort Hilfe anbieten, wenn Sie sich verlaufen oder verfahren haben oder in sonstigen Schwierigkeiten sind.

Welche Währung hat Albanien?

Die albanische Währungseinheit ist der Lek. Derzeit entsprechen 140 Lek in etwa einem Euro, 105 Lek einem US-Dollar. Die Währung ist ungebunden, aber relativ stabil.

Was sollte man sonst noch wissen?

Das Wichtigste: Es gibt keine Visapflicht, ein Pass oder Personalausweis genügt. Umfassende Informationen finden Sie auf der offiziellen Webseite der nationalen Tourismusagentur, www.akt.gov.al.

Als Botschafter für Albanien in Rumänien möchte ich zum Schluss die Gelegenheit nutzen, auch Touristen aus Rumänien explizit einzuladen. Albanien, soviel kann ich Ihnen versichern, ist eine der besten Optionen für Ihre Ferienpläne! Ich danke Ihnen. Mulţumesc!

Auch wir danken Ihnen für das interessante Interview. Faleminderit!

Kommentare zu diesem Artikel

Sigi, 10.06 2013, 20:11
na gut, der nächste Urlaub geht nach Albanien
:-)

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