Weltkriegsgedenken im Bergland

Veranstaltungsreihe rund um Mahnmale des Ersten Weltkriegs

Donnerstag, 19. Juni 2014

Reschitza - „Jeder Krieg ist eine Niederlage des menschlichen Geistes“. Unter diesem Motto (aus Henry Miller) stehen in der kommenden Woche die Veranstaltungen des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen und des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“, die an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnern. Sie beginnen am Montag, um 15 Uhr, in Bozovici, im Zentralpark der Gemeinde, beim Denkmal der Gefallenen beider Weltkriege und aller kriegsteilnehmenden Seiten, das vom Österreichischen Schwarzen Kreuz finanziert wurde. Um 16.30 Uhr gibt es eine Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof von Steierdorf/Sigismund, beim Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und am selben Tag, um 18 Uhr, wird in der deutschen „Alexander Tietz“-Bibliothek in Reschitza eine Fotoausstellung eröffnet:  „Denkmäler im Banater Bergland, die an den Ersten Weltkrieg erinnern“. Am Dienstag, um 10.30 Uhr, ist eine Ehrung der Gefallenen der beiden Weltkriege in Gârlişte/Gerlischte geplant (schließlich sind es 2014 auch 75 Jahre seit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, was man über die vielen Veranstaltungen anlässlich der 100 Jahre seit Ausbruch des Ersten Weltkriegs oft vergisst). Am Mittwoch, um 12 Uhr, wird in Nadrag der Gefallenen beider Weltkriege beim Mahnmal im Zentralpark der Gemeinde gedacht und am Donnerstag, dem 26. Juni, ist um 11 Uhr eine Gedenkveranstaltung für die Gefallenen beider Weltkriege am Heldengrab auf dem Friedhof in Deutsch-Saska/Sasca Montană geplant.

Zentrales Ereignis der Gedenkwoche des Banater Berglands an den Weltkriegsbeginn ist die Versammlung im Festsaal des Kreisrats Karasch-Severin in Reschitza, wo der 59. Band des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ vorgestellt wird, und zwar Carol Bereczkys viersprachiges „Album cu fotografii din Primul Război Mondial/ Album mit Fotos aus dem Ersten Weltkrieg/ Elsö-Világháborús fénykep-albuma/ World War I. Photos Album“. Gast der Veranstaltung ist der Historiker und Vizerektor der Klausenburger „Babeş-Bólyai“-Universität, der aus Reschitza stammende Univ.-Prof. Dr. Rudolf Gräf. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr.
Samstag, um 17 Uhr, findet in der Moritzfelder römisch-katholischen „Sankt-Martins“-Kirche eine heilige Messe für die Opfer beider Weltkriege und anschließend beim Denkmal im Kirchhof eine Ehrung der Gefallenen des Ersten Weltkriegs statt. (Am 28. Juni 1914, also an diesem Samstag genau vor 100 Jahren, fand in Sarajevo das Attentat auf den habsburgischen Thronfolger, den am 18. Dezember 1863 in Graz geborenen Franz Ferdinand Carl Ludwig Joseph Maria von Österreich-Este, seit 1896 Thronfolger von Österreich, durch den Serben Gavrilo Princip statt und in Sarajevo und an der Gruft der ermordeten Habsburger auf Schloss Artstetten bei Melk an der Donau finden Gedenkfeiern statt, wobei sich in Sarajevo zahlreiche Staatschefs treffen werden, während erstmals seit sehr langer Zeit alle noch – angeblich rund 80 – lebenden Habsburger sich in Österreich auf Schloss Artstetten an der Gruft des Kronprinzen Franz Ferdinand zu Gedenkveranstaltungen versammeln.

Laut bisher unbestätigten Angaben des Journalisten Emil Hurezeanu wird der rumänische private TV-Sender „Prima TV“ Direktübertragungen von beiden Gedenkorten – Sarajevo und Artstetten – organisieren. Wie Prinzessin Anita von Hohenberg, die Urenkelin Franz Ferdinands und Betreuerin der Habsburgergruft auf Schloss Artstetten, also implizite auch Gastgeberin des Habsburgertreffens vom kommenden Wochenende, kürzlich in Arad anlässlich der Österreichischen Kulturtage mitteilte, wird in diesem Jahr, um nicht unnötig Unruhen zu erregen, kein Habsburger nach Sarajevo fahren, was bereits vor zwei Jahren im Familienrat verbindlich untereinander ausgemacht worden sei.
Abgeschlossen wird der Veranstaltungszyklus zum Gedenken an den Ausbruch der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts am Sonntag, dem 29. Juni, in Karansebesch, in der römisch-katholischen Kirche „Zur unbefleckten Empfängnis“, wo um 10 Uhr eine Messe für die Opfer beider Weltkriege zelebriert wird. Anschließend folgt eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Ersten Weltkriegs beim Mahnmal in Neukaransebesch, dem früher einmal deutschen Teil der Stadt.

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