„Was wir brauchen, ist Vernunft und Kontinuität in der Bildungspolitik“

Prof. Dr. Rudolf Gräf über aktuelle Herausforderungen für die Universitäten

Mittwoch, 06. Mai 2015

Prof. Rudolf Gräf koordiniert als Prorektor der Klausenburger Babeş-Bolyai-Universität unter anderem die deutschsprachige Studienrichtung.
Foto: Philipp Hochbaum

Prof. Dr. Rudolf Gräf (60) lehrt Wirtschaftswissenschaften und Geschichte an der Klausenburger Babeş-Bolyai-Universität. Zudem amtiert er seit 2008 als Prorektor. Im Gespräch mit ADZ-Redakteur Philipp Hochbaum äußert er sich über die aktuellen Studienbedingungen, das Verhältnis zwischen Universität und Bildungspolitik und die Organisation der deutschsprachigen Studienrichtung.


Die Regierung hat kürzlich ein Förderprogramm beschlossen, mit dem die Zahl der Schulabbrecher vor dem Abitur verringert und die Zahl der Einschreibungen an den Fakultäten erhöht werden soll. Steht bei Universitätsstudien künftig eher die Masse anstelle der Klasse im Vordergrund?

Solche Förderprogramme sind schon lange und nicht nur bei uns im Gespräch. In einigen Ländern werden sie auch mit Erfolg eingesetzt. Es hängt aber davon ab, für wen sie gedacht sind. Zielgruppe müssen junge Menschen sein, sie müssen die Chance haben, ihre Zukunft zu gestalten. Das heißt aber längst nicht, dass jeder Abitur machen und studieren muss, sondern dass er oder sie ihren Fähigkeiten gemäß eine Ausbildung bekommt, um die Herausforderungen des Lebens meistern zu können. Allerdings sollte ein ordentliches Abitur die Voraussetzung für ein gutes Studium sein. In Rumänien sollte die adäquate Vorbereitung auf das Abitur für zukünftige Studierende im Mittelpunkt stehen. Die Universitäten sollten in erster Linie diejenigen Abiturienten annehmen, die studieren können und wollen.

Wenn eine solche Maßnahme aber als Notrettung für die vielen privaten oder nicht privaten Universitäten gedacht ist, die in zahlreichen Städten des Landes gegründet wurden und während der letzten Jahre massiv Studenten verloren haben – nicht nur durch den demografischen Rückgang –, dann sollte man dies vernünftig und vorsichtig angehen. Man sollte den zukünftigen Studierenden nichts vormachen und sich nicht als „Retter in der Not“ präsentieren. Es gibt Interessengruppen, die eher an sich selbst als an  die Bedürfnisse der jungen Leute denken. Es ist unmoralisch, große Gruppen einer Generation irrezuführen. Stattdessen sollte man vielleicht einen stärkeren Akzent auf eine gute und solide Berufsausbildung legen – die Wirtschaft ist Zeuge, welche Katastrophe die Abschaffung der Berufsschulen mit sich gebracht hat. Den Anforderungen im Industrie- und Dienstleistungssektor muss wieder mehr entsprochen werden.

Erste Schritte werden ja schon mit den Projekten der Dualschulen gemacht. In diesem Zusammenhang könnte man dann überlegen, wie man mit dem Thema umgeht und an gut ausbildende Fachhochschulen denken.

Wenn andererseits frisch-gebackene Absolventen später an der Supermarktkasse sitzen, dann ist dies schade um die geistige und finanzielle Investition. Sollte sich das Studium zu einem undifferenzierten Massenphänomen entwickeln, dann hat dies keine guten Auswirkungen auf das Bildungssystem und auf die kulturelle Entwicklung im Allgemeinen. Schlechte Entscheidungen in der Bildungspolitik wirken sich auf ein Land schlimmer aus als jene in der Wirtschafts- oder Verteidigungspolitik, denn sie gehen diesen voraus und machen sie möglich.

Was sind unter diesen schwierigen Umständen aus Ihrer Sicht momentan die größten Herausforderungen für die Studierenden?

