Wettbewerbsfähigkeit statt grüner Zukunft

Regierung wird die Kürzung der Förderungen grüner Energie beschließen

Dienstag, 28. Mai 2013

Die Ausgabe grüner Zertifikate wird teilweise bis 2017 verschoben, was Expertenmeinungen zufolge einer Kürzung gleichkommt.
Symbolfoto: sxc.hu

Bukarest - Wie die ADZ am Freitag, dem 24. Mai, berichtete, soll nach Aussage des Premierministers Victor Ponta in dieser Woche die Förderung für Hersteller von Grünstrom zurückgefahren werden. Energieminister Constantin Niţă fügte am „Bucharest Energy Forum“ Ende vergangener Woche hinzu, dass diese Woche ein sich in öffentlicher Debatte befindlicher Gesetzentwurf bewilligt werden soll. Der Entwurf sieht eine Modifikation des Gesetzes 220/2008 zur Förderung erneuerbarer Energien vor: Die Ausgabe grüner Zertifikaten pro erzeugtem Megawatt (MW) aus erneuerbarer Energie wird bis 2017 verschoben. Ein Wasserkraftwerk wird demnach als Subventionierung in den nächsten dreieinhalb Jahren nur noch zwei anstatt drei, eine Solaranlage vier statt sechs und eine Windkraftanlage nur noch ein anstatt zwei Grüne Zertifikate erhalten. Aus der öffentlichen Diskussion um den Gesetzesentwurf war hervorgegangen, dass eine Kürzung der Förderung absehbar war, da auch die Regulierungsbehörde für Energie (ANRE) eine Überkompensation erneuerbarer Energie festgestellte hatte, doch hagelte es Kritik an der Vorgehensweise des Energieministers.

Unter anderem wiesen Experten darauf hin, dass die Verschiebung der Ausgabe der Zertifikate einer Kürzung gleichkommt, denn sollten 2017 wirklich alle einbehaltenen Zertifikate auf einmal verteilt werden, würde die Überschwemmung des Marktes zu einem Preisverfall führen. Industrie, Unternehmen und Endverbraucher werden freilich von günstigeren Strompreisen profitieren, während die rosigen Zeiten für Investoren in erneuerbare Energie in Rumänien vorbei sind. Die Wirtschaftszeitung „Ziarul Financiar“ errechnete, dass Investitionen in erneuerbare Energie von 2011 auf 2012 um mehr als das dreifache zugenommen haben, den größten Anstieg verzeichnete Windenergie. In der Dobrudscha schossen Windparks wie Pilze aus dem Boden. Zwar sind diese Parks nicht von einem Tag auf den anderen Fehlinvestitionen, doch deren Wirtschaftlichkeit sinkt dramatisch. Man habe solche Szenarien bei den Berechnungen miteinkalkuliert, sagt Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender der österreichischen Verbund AG, die vor kurzem in der ersten Ausbaustufe eines Windparks in Casimcea (Kreis Tulcea) mit etwa 100 Megawatt ans Netz ging. Trotz der nun bevorstehenden Kürzung der Subventionierung wird Verbund die zweite Ausbaustufe mit insgesamt 280 MW noch fertigstellen, bestätigt Anzengruber gegenüber dem österreichischen „Wirtschaftsblatt“.

Nicht nur in Rumänien, sondern in ganz Europa scheint die oft beschworene Energiewende einen gewaltigen Dämpfer erlitten zu haben. Wie auf dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs am vergangenen Mittwoch mitgeteilt wurde, soll mit dem Zurückfahren der Förderungen der Strompreis niedrig und die europäische Industrie wettbewerbsfähig gehalten werden. Mit der Verschiebung der Subventionierung erneuerbarer Energien befindet sich Rumänien auf gemeinsamen Posten mit der Kommission und den EU Staats- und Regierungschefs.

Kommentare zu diesem Artikel

Rudi, 29.05 2013, 00:08
Ottmar, zu 1000% Recht, denn die Rumänen, schießen sich wieder selbst ins Knie! Es ist wie immer in Rumänien, wenn etwas einigermaßen gut funktioniert, dann wird es wieder zu nichte gemacht! Glauben unsere politischen Volldeppen, das nur ein Investor hier ins Ländle kommt, ohne einen vernünftigen Profit zu erzielen, denn dann bleibt er besser in Deutschland, wo er einigermaßen politische Stabilität hat, und nicht wie hier , jeden
Monat neue Gesetze!!
Ottmar, 28.05 2013, 12:59
Die Installation erneuerbarer Energien schafft jede Menge Arbeitsplätze und bezahlt wird das grösstenteils durch die EU. Mich würde interessieren was dieser Ober-dieb und Plagiator Ponta eigentlich im Hirn hat. Er gibt vor durch die Senkung der Energiekosten wird die Rumänische Wirtschaft Konkurrenzfähiger. So einen Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört. Der Energiepreis wird nicht gesenkt und die Stromkosten bleiben trotz wegfallender Unterstützung der Erneuerbaren Energien gleich teuer. Zum Vergleich Deutschland hat die höchsten Energiekosten aller Spitzenländer in der Industrieproduktion. Die deutsche Wirtschaft ist aber Konkurrenzfähigkeit wie kein anderes Spitzenland. . Wenn es nach den Energiekosten gehen würde müsste also Rumänien eine tausend mal bessere Konkurrenzfähigkeit haben als Deutschland. Ich sehe da nicht viel davon.

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*