Weinmesse: Jubiläumsauflage mit Abstrichen

Branche fuhr trotz guter Ernte einen Sparkurs

Sonntag, 28. April 2013

Viele standen noch Schlange, beim Kosten, andere nahmen sich auch eine Flasche mit nach Hause. Seit der Temeswarer Weinmesse 2013 ist auch ein Online-Shop mit Weinen aus Bulgarien und Chile eine Alternative für Weinliebhaber.

Cristian Muntean vom Mittel- und Osteuropazentrum Rheinland-Pfalz stellte zum ersten Mal fünf Weinsorten aus der deutschen Weinregion vor. Die Weinmesse sei auf Interesse gestoßen, sagte Cristian Muntean und wies auf eine bereits eingegangene Bestellung für rheinland-pfälzische Weine hin.

45 Aussteller waren beim zehnten Weinsalon VINVEST in Temeswar dabei. 20 Teilnehmer waren Weinhersteller, weitere fünf sind im Bereich der Einfuhr von Weinen tätig. Die Zahl der teilnehmenden Weinproduzenten ist gegenüber dem vergangenen Jahr zurückgegangen und die Veranstaltungen am Rande des Events waren diesmal spärlicher. Trotzdem sind an den zweieinhalb Tagen der Veranstaltung etwa 7800 Besucher in den Salon im Regionalen Geschäftszentrum CRAFT in Temeswar gewesen. Kostspielige Messestände fehlten diesmal, bei den Kochshows war die „Show“ meist gar nicht vorhanden und dass sich die Veranstalter bemüht hatten, den Ausstellungsraum trotz der weniger gewordenen Teilnehmer zu füllen, war nicht zu übersehen.

An der Produktion hat es scheinbar nicht gelegen, dass sich einige Winzer zur Beteiligung nicht  durchgerungen haben: „Die Erträge waren 2012 überdurchschnittlich gut“, hatte der ADZ vor einigen Wochen einer der großen Weinproduzenten gesagt. Aber vielleicht ist man auch an dem Punkt angelangt, den die Direktorin des Veranstalters, Lucia Pirvu, bereits vor etwa zwei Jahren angedeutet hatte: „Wir werden auch in der kommenden Zeit unseren jährlichen Weinsalon in Temeswar veranstalten, aber irgendwann werden wir ihn auch aufgeben“. Wer in den vergangenen Jahren auf den Verkauf vor Ort oder auf einen folgenden Absatzboom bedacht war, kam möglicherweise nicht mehr, da sich scheinbar nach solchen Veranstaltungen keine Verkaufsschlager einstellten. „Ich habe nur Kosten gehabt, eine Rentabilität war weniger zu spüren“, sagte ein Produzent, der einige Jahre lang aus der Sathmarer Gegend nach Temeswar zur Weinmesse gekommen war, aber dann  auf seine Beteiligung verzichtete.

Sicher gibt es auch solche, die erkennen, dass man im Banat keinen Verkaufsboom in Sachen Weinabsatz haben kann, wo doch ein ganz großer der Branche wenige Kilometer von Temeswar angesiedelt ist, und im Kreis Arad so etwas wie eine Weinstraße zumindest dem lokalen Konsumenten ausreichend Alternativen liefert.
Dass sich die Weinernte und -produktion aus dem vergangenen Jahr durch-aus zeigen lassen konnte, stellt der nationale Wettbewerb der Weine und Alkoholika unter Beweis: Von den 120 in den Wettbewerb eingeschriebenen Weinproben vertrauten viele Kellereien den „jungen Weinen“. So holte auch ein Chardonnay von 2012, ein Weißwein aus der Kleinstadt Rekasch bei Temeswar, in seiner Kategorie den großen Preis, bei den Rotweinen setzen die Verkoster auf einen Wein von Budureasca aus dem Jahr 2011. Bei den Branntweinen gewann ein Getränk von Vincon Vrancea aus dem Jahr 1978 den großen Preis. Vergeben wurden insgesamt 21 Gold- und 21 Silbermedaillen.

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