Weitere Verluste für die Bukarester Börse, Handel von schwachen Umsätzen geprägt

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 26. Juni 2018

Die Bukarester Börse erlebte eine neue Verlustwoche, die schon schlecht begann. Der Hauptindex BET verlor bereits am Montag vergangener Woche 0,46 Prozent aufgrund des Rückgangs von Energie- und Finanzwerten. So startete der Stromversorger Transelectrica (TEL, 19,72 Lei, ISIN ROTSELACNOR9) die Handelswoche mit einem Minus von 2,68 Prozent (-4 Prozent auf Wochensicht), die Investmentgesellschaften SIF Banat Crişana (SIF1, 2,53 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) und SIF Oltenia (SIF5, 1,904 Lei, ISIN ROSIFEACNOR4) wiesen ein Minus von 2,96 beziehungsweise 2,05 Prozent aus. Am Tag darauf drückten vor allem Bank-Aktien auf den Hauptindex. Banca Transilvania (TLV, 2,35 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) und BRD Groupe Société Générale (BRD, 13,6 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) verloren 2,10 beziehungsweise 1,96 Prozent auf Tagessicht (-2,1 beziehungsweise -2,52 Prozent auf Wochensicht). Die Erste Bank (EBS, 167 Lei, ISIN AT0000652011) sogar 5,57 Prozent (unverändert auf Wochensicht). Der Mittwoch brachte dann allerdings etwas Entspannung. Der Hauptindex legte am Ende des Tages 0,59 Prozent zu, das wahre Comeback aber erlebten Energiewerte: Der BET-NG kletterte um 0,86 Prozent. Damit war die Party aber auch schon zu Ende, denn am Donnerstag kehrte die rumänische Börse in die Verlustzone zurück, wenngleich BET-FI (plus 0,07 Prozent) und ROTX (plus 0,25 Prozent) sich noch gegen den Trend stellten. Der Markt ging erneut um 0,14 Prozent zurück. Am Freitag dann besiegelte ein Minus von 0,19 Prozent das Wochenschicksal des BET. Im Wochenrückblick verlor die Börse 1,19 Prozent, der BET-FI führte die Liste an mit einem Minus von 2,17 Prozent.

Weniger Umsatz bei mehr Emittenten

Der Umsatz mit Aktien blieb weiterhin sehr niedrig, auch wenn im Vergleich zur Vorwoche um 0,9 Prozent mehr Umsatz erzielt wurde. 119,94 Millionen Lei (25,67 Millionen Euro) entsprechen einem täglichen Umsatz von 23,99 Millionen Lei oder 5,14 Millionen Euro. Obwohl in den vergangenen Jahren weitere Unternehmen an die Börse gegangen sind – wie das Telekomunternehmen Digi, der Gesundheitsdienstleister MedLife oder der Franchisegeber Sphera Franchise Group – ist der Umsatz immer tiefer gefallen. Im Durchschnitt wurden an der Bukarester Börse pro Tag in diesem Jahr 48,1 Millionen Lei mit Aktien umgesetzt. 2007, vor Ausbruch der weltweiten Finanzkrise, lag der Tagesumsatz im Schnitt bei 55,2 Millionen Lei – und dies bei 59 im Hauptsegment gelisteten Unternehmen. Heute sind es 87.

Rumänische Aktien im internationalen Fokus

Der Erdgasversorger Transgaz (TGN, 387 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) hat bekannt gegeben, dass die Ratingagentur S&P Global Ratings die Aussichten für das Unternehmen von stabil auf negativ gesetzt hat. Die Analysten sehen unter anderem ein hohes Risiko im Finanzgebaren des Unternehmens in den kommenden zwei Jahren. Trotz Opposition des Unternehmens musste sich Transgaz am Ende dem Begehren des Hauptaktionärs, dem Staat (58,5 Prozent), beugen und einer Auszahlung von 45,38 Lei je Aktie als Dividende auszahlen. Das ist bereits das zweite Jahr in Folge, dass das Unternehmen seiner Investitionskapazität beraubt wird. Risiken sahen die Analysten auch in der Umsetzung des BRUA-Projektes. Die Aktie verlor 2,76 Prozent auf Wochensicht.

Einen Imageschaden musste der Betreiber der Bukarester Börse, BVB, in der vergangenen Woche hinnehmen. Die Aktien des BVB (BVB, 24 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0) wurden aus einem FTSE Index für sogenannte Grenzmärkte verbannt. Stattdessen wurden der Pipelinehersteller Conpet (COTE, 90,4 Lei, ISIN ROCOTEACNOR7) und der Gesundheitsdienstleister MedLife (M, 32,4 Lei, ISIN ROMEDLACNOR6) in den Index aufgenommen. BVB-Aktien verloren auf Wochensicht 3,2 Prozent, M-Aktien 0,92 Prozent. COTE-Papiere legten 0,33 Prozent zu. Gut möglich, dass sich die höhere internationale Sichtbarkeit für die beiden Emittenten in nächster Zukunft bezahlt macht.

Devisen

Er hat es also geschafft, der Euro. Am vergangenen Donnerstag erreicht die europäische Einheitswährung mit 4,6695 den vorläufig höchsten Stand in seiner Geschichte. Es war der Tag, an dem die zweite strafrechtliche Verurteilung des Präsidenten der Regierungspartei PSD bekannt gegeben wurde – auch wenn der Kurs vor der Bekanntgabe des Gerichtsurteils festgelegt wurde. Die Nervosität ist geblieben. Der Euro verlor auf Wochensicht 0,15 Prozent zum Leu und kostete gestern 4,6686 Lei. Der US-Dollar hingegen ging wieder zurück. Wegen eines Verlustes von 0,33 Prozent kostete die nordamerikanische Währung zu Beginn dieser Woche 4,0026 Lei.


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