Für die meisten Studierenden sind die Herausforderungen sicherlich finanzieller Art: Sie müssen arbeiten, um sich über Wasser halten zu können. Allerdings lassen sich Arbeit und Studium nur schwer in Einklang bringen. Hilfe ist notwendig, aber nicht dadurch, indem man die Standards senkt. Dieses Problem sehe ich nicht nur hier in Klausenburg. Ein ganz anderes Problem ist jedoch auch der bewusste Umgang mit Informationen: Es gibt heute unzählige Möglichkeiten, um an Wissen zu gelangen – das ist sicherlich ein Vorteil, doch die Studierenden müssen den eigenverantwortlichen Umgang mit der Informationsfülle lernen. Diese kann nicht wie im Supermarkt ohne genaue Betrachtung im Einkaufswagen landen oder einfach halbgar aufgenommen werden – der Studierende muss hierfür lernen, selbstständig zu denken.

Der Bildungssektor unterlag zuletzt mehreren Gesetzesänderungen. Zudem gab es politische und personelle Richtungswechsel. Inwiefern hatten diese Auswirkungen auf den Lehr- und Forschungsalltag?

Die ständigen Veränderungen im Bildungswesen in den vergangenen Jahren waren äußerst unproduktiv. Seit 1990 gab es etwa 20 Bildungsminister, die die Gesetzgebung 60-mal geändert haben – Kontinuität sieht anders aus. In der Tat wurde eine Reihe von Reformen durchgeführt, aber davon wurde keine einzige richtig umgesetzt. Alle Reformen wurden nach einem personellen Wechsel geändert oder durch andere Maßnahmen ersetzt – für das Hochschulwesen war das äußerst schwierig, und es gab Auswirkungen auf den Lehralltag. Die Erfahrung des Lehrkörpers, sowohl im Gymnasial- wie auch im Hochschulwesen, konnte die strukturellen Unsicherheiten einigerma-ßen abfedern.

Welche Erwartungen haben Sie an die Bildungspolitik? Wo besteht Besserungsbedarf?

Die Bildungsminister müssen verstehen, dass jeder einzelne von ihnen nacheinander dasselbe Land mitregiert, und dass sie eine Kontinuität schaffen müssen. Egal welche Parteien an der Regierung sind – das gesamte Hochschulwesen muss ein langfristiges Ziel haben. Zudem benötigen wir eine Evaluierung und eine Klassifizierung der Universitäten nach ihren Leistungen sowie eine langfristige Planungssicherheit für den Lehrkörper. Dies hat das Gesetz von 2011 erreicht, wurde aber von den nachfolgenden Regierungen zunichte gemacht, sodass man nun von der Notwendigkeit eines neuen Bildungsgesetzes spricht. Außerdem muss die rumänische Gesetzgebung an das EU-Recht angepasst werden. Und noch etwas, was von der Politik immer als lästig verdrängt wird: Wissen Sie, was ein frischgebackener Gymnasiallehrer oder ein junger Forschungsassistent verdienen? Oder mit welcher Rente die Lehrer ihren Ruhestand meistern müssen? Man kann die Ziffern vor Scham nicht sagen.

So lange der soziale Status des Lehrers und Professors – unterstützt durch einen anständigen Lohn – nicht geregelt wird und die Regierungen und Parlamente immer nur für ihre Mitglieder und für die militarisierten Institutionen „Sonderrenten“ oder „Sonderzuschüsse“ finden und genehmigen, ändert sich nichts und man redet umsonst von der strategischen Bedeutung des Bildungswesens. Denn, ja, man findet die Gelder für Sicherheit und Verteidigung, was absolut normal ist, jedoch gibt es bald nichts mehr zu verteidigen, wenn sich diese Einstellung nicht ändert.

Hochschulabschlüssen wird ein hoher Stellenwert zugeschrieben. Haben die Plagiatsvorwürfe der letzten Jahre und Monate dem Ansehen von Promotionsstudien nachhaltig geschadet?

Letztendlich ist es egal, wo sich die Fälle ereignen – dies geschah und geschieht in allen Ländern. Vorrangig schaden sie der jeweiligen Person. Mir ist aber kein Fall bekannt, dass ein Doktorand Nachteile erfahren hat oder die Qualität seines rumänischen Abschlusses angezweifelt wurde. Dennoch – dem Ansehen der Universitäten tun diese Fälle garantiert nicht gut, es sei denn, die Universität reagiert schnell und korrekt. Wir hatten zum Glück bis jetzt nur wenige Fälle, in denen die Universität aber auch sofort reagiert hat.

Welche Kontrollmechanismen könnten eingesetzt werden, um derartiges zu verhindern?

