Weltpremiere im Polisano-Krankenhaus

Fall von komplexer Aortendissektion erfolgreich behandelt

Donnerstag, 04. Februar 2016

Hermannstadt – Im Hermannstädter Polisano-Krankenhaus wurde im vergangenen Monat zum weltweit ersten Mal ein Fall von komplexer Aortendissektion des Typ B durch endovaskuläres Verfahren erfolgreich behandelt. Als Aortendissektion wird die Aufspaltung der Wandschichten der Hauptschlagader (Aorta) bezeichnet. Sie verursacht in aller Regel plötzliche, heftige Schmerzen und ist unmittelbar lebensbedrohlich, da sie zu einem Aufplatzen der Hauptschlagader und zu akuten Durchblutungsstörungen verschiedener Organe führen kann. Eine unverzügliche Diagnostik ist daher von entscheidender Bedeutung. Dem 59-jährigen Bukarester wurde diese Diagnose bereits im Juli 2015 gestellt, doch in der Folge wiesen ihn mehrere Krankenhäuser des Landes ab. „Überall wurde uns gesagt, dass solche Eingriffe nur im Ausland durchgeführt werden können, aber auch dort seien die Erfolgschancen sehr gering,“ so Veronica Vasiliu, die Ehefrau des Patienten.

Das endovaskuläre, also das Innere des Gefäßes betreffende Verfahren bestand aus der Kombination zweier innovativer Techniken, die bei der Behandlung der Krankheit bisher noch nicht zum Einsatz kamen. „Das Besondere an diesem Fall war der Bruch der Aortenwand, der uns erlaubte die beiden endovaskulären Techniken gleichzeitig einzusetzen,“ so Professor Dr. Victor Costache, ärztlicher Direktor der Klinik und Chef der Herz-Kreislauf- und Brustkorb-Chirurgie. Begleitet wurde der Eingriff des Heart Team von Professor Sherif Sultan, einem führenden Herzspezialisten der National University of Ireland.
Die Aortendissektion ist einer der dringlichsten Notfälle in der Kardiologie und Herzchirurgie. Ihre Diagnostik ist anspruchsvoll, da sie den Einsatz aufwändiger und nicht überall sofort verfügbarer Verfahren unter Zeitdruck erfordert. Bei mehr als 200 Patienten in Rumänien wird jährlich die Typ-B-Aortendissektion diagnostiziert. Eine wirksame Behandlungsmethode, die die Lebenserwartung auf über ein Jahr nach einem Eingriff steigert, konnte bisher noch nicht entwickelt werden, ohne den Patienten der Gefahr einer Lähmung oder eines Schlaganfalls auszusetzen.

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