Wasserkraftwerksrenovierungen abgeschlossen

CEZ Romania schließt im Banater Bergland 30-Millionen-Euro-Investition ab

Dienstag, 07. Januar 2014

Das Wasserkraftwer Grebla in der Reschitzaer Oberstadt gehört zu den schönsten Industriedenkmälern Rumäniens. Leider sind bei seiner Rundumerneuerung die industriehistorisch wertvollen Ausstattungen vom Anfang des 20. Jahrhunderts bisher nicht in adäquatem Rahmen und Raum konserviert worden. Foto: Zoltán Pázmány

Reschitza – In einer Art Bilanz-Kommuniqué teilte die Leitung der Rumänien-Filiale des tschechischen Energie-Großproduzenten CEZ mit, dass auch die Überprüfungen und Probeläufe der rundumerneuerten vier Wasserkraftwerkskaskaden am Bergstock des Semenik termingerecht beendet wurden. Damit gehört „TMK Hydroenergy Power“ – CEZ hat beim Kauf vor zweieinhalb Jahren die Bezeichnung beibehalten, die von den russischen Besitzern des Reschitzaer Stahlwerks für dessen Stromerzeugungssektor verwendet wurde – mit seinen vier (nach heutigen Begriffen) Kleinwasserkraftwerken zu den modernen Energieerzeugern Rumäniens, die erneuerbare Energie verwenden, mit einer geplanten Leistung von insgesamt 20 Megawatt. Neben einer Leistungssteigerung von (einstweilen erhofften) rund 20 Prozent soll die (unter Umweltschützern nicht unumstrittene) Rundumerneuerung auch diverse soziale Benefizien bringen.

Die nicht gerade billigen Erneuerungsarbeiten haben im Sommer 2012 begonnen, indem zuerst der obere Stausee von Franzdorf/Văliug (Gozna) komplett geleert wurde und das tschechische Unternehmen, das die gesamten Renovierungsarbeiten koordinierte und teilweise mittels Unterverträgen durchführte, an die Generalüberholung des zu Beginn der 1960er Jahre errichteten Staudamms schritt.

Schon damals gab es vehemente Proteste der Umweltschutzverbände „gegen die brutale Vernichtung der binnen einem halben Jahrhundert in 700 Meter Seehöhe gewachsenen neuen Biotope“. An die Spitze der Protestbewegung setzte sich die Orawitzaer GEC Nera – ohne allerdings CEZ Romania merklich zu beeindrucken. Diese hatte sich mittels (leichtfertig oder interessiert vergebenen?) Genehmigungen seitens der Karasch-Severiner Umweltschutzbehörde gewappnet.

CEZ Romania erklärte damals: „Es handelt sich um ein bisher beispielloses Erneuerungsprojekt in der Geschichte des rumänischen Energiewesens. CEZ Romania investiert in diese Arbeiten rund 30 Millionen Euro. Dass die Kleinkraftwerke retechnologisiert werden müssen ist eine Folge des hohen Abnutzungsgrads der Anlagen, die teilweise vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammen und nahezu ununterbrochen in Betrieb waren. Eine weitere Nutzung könnte unliebsame Folgen auf die Umwelt bewirken. Das Retechnologisierungsprojekt haben wir aufgrund eines Vertrags zur schlüsselfertigen Übergabe an einen tschechischen Generalunternehmer vergeben, das viel Erfahrung hat in diesem Bereich.“

Dieses Unternehmen, hieß es jetzt, habe die Arbeiten termingerecht Ende November 2013 abgeschlossen. Die Retechnologisierung habe acht Bereiche betroffen: die vier Wasserkraftwerke Cr²inicel I und II, Breazova und Grebla, die wasserbaulichen Einrichtungen rund um den Bergstock des Semenik, die mittels Kanälen, Wasserschlössern, Pumpstationen und Druckrohren das gesamte Aufkommen des „Wasserturms des Banats“ – einer der Beinamen des Bergstocks des Semenik – in die Stauseenkette an der Oberen Bersau/Bârzava bündeln, die Umspannstationen Grebla (110 kW) und Stromleitungen LEA Anina (35 kW) und deren Anschluss ans 110-Kilowatt-Landesverbundnetz.

Der Abbau der alten Anlagen – mindestens zwei davon gehören faktisch und rechtlich zum technischen Kulturerbe Rumäniens – hat überraschenderweise weniger Proteste von Liebhabern der Industriearchäologie ausgelöst, als es verdienterweise zu erwarten war (oder im Falle der beiden Reschitzaer Hochöfen geschah, von denen einer vor dem Sprengen gerettet wurde – der seither vor sich hinrostet). Gründe dafür gibt es mehrere, aber darauf könnte gelegentlich noch eingegangen werden, obwohl es für einen entscheidenden Eingriff ohnehin zu spät zu sein scheint. Der Hunger der Stahlwerke und der Preis des Alteisens sind zu groß... .

Hingegen: „Die neuen Ausstattungen in den vier Kleinwasserkraftwerken erfüllen die Kriterien höchster Leistungsfähigkeit und schließen Turbinen, Generatoren, GIS-Module, automatische Schaltschränke und Trafos  sowie automatische Anlagen zur Wasserreinigung ein, die sämtlich aus Deutschland, Italien und Norwegen angekauft wurden. Der Generalunternehmer hat viele Aufträge an rumänische Subunternehmer vergeben, so dass CEZ Romania auch einen Beitrag geleistet hat zur Wirtschaftsentwicklung des Landstrichs. Ein weiterer Vorteil der Erneuerungsarbeiten ist, dass die von Deutschböhmen gegründeten Dörfer Wolfsberg/Gărâna und Weidenthal/Brebu Nou nun ans Landesverbundnetz angeschlossen und dass für den touristischen Raum Franzdorf/Crivaia und Semenik eine Reservestromerzeugung geschaffen wurde.

In der erneuerten Kraftwerkskette wurden bis Mitte Dezember 1,4 Gigawattstunden Strom erzeugt – womit sich allem Anschein nach die angepeilten Leistungsprognosen bestätigen.

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