Die sind in den einzelnen Fakultäten unterschiedlich. Es gibt Programme, um Plagiate zu entdecken. In erster Linie sollte jedoch die Doktorarbeit sorgfältig geprüft werden – hierfür darf ein Professor jedoch nicht überlastet sein. Das Gesetz von 2011 hat die Anzahl der Doktoranden, die er gleichzeitig betreuen kann, auf acht beschränkt, danach wurde die Bestimmung der Zahl den Universitätssenaten überlassen. In erster Linie muss jedoch der Promovierende die Verantwortung tragen: Durch seine Erklärung, eine Arbeit nach wissenschaftlichen Standards einzureichen, versichert er, sich an die Regeln der Forschung zu halten. Doch auch der Doktorvater oder die Doktormutter stehen in der Verantwortung.

Die Plagiatsfälle wurden international bekannt. Streben nun weniger ausländische Studierende an der Babeş-Bolyai-Universität einen Abschluss an?

Nein, deren Zahl ging nach den Plagiatsvorwürfen, die in der rumänischen Öffentlichkeit kursierten, nicht zurück. Aus dem deutschsprachigen Ausland beispielsweise haben wir momentan etwa zwanzig immatrikulierte Studierende, die bei uns deutschsprachige Studiengänge besuchen. Wir möchten diese noch bekannter machen. Weitaus mehr deutschsprachige Studierende nehmen jedoch als Erasmus-Studenten unser Lehrangebot wahr.

Welche deutschsprachigen Studiengänge gibt es momentan an der Universität?

Momentan bieten wir Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Geografie, Germanistik, Europastudien, Biologie, Erziehungswissenschaften, Journalismus und Medienwissenschaften an. Wir können aber auch Unterricht auf Deutsch in Chemie und Physik anbieten. Wir haben etwa 800 Studierende an der deutschsprachigen Studienrichtung. Wir möchten die Plätze auch in Zukunft konstant besetzen. Dabei muss man sagen, dass der rumänische Staat den Unterricht in der Sprache der Minderheiten durch eine präferenzielle Finanzierung massiv unterstützt.

Gibt es eine Zusammenarbeit mit deutschsprachigen Einrichtungen in der Stadt?

Unsere Universität hat das umfangreichste deutsch-sprachige Programm in Südosteuropa, und dadurch hat die deutsche Studienrichtung auch ein umfangreiches Lehrpersonal. Daraus ergeben sich in der Region und im Umfeld der Universität viele Ansatzpunkte. Einige Einrichtungen sind an die Uni gebunden, und mit anderen besteht allein schon durch die räumliche Nähe eine enge Kooperation – etwa mit der Österreich-Bibliothek „Bernhard Stillfried“, die in Kooperation mit dem österreichischen Außenministerium eingerichtet wurde und mit Hilfe des österreichischen Staates ihren Bestand jährlich erweitert, mit dem Deutschen Kulturzentrum, das vor Kurzem den Status eines Goethe-Zentrums bekommen hat, oder dem Institut für deutschsprachige Lehre und Forschung, welches von Mitgliedern unserer Universität betrieben wird. Auch das Demokratische Forum der Deutschen in Klausenburg ist für uns ein guter Ansprechpartner.

Wie gestaltet sich die Kooperation mit deutschen Firmen aus Klausenburg und Umgebung?

Wir haben eine gute Kooperation mit dem Deutschsprachigen Wirtschaftsclub Nordtransilvanien. Besonders gut arbeiten wir mit EBS zusammen: Das Unternehmen fördert die deutschsprachigen Studiengänge durch Stipendien und Praktika oder durch das Sponsoring von Veranstaltungen seit Jahren, und in Daniel Metz haben wir seit einem Jahrzehnt den verlässlichsten Partner. Viele unserer ehemaligen Studenten haben ihren Weg in das Unternehmen gefunden. Darüber hinaus haben EBS, Porsche und MHP den deutschsprachigen Informatik-Studiengang gefördert. Ebenso haben wir sehr gute Beziehungen mit Eon Gaz, aber auch mit vielen anderen Unternehmen aus Deutschland und Österreich. Die Firmen bieten Praktika an, und viele Absolventen haben dort ihre Karriere begonnen. Zudem möchten wir einen Beirat für die deutschsprachigen Studiengänge einrichten, der sich aus Vertretern von Unternehmen und Diplomaten zusammensetzen und die Studienrichtung in ihrer Gesamtheit unterstützen soll.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Einbettung der Universität in europäische Förderprogramme wie POSDRU gemacht? Was waren die größten Vorteile, und was hätte besser gemacht werden müssen?

