Weißer Palast – Dunkle Geschichte

Eine umfassende Sanierung des Brukenthalmuseums ist dringend notwendig

Mittwoch, 04. März 2015

Der Museumsdirektor Sabin Luca stellte die Kampagne „White Palace – Dark History“ vor.

Den einarmigen Atlanten schützt nun ein überdachtes Gerüst vor Wind und Wetter.
Fotos: Vlad Popa

Hermannstadt – Die Werbekampagne „White Palace – Dark History“ ließ Sabin Luca, der Manager des Hermannstädter Brukenthalmuseums, im Rahmen einer Pressekonferenz   am Montag offiziell anlaufen.
Das Brukenthalpalais, eines der wichtigsten Hermannstädter Baudenkmäler, wurde in den mehr als 200 Jahren seines Bestehens als Museum noch nie renoviert. Weil sich die notwendigen finanziellen Ressourcen für eine umfassende Sanierung des Gebäudes bis dato nicht haben finden lassen, startet die Verwaltung der Einrichtung nun eine eigene Werbe- und Spendenaktion.

„Eine meiner Unzufriedenheiten sowie der Mannschaft mit der ich zusammenarbeite ist, dass es uns in den neun Jahren unserer Tätigkeit hier noch nicht gelungen ist, ein Sanierungsprogramm anlaufen zu lassen. Es gelingt uns vor allem aus bürokratischen Gründen nicht, weil wir die zuständigen Entscheidungsträger, welche auch über die notwendigen finanziellen Ressourcen beschließen, nicht ausreichend sensibilisieren können. Zurzeit führen wir eine großangelegte Aktion für den Anstrich des Museums durch, in nächster Zukunft kann es jedoch sein, dass der Zutritt aufgrund der Gefahr untersagt wird, dass fallende Bauelemente die Besucher gefährden. Die Tatsache, dass seit mehr als 240 Jahren keine Renovierungsmaßnahmen durchgeführt wurden, ist bereits am Eingang ersichtlich.“ so Sabin Luca.

Kosten im Wert von bis zu 50 Millionen Euro

Zwischen dem 1. März und dem 31. Mai will das Brukenthalmuseum nun schrittweise auf der Internetplattform Facebook sowie der eigenen Internetseite über die Notwendigkeit der Renovierungsmaßnahmen informieren. Es handelt sich hierbei um den prekären Zustand der Bauelemente aus Stein wie die Portale, die steinernen Fensterrahmen, die Lukarnen, der Steinsockel im ersten Innenhof sowie der Parkettböden und Tapeten in den Empfangssälen oder der sekundären Fassade des Palais. Im Laufe der bisherigen kleineren Reparatur- und Sanierungsarbeiten entdeckten die Vertreter des Museums zudem schlecht durchgeführte Arbeiten an der Bausubstanz sowie zugemauerte Fenster oder Durchgänge.

„Sorgeerregend ist vor allem ein Vorfall aus jüngster Vergangeheit, bei welchem ein Atlant im Innenhof des Museums über Nacht einen rund 40 Kilogramm schweren Arm verloren hat. Zum Glück ist das nachts passiert, so dass niemand verletzt werden konnte.“ so der Manager des Brukenthalmuseums. Eine komplette und gleichzeitige Sanierung des gesamten Baudenkmales sei jedoch nicht möglich, weil ein solches Vorhaben dessen Schließung über mehrere Jahre hinweg bedeuten würde und hierfür finanzielle Ressourcen im Gesamtwert von 30 bis 50 Millionen Euro notwendig wären. Es besteht jedoch die Hoffnung, die Arbeiten durchführen zu können, für welche Sanierungsprojekte bereits ausgearbeitet wurden.

Für das Vorhaben des Brukenthalmuseums können sich auch die Besucher und Freunde des Museums einsetzen. Unter www.brukenthalmuseum. ro/petitie/index.html und beim Eingang des Museums werden zurzeit Unterschriften im Rahmen einer Online-Petition gesammelt. Für Spenden hat der Verein Brukenthalia drei Konten bei der Transilvania-Bank eröffnet: Euro – RO55 BTRL EURC RTOO W626 2901, Lei – RO70 BTRL RONC RTOO W626 2901 sowie USD – RO95 BTRL USDC RTOOW626 2901.

Kommentare zu diesem Artikel

dan, 05.03 2015, 17:39
Der Zustand des Gebäudes ist nicht so besorgniserregend wie der der Sammlungen. Bis dato ist unbekannt, ob und wieviel von der einstigen Sammlung noch vorhanden ist, und inwieweit diese aktuell fertig inventarisiert wurde.
Von passendem Ausstellungsbetrieb zur Anwerbung von Geldern und Sponsoren ganz zu schweigen...

Wenn das Gebäude neuer wäre, wäre zu befürchten, daß es noch schlechter aussähe.
So aber ist es der soliden Bausubstanz zu verdanken, daß nicht mehr kaputtgegangen ist.

Direktor Luca sollte endlich damit anfangen, seine Arbeit gut zu machen, anstatt die Schuld auf andere zu schieben.
Der Verfall passiert in seiner Amtszeit, und er hat dann auch noch die Unverfrorenheit, Geld zu fordern für Aufgaben, die er nicht erledigt hat.
Wenn er nicht imstande ist, seine Arbeit als Manager gut zu machen, sollter er zurücktreten zugunsten einer hoffentlich fähigeren Person...
Auch die Verantwortlichen der Kirche trifft Schuld an der Misere im Brukenthalmuseum. Áls Folge des Fehlens einer überzeugenden Öffentlichkeitsdarstellung und fehlender Marketingaktivitäten fehlt eben Geld.
Herr Luca will es nun mit Gewalt einfordern. So wird es nicht funktionieren.
Die Kirche sollte einen fähigeren Manager finden.

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