Westrumänische Wohnungen: Heiß und kostspielig

Stadtwerke ließen die Heizkosten in die Höhe schnellen

Donnerstag, 20. Februar 2014

Dachwohnungen gelten nicht nur als Lösung gegen Wohnungsknappheit. Durch sie werden auch viele anderen Mängel an Plattenbauten behoben, unter anderem bieten sie Schutz vor Regennässe und Kälte. Die Temeswarer Stadtverwaltung will jedoch in Zukunft die Vergabe von Baugenehmigungen für Dachgeschosse drastisch zurückfahren. Fakt ist, dass viele davon illegal gebaut wurden.
Foto: Zoltán Pázmány

Die Heizwärme für die Bevölkerung ist in Arad teurer als in Temeswar, dementsprechend fielen auch die Rechnungen der Arader höher aus, unzufrieden waren sie jedoch alle – die Arader wie die Temeswarer. Die Stadtwerke haben ihnen nämlich Heizwärme geliefert, deren Kosten so stark gestiegen sind, wie kaum sonstwo in Rumänien. Und dabei richtete sich der Unmut der Bürger nicht einmal so sehr gegen die Preispolitik, an der eh nichts zu ändern ist, sondern gegen die Stadtwerke, da diese zu hohe Temperaturen in die Leitungen einließen und so den Endverbraucher sinnlos zur Kasse baten. Dabei ging es um Rechnungen, die um 50-60 Prozent höher ausfielen als im Jahr zuvor – bei gleichbleibenden Preisen und mit einem durchschnittlich wärmeren Dezember 2013. Gelegentlich vergleicht Mediafax die Heizkosten im Dezember 2013 auch mit jenen aus dem Vormonat.

„Unbegründet hoch“ nennt die Vorsitzende der Vereinigung der Wohngemeinschaften, Dorina Lupşe, die Rechnungen für Heizwärme im Dezember 2013 in Arad. Um 60 Prozent seien diese höher als ein Jahr zuvor, als die Außentemperaturen deutlich niedriger waren, wird Lupşe von Mediafax zitiert. Nicht zuletzt seien die Rechnungen der Arader, die ihre Heizwärme von den Stadtwerken beziehen, recht unterschiedlich ausgefallen, heißt es in der Stadt am Marosch-Fluss. So gäbe es Wohngemeinschaften, in denen die Rechnung für Heizung dreimal so hoch wie im November ausgefallen sei, andere wieder hatten weniger Kosten als im Monat zuvor, „weil sie an wärmeren Tagen im Dezember die Zufuhr an Heizwärme in ihrem Wohnblock unterbunden haben“, so Dorina Lupşe. In diesem Kontext schiebt sie die Kostenexplosion auf die hohe Quantität an gelieferter Heizwärme. Im Dezember sei bei nur leicht niedrigeren Temperaturen fast doppelt so viel Heizwärme geliefert worden, als im Monat zuvor, sagt die Vorsitzende der Wohngemeinschaften; ein Aspekt, den auch die Vertreter des Arader Heizwerkes bestätigen. Die Heizwärme würde nach Vertrag geliefert, der mit den Wohngemeinschaften ausgehandelt worden ist, erläutert Marina Plaveţi, Sprecherin des Arader Heizwerkes, das Plus an Wärme und Kosten.

In Temeswar seien die Heizkosten bis zu 50 Prozent innerhalb eines Monats gestiegen, sagt Petru Olariu, Vorsitzender des Verbandes der Wohngemeinschaften in der Stadt. Er findet einen Heizkostenanstieg gerechtfertigt, wenn der Temperaturunterschied zwischen November – Dezember erheblich ist – was jedoch 2013 nicht der Fall gewesen sei, so Olariu. Der Anstieg der Heizkosten im Dezember veranlasst ihn zur Behauptung, dass „wir für Januar einen weiteren Anstieg von 20 Prozent gegenüber Dezember in Erwägung ziehen müssen“. Der Direktor des Heizwerkes, Petrică Pampu, sagt, dass die Menge der gelieferten Heizwärme im Dezember um 30-40 Prozent höher war als im November. „Es ist gut, wenn sich die Wohngemeinschaften nach Höhe der Außentemperaturen selbst bewirtschaften. Einige wollen es wärmer in ihren Wohnungen, andere weniger warm. Wir können nicht vom Ende der Stadt aus für jeden Wohnblock eine gewisse Temperatur einstellen“, sagt Pampu.
In Arad haben die Stadtwerke laut Mediafax etwa 30.000 Abonnenten, wobei die privaten Haushalte einen Preis von 290 Lei pro Gigajoule (1 Gigajoule = 1 Gigakalorie) bezahlen – denselben Tarif wie im Winter zuvor. Der Temeswarer Heizlieferant Colterm beliefert 69.500 Wohnungen, und das zu einem Preis für die Bevölkerung in Höhe von 252 Lei pro Gigajoule.

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