Die EU-Fonds waren und sind eine große Hilfe und Herausforderung. Wir waren der größte Abnehmer von EU-Förderungen – allein von 2008 bis 2013 standen durch das POSDRU-Programm rund 100 Millionen Lei zur Verfügung. Dies war wie Sauerstoff für unsere Studierenden, Promovierenden und Postdocs. Ich selbst habe fast alle Doktorats- und Postdoc-Programme an unserer Universität seit 2007 koordiniert.

Die Höhe der Förderung ermöglicht es den Stipendiaten, ohne materielle Sorgen zu studieren, zu forschen und ihre zukünftige akademische und wissenschaftliche Karriere vorzubereiten. Problematisch waren die Unterbrechungen der Zahlungen an die Universität, die dann selbst einspringen musste. Zum Glück konnte die Universität dies tun. Es gab Zeitpunkte, zu denen die Uni bis zu 16 Millionen Euro vorgestreckt hat, die wir zum Glück wiederbekommen haben. Man hätte einen direkteren Weg für die Mittel finden müssen, ohne drei Ministerien einzubeziehen. Die Einbindung des Arbeits-, Finanz- und Bildungsministeriums hat den Prozess erheblich behindert. Künftig wird in vergleichbaren EU-Förderprogrammen zum Glück nur noch das Bildungsministerium einbezogen.

Was würden Sie abschließend als größten Fortschritt der Babeş-Bolyai-Universität in den vergangenen Jahren bezeichnen und wo sehen Sie deren nächsten Ziele?

Zum einen hat sich die EU-Förderung extrem positiv auf die Universität ausgewirkt. Sie war für uns enorm wichtig, um Doktoranden und Postdocs das Studium und die internationalen Mobilitäten zu sichern und um Forschungsprogramme abzuwickeln. Wir haben Angestellte und Doktoranden, die in Prestigezeitschriften wie „Nature“ veröffentlichen, die Mathematik besetzt eine Spitzenposition, die wissenschaftliche Produktion ist wesentlich angestiegen, unsere Professoren, wissenschaftlichen Mitarbeiter, Doktoranden und Postdocs sind an internationalen Tagungen gefragt, wir selbst organisieren solche – die Dinge verlaufen meines Erachtens „normal“.

Künftig wollen wir die deutschsprachige Studienrichtung weiter konsolidieren und festigen, damit diese nicht allzu sehr von den leitenden Personen abhängt. Sie muss so attraktiv werden, dass sie permanent genügend Studierende hat und durch ein hohes Ausbildungsniveau Eigenwerbung betreibt. Was die Zukunft der Universität betrifft, so soll sie im europäischen Rahmen eine  attraktive Eliteuniversität werden. Sie muss sich im Geflecht von Fonds, Bildungsprogrammen und zeitgemäßen Master- und Doktoratsstudien zurechtfinden. Zudem muss sich die Beziehung zwischen Studierenden und Lehrenden neu entwickeln. Beide Seiten müssen sich bewusst sein, dass sie voneinander profitieren.

