„Weinland ohne Weinberge“

Neuer Film aus der Reihe „Siebenbürgische Dorfportraits“ in Hermannstadt vorgestellt

Freitag, 18. Januar 2013

Projektkoordinatorin Prof. Ioana Creţu und Günter Czernetzky (2.v.l.) lobten die Studenten für ihre Arbeiten. Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - In der Filmreihe „Siebenbürgische Dorfporträts“ des  Filmemachers Günter Czernetzky erscheint in Kürze der sechste Teil. „In vino veritas – Weinland ohne Weinberge“ beschäftigt sich mit 13 Dörfern rund um Mediasch. Für das Projekt arbeitete Czernetzky zum vierten Mal mit der Journalismus-Fakultät der Hermannstädter Lucian-Blaga-Universität zusammen, in deren Räumen die Kurzfilme am Mittwoch vorgestellt wurden.

Wie bei den vorangegangen Projekten besuchten Studenten des ersten und zweiten Studienjahres des Departaments „Soziologie, Psychologie, Journalismus und Kommunikation“ der Fakultät für Humanwissenschaften mit der Kamera einstmals sächsische Dörfer. In diesem Fall drehten die Studenten in Almen/Alma Vii, Birthälm/Biertan, Bogeschdorf/Băgaciu, Bulkesch/Bălcaciu, Durles/Dârloş, Hetzeldorf/Aţel, Langenthal/Valea Lungă, Meschen/Moşna, Mortesdorf/Motiş, Großprobstdorf/Târnava, Reichesdorf/Richiş, Kleinschelken/Şeica Mică und Seiden/Jidvei.

Aus dem entstandenen Material entstanden drei- bis fünfminütige Kurzfilme. Deren Duktus ist wie auch in den vorangegangen recht einseitig: „Früher mit den Sachsen war alles besser“, „Heute leben andere Leute hier, die nicht arbeiten und stehlen“, „Mit den Sachsen verschwanden auch die Weinberge“. Die Studenten fanden aber auch einige positive Beispiele, wie den ausgewanderten Bogeschdorfer Sachsen, der im Heimatdorf ein Weingut aufbaut, das Beispiel des rumänischen Investors, der das Weingut „Jidvei“ wieder zum Leben erweckt hat oder den redegewandten Reichesdorfer Kurator Johann Schaas.

Wie bei den Vorgängerfilmen hätte man sich eine genauere Anleitung der Studenten durch die Verantwortlichen gewünscht oder die Produktion durch Studenten älteren Semesters. Die Kurzfilme porträtieren in den meisten Fällen nicht die Dörfer, sondern zeigen in oft langatmigen Sequenzen willkürlich ausgewählte Bewohner, die vor der Kamera wenig Erhellendes oder Interessantes zur jeweiligen Dorfsituation berichten. Mit Videojournalismus, der den Studenten beigebracht werden soll, haben diese Aufnahmen recht wenig zu tun. Dies gilt umso, als dass das Video von Koordinator Czernetzky zum Preis von 15 Euro verkauft werden wird, und die Käufer vermutlich anderes erwarten.

Am interessantesten sind vermutlich die Bonusmaterialien, die auf einer zweiten DVD beiliegen. Zusammengestellt wurden Ausschnitte aus anderen Filmen, darunter „Schönau – Ein Dorf fährt heim“ (Bernhard Ebner 2007), „Wunden“ (Bericht aus Reichesdorf, Günter Czernetzky 1994), „Mein Dorf, meine Kirche, meine Geschichten“ (Mioritics, 2011), „Ein Siebenbürger auf dem Weg“ (Stefan Elefteriu, Nicky Langa, Hansotto Drotloff, 2012) und Aufnahmen vom Heimattreffen in Mortesdorf (Martiana Rus 2012).

Laut Czernetzky wird die Reihe in den kommenden vier Jahren fortgesetzt. In diesem Jahr sind Filmaufnahmen im Krautwinkel im Fogarascher Land geplant, 2014 im Repser Gebiet, 2015 im Großraum Schäßburg/Sighişoara und 2016 im Reener Ländchen. Finanziert wurde das Projekt mit Unterstützung des Hauses des Deutschen Ostens (HDO) München und des Instituts für Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) München.

Kommentare zu diesem Artikel

hosmok, 04.02 2013, 17:37
nach Jammertal Harbachtal nun Jammertal Kockeltal.... Die Fehler im ersten Film werden in diesem wiederholt... "Frueher mit den Sachsen war alles besser" - Bei der Filmgestaltung zumindest ist die Aussage unzutreffend.
Joachim Cotaru, 19.01 2013, 14:52
...vielleicht ist ja dann in vier Jahren endlich Schluss mit diesem öden Material. Die Hoffnung lebt!

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