Was kostet das Gehabe angeblicher Saubermänner?

Donnerstag, 14. Juni 2018

PSD-Großkundgebung am Victoriei-Platz
Foto: dpa

Ich gebe zu: Die propagandistische Lügen- und Hetzparade der Spitzen der PSD/ALDE vom vergangenen Samstag habe ich mir im Fernsehen fragmentarisch angesehen. Man hat einen Orwell gelesen und weiß, welches die Funktion des Ministeriums der Wahrheit im Lügenstaat ist...

Dass dabei 100.000 oder 400.000 „Demon-stranten“ mitmachten und sich von der Lügengeschichte Parallelstaat berieseln ließen, ist unwesentlich. Interessanter die Frage, wer alles bezahlt hat. Jeder steuerzahlende Bürger stellt sie sich, zurecht. Das intellektuelle und Zivilisationsniveau der weißen Trikots war gering, urteilt man allein nach den Müllbergen, die sie hinterließen. Anzunehmen, dass sie nichts bezahlt haben für einen Tag Bukarest. Wer also finanzierte das Spektakel? Die Kosten dieser Wochenendveranstaltung der Regierenden müssen für ein armes Land immens gewesen sein. Vermutlich.

Bevor die angeblich 2000 Demoteilnehmer aus Reschitza abfuhren, hörte man etwas über das Zustandekommen der Masse. APIA beispiels-weise, die EU-Zahlstelle, sollte zwei Vertreter stellen. Das Schulamt fünf. Jede Schule mit PSD-Leiter einen. Die Gemeinden mit PSD-Bürgermeistern (das sind Dreiviertel aller rund 80 Kommunen des Banater Berglands) je zehn. Das Forstamt 15 usw. Die Aufschlüsselung stammt, unterm Siegel der Diskretion, von einem Mitglied der Kreisführung der PSD.

Gehen wir mal davon aus, dass aus dem Banater Bergland tatsächlich 2000 Teilnehmer in Bukarest waren (in Wirklichkeit ist der „Delegationsleiter“ von Karasch-Severin, der Ex-Bürgermeister von Bokschan, Mirel Patriciu Pascu, am Sonntag in Reschitza mit 35 Personen angekommen...). Am Freitag zuvor hieß es aus dem Hauptquartier der PSD Karasch-Severin, „die große Mehrheit fährt nicht mit Bussen“. Man fahre mit privaten Pkws, „je 4-5 Personen pro Pkw“. 400-500 Pkws aus Karasch-Severin nach Bukarest?

Mal angenommen, es waren 450 Fahrzeuge. Durchschnittlicher Verbrauch pro Pkw: 7 Liter Treibstoff per 100 km, zum Durchschnittspreis von rund 5,5 Lei das Liter und für eine Strecke von zweimal 550 km Reschitza - Bukarest – ergibt fast 191.000 Lei. Allein die Treibstoffkosten fast 42.500 Euro. Verteilt auf die 2000 Teilnehmer aus dem Banater Bergland ergäbe das pro Kopf etwas mehr als 21 Euro oder rund 95 Lei. Würde das ein einfaches Mitglied der PSD aus seiner Tasche zahlen? Anzunehmen: NEIN. Woher nimmt die PSD das Geld für 100.000 Demonstranten vor dem von ihr selbst besetzten Regierungsgebäude? Oder gar für 400.000? Mehr als 19 Millionen (oder bis fast 40 Millionen) Lei?

Von den auf die Bukarest-Fahrt vom vergangenen Wochenende angesprochenen Busbetreibern wollte kein einziger mitteilen, ob er und zu welchem Preis ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt hat. Bloß dass keiner unter 4,5 Lei pro Mitfahrer und Kilometer solche Fahrten annimmt. Also würde ein Bus nach Bukarest und zurück (2 mal 550 km aus Reschitza) 4,5 Lei mal 1100 km kosten, also 4950 Lei mindestens. Also 1000 Euro. Bei einer durchschnittlichen Besetzung des Busses mit 40 Personen bräuchte man also 50 Busse, rund 250.000 Lei oder 55.500 Euro. Pro Kopf kommt man da wieder auf rund 25 Euro! Woher? Wurden die PSD- und ALDE-geführten Institutionen geschröpft? Wurden wir, die Steuerzahler, betrogen? Hat die PSD so viele und so kulante Sponsoren? Wenn ja, und wenn, wie üblich, eine Hand die andere wäscht: Was tut die PSD für diese Sponsoren im Gegenzug?
Fest steht, dass die PSD/ALDE-Demo nicht unter 20-22 Euro pro Teilnehmer zu machen war, wobei Verpflegungskosten gar nicht dazugerechnet sind (Gerücht: je 100 Lei). Woher das Geld für die Fahnen und Fähnchen, die Plakate und allen Müll, den sie dann auf dem Victoria-Platz liegengelassen haben, wie es ihre Bürgererziehung diktierte?

Von den angeblichen Saubermännern am Rednerpult wären Antworten auf solche Fragen fair.

Kommentare zu diesem Artikel

johann, 16.06 2018, 11:58
Die Kursaenderung stellt nur eine Anpassung an die EU und Natopolitik dar. Die EU darf die neuen Mitglieder nicht den Heuschrecken ueberlassen. Selbst wenn sie sich als domestiyiert geben. Die Kosten pro Kopf moegen wohl stimmen, nur waren es wesentlich weniger Koepfe, als angenommen. Von den 100000 Teilnehmer waren bestimmt mehr als die Haelfte Bukarest. Die Kosten konnten von den Lokalmatadoren locker aus der Kriegskasse bestritten werden..
Manfred, 14.06 2018, 12:27
Der Verdacht liegt nahe,das es schwarze Kassen gibt.Sollte man die Busse ohne Rechnung geordert haben,gäbe es einen schönen Fall der Steuerhinterziehung...
Zorin Diaconescu, 14.06 2018, 11:52
Rechnungen stimmen bei uns selten, warum sollte es jetzt der Fall sein? Mir geht es nicht um die paar hunderttausend, Feste waren bei uns immer Lieblingsbeschäftigung. Doch wenn der dritte Mann im Staat (Abgeordnetenkammervorsitzender) behauptet, die EU and NATO seien unsere Erzfeinde, dann reden wir von einer politischen Kursänderung die es seit 1989 nicht gab, und das ist von Bedeutung!

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