Kommentare zu diesem Artikel

Ottmar, 13.05 2015, 12:20
Dan noch etwas zu meinem Verdienst. Ich verdiene in Geld genau so viel wie ich leiste(Basis Deutschland). Nicht mehr und nicht weniger. Wie das bei einem Rumänischer Ingenieur ist weiß ich nicht ich kann es aber einmal an einem Beispiel aufzeigen welches Gehalt ich hätte, wenn ich mit einer vergleichbaren Leistung bezahlt werden würde. Dies könnte für Professor Gräf ein erster Ansatz einer vollständigen mathematischen Induktion für die Berechnung der Gehälter von rumänischen IT-Ingenieuren sein.. Ansatz: . Durch IT-Ingenieure wie ich einer bin, benötigt man in Deutschland für eine KFZ-Zulassung 15 Minuten. Das IT System das die rumänischen Ingenieure in Rumänien installiert haben, führt zu einer KFZ Zulassung von 6 Arbeitstagen. 6 Arbeitstage sind 6*8*60 = 2880 Minuten. Teilt man diese 2880 Rumänischen Minuten durch die 15 Deutschen Minuten, dann kommt man auf den Faktor 192 um den ein Deutscher IT-Ingenieur besser ist als ein Rumänischer IT-Ingenieur. Wenn nun ein rumänisch verbeamteter Diplom Informatiker sagen wir netto 600 EURO Salär hat , müsste ich als Deutscher IT-Ingenieur vergleichsweise bei selbiger Leistung 600 * 192 = 115200 EURO netto verdienen. Definitiv dieses Gehalt bekomme ich nicht. Vielleicht liest das der Professor Gräf so er des Dreisatzes mächtig ist und kann die Zahlen ja einmal bewerten.
Ottmar, 13.05 2015, 11:56
Dan ich schau nicht auf Leute herab. das ist wieder so eine rumänische Scheiß-Phrase um eine nicht vorhandene Arbeitsleistung zu entschuldigen. Dan. ich verlange einfach nur eine professionelle Erledigung einer von mir gestellten Aufgabe/Arbeit. Warum hat EON seinen Online IT-Support nicht nach Cluj sondern nach Sofia outgesourced?. Weil es im Online Betrieb auf Leistung und ordentliches arbeiten ankommt. Da kann ein Professor noch so viel schwafeln. In Rumänien bekomme ich nur billig aber keine Qualität. Dan wenn ich es billig will lasse ich es in Rumänien produzieren, wenn ich Qualität benötige lasse ich es in Bulgarien oder daheim in Deutschland durchführen. Warum kommt aus Rumänien wohl kein guter Schachspieler oder guter Mathematiker, aber aus Bulgarien kommen sehr wohl viele experten .Bestes Beispiel in dieser Diskussion ist die ach so perfekte Einführung der rumänischen IT Gesundheitskarte durch in Cluj ausgebildete Diplom Informatiker. In Deutschland erledigen das DV-Kaufleute ohne Diplom Studium an einer Universität. Reden kann der Professor aus Cluj ja wie das jeder Rumäne tut wenn er über Arbeit spricht nur : Das negative Ergebnis spricht r Bände.
Skeptikus, 12.05 2015, 09:29
Es ist einiges richtig und einiges falsch, was hier kommentiert wird. Die Korruption gibt es freilich auch an den Universitäten. Das Hauptproblem im rumänischen Bildungswesen ist das völlige Fehlen einer beruflichen Lehre und Berufsfachschule (duales System) und dem Handwerkerethos! Es werden tausende von Akademikern "produziert", die keinen adäquaten Job finden. Ja ich kenne Studenten and der ASE, die keinen Satz Englisch sprechen können und daher bei mir die Wohnung putzen. Klausenburg ist ein Lichtblick in der rumänischen Universitätslandschaft und Herrn Prof. Gräf kann man nur zu seinem herausragenden Leistungsausweis für diese Universität gratulieren! So eine Persönlichkeit müsste man zum Bildungsminister auf Lebzeiten ernennen. Aber davor hat der Herr Plagiator und ehemaliger Universitätsdozent in Bukarest wohl Angst!
dan, 09.05 2015, 09:18
Otmar,

Ihre Einstellung ist nicht hilfreich bei Ihrer Arbeit bzw. Aufenthalt in Rumänien: Von oben herabschauen auf die "dummen" rumänischen Ingenieure etc.
Ebenso sehen Sie hier im Artikel auf rumänische Hochschulprofessoren herab, obwohl Sie dazu nicht die Kompetenz haben.

Ich weiß nicht, wie lange Sie sich schon in Rumänien beruflich betätigen.
Doch vergessen Sie nicht, daß Sie ein Vielfaches von dem verdienen, was Ihre "dummen" Ingenieure als Mitarbeiter bzw. die Durchschnittsrumänen verdienen.
Und haben Sie noch nicht gelernt, daß das Beamtensystem für Gesundheitskasse etc. zuständig ist, und nicht Privatfirmen oder Ingenieure?

