Weitere Stolpersteine in Rumänien

Gunter Demnig wird die Steine Anfang der Woche verlegen

Samstag, 05. Juli 2014

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig. Der deutsche Künstler setzte Ende Mai in Temeswar den ersten Stolperstein in Rumänien.
Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Vor mehr als einem Monat wurde in Temeswar/Timişoara die Geschichte von Lorand Bloch bekannt gemacht. Der Temeswarer Jude wurde vom Nazi-Regime verfolgt und starb wegen Zwangsarbeit in Păuliş. Seine Geschichte kam durch das Projekt „Eine andere Geschichte“ ans Licht und soll nun für immer der Öffentlichkeit bekannt sein, denn in Temeswar wurde die erste Gedenktafel verlegt. Der sogenannte „Stolperstein“ zum Gedenken der Naziopfer ist nun an der Pia]a-Romanilor-Straße in der Temeswarer Fabrikstadt, vor dem letzten Wohnsitz des Opfers, zu finden. Für die Verlegung des ersten Stolpersteins in Rumänien, kam damals der deutsche Künstler und Initiator des Stolpersteinprojekts, Gunter Demnig, nach Temeswar.

Nun soll der Künstler sechs weitere solche Stolpersteine in Rumänien verlegen. Die Verlegung wird demnächst im nördlichen Teil von Siebenbürgen in der Ortschaft Porţ aus dem Verwaltungskreis Sălaj stattfinden.  Eva Mozes, Zeitzeugin und Überlebende des Holocaust, wird Anfang kommender Woche in ihre Heimat zurückkehren. Familie Mozes war die einzige jüdische Familie des Dorfes Porţ. 1944, im Alter von zehn Jahren wurde Eva zusammen mit ihrer ganzen Familie nach Auschwitz deportiert. Ihre Eltern und die zwei älteren Schwestern starben in den Gaskammern.

Die nun 80-jährige Überlebende des Holocaust wurde zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Miriam von Josef Mengele für Experimente in der Zwillingsforschung missbraucht. Beide überlebten aber die grausamen Experimente und kehrten nach dem Krieg nach Rumänien zurück. 1950 übersiedelten sie nach Israel und traten später der israelischen Armee bei. Den Amerikaner Michael Kor, ebenfalls ein Überlebender der Konzentrationslager, heiratete Eva Mozes 1960 und zog nach Terre Haute in Indiana, wo sie noch heute lebt. Kor gründete die Children of Auschwitz-Nazi’s Deadly Lab Experiments Survivors (C.A.N.D.L.E.S.) und konnte bisher 122 Überlebende der Zwillingsexperimente ausfindig machen. 

Nun möchte die Holocaust-Überlebende an ihre Familie in Rumänien erinnern. Sechs Messingtafeln werden ab Anfang der kommenden Woche an die sechs Mitglieder ihrer Familie erinnern: Alexander Mozes (Vater), Jaffa Mozes (Mutter), die beiden Schwestern Aliz und Edit, ihre Zwillingsschwester Miriam und eine Gedenktafel für sich selbst. All diese sollen darauf hinweisen, dass hier einmal Juden gelebt und verfolgt wurden, und dass sie im Holocaust ums Leben gekommen sind. Die Stolpersteine werden vor dem ehemaligen Haus von Familie Mozes in Por] verlegt.

Kommentare zu diesem Artikel

Annik, 22.07 2014, 22:37
Ich habe keine Ahnung, was Gunter Demnig tatsächlich mit den Steinen verdient, aber ich denke nicht, dass er sich am Leid anderer bereichert. Die Millionen, die sie ausgerechnet haben, muss man auf vierzehn Jahre verteilen, wenn man von den ersten offiziellen Verlegungen ausgeht. Inzwischen hat Gunter Demnig mehrere Mitarbeiter, die ihm bei der Terminfindung, Buchhaltung und bei den Inschriften helfen. Diese wollen ja auch bezahlt sein. Steuern und Abgaben sollte man natürlich auch nicht vergessen, Material und Reisekosten haben Sie ja schon genannt, einen Dienstwagen und eine Werkstatt unterhält er auch. Ich habe Gunter Demnig als sehr bescheiden erlebt und denke nicht, dass es sein Ziel ist, Millionen anzuhäufen um sich ein schönes Leben zu machen. Vielmehr reist er soviel durch Deutschland und Europa, weil er es wirklich für wichtig hält, die Steine zu verlegen.
Mal eine andere Rechnung: 47.000 Steine durch 14 Jahre, das sind über 3300 Steine pro Jahr, also fast zehn am Tag, wenn man davon ausgeht, dass er auch samstags und sonntags verlegt. Dann ist das, was sie hier nennen, abzüglich der genannten Kosten, wohl auch nur ein anständiger Handwerkerlohn.
Mario, 07.07 2014, 21:55
Diese Frau Oance schreibt ein Stolperstein-Bericht nach dem anderen. Was sie aber stets beharrlich verschweigt, ist der finanzielle Aspekt. Denn dieser Herr Demnig macht das ja nicht umsonst. Die Verlegung eines Stolpersteines kostet 120 Euro. Bei bisher von ihm verlegten 47.000 Stolpersteinen sind das 5,64 Millionen Euro! Zieht man seine Unkosten für Reisen, Material usw. ab, verbleiben immer noch einige Millionen.Demnach ist dieser Herr Demnig durch die Verlegung von Stolpersteinen zum mehrfachen Millionär geworden. Warum wohl erwähnt das diese Frau Oance nicht? Weil es nicht in ihren Kram passt?

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