Weihnachtsfestessen von einst

Eine Sonderausstellung im Museum der städtischen Kultur

Montag, 24. Dezember 2012

Festtafel und Weihnachtsbaum, so wie sie vor rund 80 Jahren in wohlhabenderen Kronstädter Häusern ausgesehen haben.
Foto: der Verfasser

Pünktlich zur Adventszeit wurde im Museum der städtischen Kultur am Alten Marktplatz 15 eine Sonderausstellung eröffnet die etwas von der Stimmung des Weihnachtsfestes  in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts vermitteln will. Zu diesem Zweck wurde im Patrizierraum des Museums mit Hilfe mehrerer älteren Kronstädter Frauen ein für das Festessen gedeckter Tisch nachgestellt, sowie ein Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt, so wie er in wohlhabenderen Haushalten nach deutschem Vorbild vorzufinden war. Museumsdirektorin Dr. Ligia Fulga dankte anlässlich der Vernissage jenen Frauen die z.B. das Silberbesteck, die kostbaren Trinkgläser, das alte aber unbenutzt gebliebene Tischtuch oder die Servietten aus ihrem Bestand zur Verfügung stellten. Lediglich beim Geschirr handelt es sich um einen Ankauf des Museums bei einem Antiquitätenladen. Genannt wurden Lucia Bunaciu die der bekannten Mureşenilor-Familie entstammt, Steluţa Pestrea deren Eltern von Maria Baiulescu das Silberbesteck 1938 als Geschenk erhalten hatten, Viorica Gramatopol.

Beim Schmücken des Christbaums  war Edith Schlandt maßgeblich mitbeteiligt. Die besten und schönsten Teller, Gläser, Tischtücher sowie das nur bei besonderen Anlässen verwendete Besteck gelangten zu Weihnachten auf die  Festtafel. Das Festmenü, das Frau Bunaciu aus ihrer Kindheit kannte, beinhaltete eine Vorspeise mit Schweinefleisch-Spezialitäten, eine Knödelsuppe, Krautwickel, gebratener Truthahn mit Kartoffelpüree und Eingelegtes sowie Nusstorte als Nachspeise. Direktorin Fulga erläuterte kurz auch die Geschichte der Tanne als Weihnachtsbaum und ging auf die Symbolik der Äpfel und Nüsse als Weihnachtsschmuck ein. Den schönen Weihnachtsbaum im Museumssaal schmückten auch Lebkuchen-Figuren, Weihnachtsstern, goldfarbene Girlanden, Glöckchen, Tannenzapfen, in silberfarbenen  Papier verpackte Bonbons und vieles andere. Unter dem Tannenbaum sind allerhand Geschenkpakete gelagert, angepasst an die 1930-er Jahre (Spielsachen, Süßigkeiten-Kartons mit der Aufschrift des damaligen Kronstädter Herstellers Stollwerck, ein Zylinderhut, eine Schärpe mit Federn u.a.) Im Nebenraum in Glasvitrinen ausgestellt, sind andere Objekte (z.B. Schmucksachen, Brillen, Uhr) die damals als Weihnachtsgeschenke verschenkt wurden.

Dr. Fulga, die bei der Vernissage zusammen mit Vasile Oltean als Vertreter des Mitveranstalters, der Kreisrat Kronstadt, und mit Steluţa Pestrea auftrat, nutzte die Gelegenheit und rief die Kronstädter auf, fürs Museum weitere für die städtische Kultur und Zivilisation passende Gegenstände zur Verfügung zu stellen. Die Ausstellung die bis Februar offen bleibt, soll im nächsten Jahr  wenn möglich auch näher eingehen auf die Art und Weise wie die Feier, außer Festessen und Geschenkverteilung, begangen wurde. Der Weihnachtsbaum im Museum könnte zur Tradition werden, um vor allem den jüngeren Kronstädter Generationen etwas von weihnachtlichem Glanz und Stimmung von der Zeit ihrer Vorfahren zu vermitteln.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*