Weihetag des römisch-katholischen Doms in Temeswar

Jubiläumsausstellung zum 280. Gründungsjahr eröffnet

Freitag, 15. April 2016

Das Weihefest des Hohen Doms zu Temeswar wurde Anfang April begangen.
Foto: Adrian Ardelean

Die römisch-katholische Domkirche zu Temeswar feierte vor Kurzem ihren Weihetag. Der Grundstein des imposanten Baus wurde vor 280 Jahren gelegt, 20 Jahre nachdem das Banat durch die Habsburger, angeführt von Eugen von Savoyen, von der osmanischen Herrschaft befreit worden war. Aus diesem Anlass wurde im Temeswarer Dom eine Jubiläumsausstellung eröffnet. Die römisch-katholische Kathedrale Temeswars wurde am 24. April 1803 geweiht, 67 Jahre nach der Grundsteinlegung, und war damals das bedeutendste Gotteshaus in der gesamten Region. Der Dom ist im barocken Stil gebaut und dem Heiligen Georg geweiht, den die christlichen Kirchen am 23. April feiern. Da dieser Tag oft in die Karwoche oder in die Osterwoche fällt, beschlossen die Bischöfe von Tschanad und Temeswar, dem Fest ein variables Datum, das vom Osterfest abhängig sein sollte, zuzuschreiben.

Seit dem Jahr 2000 wird das Weihefest des Doms am zweiten Samstag nach Ostern gefeiert. Priester und Gläubige aus den drei Erzdechanaten des Bistums, von Temesch, Marosch und Bergland, unternehmen an diesem Tag eine Wallfahrt zum Dom. Der Tag bietet den rumänischen, ungarischen, deutschen, bulgarischen, kroatischen, slowakischen und tschechischen Gläubigen aus den 73 Pfarreien der Diözese die Gelegenheit, sich mit ihrem Bischof zu treffen und die Kommunion im Glauben und Gebet zu feiern. In diesem Jahr lud der Temeswarer Bischof Martin Roos seinen Amtskollegen aus Großwardein/Oradea, den Bischof László Böcskey, ein, um den Festgottesdienst gemeinsam zu feiern. Die Heilige Messe wurde vom Chor und dem Orchester der Kathedrale unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Walter Kindl mitgestaltet.

Nach dem Pontifikalamt wurde in der Kathedrale eine Jubiläumsausstellung eröffnet, die dem 280-jährigen Bestehen der Domkirche gewidmet ist. Ausgestellt sind Objekte, Dokumente und Bilder, die aus dem geschichtlichen und liturgischen Erbe des Bistums stammen, so der römisch-katholische Bischof Martin Roos. „Die Ausstellung ist in zehn Kapitel strukturiert. Sie fängt mit einer Frage an: Was ist eigentlich eine Kathedrale? Von dieser Frage aus präsentiert die Ausstellung die Geschichte unseres Bistums und der Domkirche“, sagte der Archivar der Temeswarer Diözese, Claudiu Călin. Die Bauetappen und die Personen, die beim Bau der Domkirche eine Rolle spielten, werden ebenfalls dargestellt. „Es werden auch alte Objekte aus dem Tresor der Domkirche gezeigt, wie zum Beispiel die Monstranz des Wiener Meisters Josef Moser, sowie verschiedene Silberstücke und Dokumente aus dem Archiv des Bistums und des Domkapitels“, fügte Claudiu C²lin hinzu. Die Ausstellung bleibt bis zum 15. August geöffnet.

Das Fest des Schutzpatrons des Temeswarer Doms wird am 23. April gefeiert. Zu diesem Anlass besucht der Apostolische Nuntius in Rumänien und in der Republik Moldau, Msgr. Miguel Maury Buendia, die Diözese und zelebriert um 10 Uhr das Pontifikalamt im Dom. Am Sonntag danach besucht der Vertreter des Vatikans das Erzdechanat an der Marosch und zelebriert um 10.30 Uhr eine Heilige Messe in der Arader Minoritenkirche. Der Gesandte des Heiligen Stuhls besucht im Anschluss daran die jüngst sanierte Wallfahrtskirche Maria Radna bei Lippa/Lipova im Kreis Arad.

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