Evtl. können Sie mehr Erfolg haben, wenn Sie mehr Empathie hätten.
Doch daran scheint es Ihnen zu fehlen.
Vielleicht sind Sie dann in Rumänien falsch, für Ihren Arbeitgeber und auch für sich selbst.
Gehen Sie doch zurück dahin, wo alles besser ist!!
Ottmar, 07.05 2015, 15:46
Dan noch etwas. Die Qualität rumänischer IT-Ingenieure zeigt sich doch am besten in der Praxis. Siehe den ADZ-Bericht Einführung der Gesundheitskarte zum 1. Mai in Rumänien. Es nützen alle EU- Förderprogramme nichts, wenn man sich in Rumänien die Abschlüsse an Unis kaufen kann. Der Beweis folgt dann sofort wenn man sich die Arbeitsergebnisse der Rumänen anschaut. Ich sage nur eine KFZ-Anmeldung: In Deutschland 12 Minuten in Rumänien 6 Arbeitstage. Das nennt der rum. Professor wohl effektives Arbeiten nach dem Studium
Ottmar, 07.05 2015, 15:36
Dan ich gehöre keinem rumänischen Lehrkörper an, ich schlage mich aber täglich mit Elektroingenieuren aus Rumänien herum, die teilweise nicht einmal die Kirchhoffschen Regeln der Stromverteilung beherrschen. So viel zur Qualität rumänischer Universitäten. In Deutschland hat ein gelernter Heizungsbauer mehr Ahnung als ein studierter rumänischer Maschinenbauingenieur der Versorgungstechnik!
dan, 07.05 2015, 10:39
Und Herr Ottmar hat wohl eine Ahnung?
Gehören Sie seit 40 Jahren einem Universitätslehrkörper an, sind Sie Professor?

Oder warum beschimpfen Sie Herrn Prof. Gräf?

Pontas Dissertation hat gar nichts mit der Uni Klausenburg zu tun, wo Herr Prof. Gräf tätig ist.

Die dumme Modeerscheinung, daß Politiker einen Doktortitel brauchen (warum wohl, haben die Minderwertigkeitskomplexe?)wurde aus dem Westen übernommen.
Genauso wie das Infragestellen jedes Dr.Titels eines Politikers von seiten der Opposition.
Alles nur Mode-Zirkus, für den Konsumenten, der sonst nichts Besseres zu tun hat, als diesen zu verfolgen oder sich darin sogar reinzusteigern.
Ottmar, 06.05 2015, 18:22
Prof. Dr. Rudolf Gräf hat wohl keine Ahnung über die Qualität von Dissertationen ausserhalb Rumäniens. Sonst würde er nicht so einen Mist bezüglich Dissertation in Rumänien von sich geben. Stichwort wo bleibt denn die Beurteilung von Dr. Pontas Dissertation
dan, 06.05 2015, 09:25
Ein hilfreicher, umfassender und guter Überblick über die Situation im rumänischen Bildungswesen, was nicht nur die Schüler, Studenten sondern auch die Lehrer, Professoren betrifft.

Prof. Gräf zeigt auch auf, daß die Politiker und die Regierungen bisher der Bildung und damit der Qualifikation der zukünftigen Steuerzahler wenig bis keine Bedeutung zustehen. Wohl aber bezahlt die Politik und Regierung gerne hohe Renten und Beiträge an ehemalige politische Würdenträger, Militärangehörige.

Daraus resultiert die Frage, ob Rumäniens Politikern Militär und Staatsbeamte, die nichts mit den Steuerzahlern zu tun haben, wichtiger sind, als die zukünftigen Steuerzahler?

Niemand kann Steuern zahlen, wenn er/sie arbeitslos ist oder unqualifiziert.
Doch die Politiker haben es bisher versäumt, das Notwendige für die Bildung ihrer Bürger zu tun.
Es gibt deswegen zu viele Studiumsabsolventen von Privatunis mit einem Diplom ohne Wert und Anerkennung in der Wirtschaft, und zu wenig qualifizierte Absolventen. Es fehlen überall die Facharbeiter, und deswegen ist der Pfusch und die Unzuverlässigkeit meist an der Tagesordnung, wenn es um Handwerksarbeiten oder Facharbeiten geht.
Und solange fast alle Lehrer, Professoren Meditatii d.h. Nachhilfen geben müssen, um über die Runden zu kommen, leidet eben auch der Schulbetrieb darunter.
Das alles ist seit Jahrzehnten den Regierungen bekannt.... die in Richtung Bildungspolitik aber komplett versagt haben.

Für den ehemaligen Lehrer Klaus Johannis wäre die Bildungspolitik ein weites Feld, wo er sich schnell durch sein Engagement Meriten verschaffen könnte.

Was Klausenburg betrifft, fehlen leider in deutscher Sprache die Primarschulen sowie ein entsprechendes Lyzeum...
Oder bin ich falsch informiert?

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