Wichtige archäologische Entdeckung

Die älteste Verteidigungsanlage in Rumänien in der Nähe von Großau bei Hermannstadt entdeckt

Freitag, 07. September 2012

Museumsleiter Sabin Luca erklärt die entdeckte Anlage. Rechts im Bild keramische Funde aus der Stein- und Bronzezeit.
Foto: Andrey Kolobov

Hermannstadt – Eine weitere bedeutende Entdeckung präsentierte am Mittwoch der Leiter des Brukenthal-Museums, Dr. Sabin Adrian Luca. Die Ausgrabungen entlang des vierten Abschnitts der Autobahn Hermannstadt/Sibiu-Broos/Orăştie, in der Nähe von Großau/Cristian, bewiesen die Existenz der ältesten Verteidigungsanlage aus der Jungsteinzeit auf dem Territorium Rumäniens. „Die Behauptungen, die Siedlungen seien bereits während der Bandkeramischen Kultur mit einer Defensiv-Befestigung versehen worden, haben nun einen klaren Beweis“, erklärte Luca auf der Pressekonferenz.

Während der Ausgrabungen drang das Forschungsteam zuerst in eine Tiefe von rund 80 Zentimetern. Dabei wurden die Reste einer Siedlung entdeckt und untersucht, welche in die späte Bronzezeit datiert wurde. Die zahlreichen keramischen Funde werden derzeit ausgewertet und restauriert. In der Tiefe von rund anderthalb Metern stießen die Forscher nun auf die jungsteinzeitliche Siedlung aus der III. Phase der Starsevo-Körös-Criş-Kultur (Bandkeramische Kultur).

Die wichtigste Entdeckung stellten dabei die eindeutigen Spuren einer doppelten Holzpalisade dar, die die gesamte Siedlung umgab und nach Vermutungen der Archäologen zumindest zwei große Einfahrtstore aufwies. „Diese Siedlung datieren wir voraussichtlich auf 5400 vor Christus. Es ist nach unserem Wissen, die älteste nachgewiesene Verteidigungsanlage in Rumänien“, verkündete Luca.

Die Ausgrabungen fanden auf einem Areal von rund 150 Meter Länge statt. Abhängig davon, ob man eine ovale oder eine runde Siedlungsform annimmt, stellt die untersuchte Fläche zwischen 30 und 50 Prozent der gesamten Niederlassung dar. Derartig umfangreiche Ausgrabungen wären ohne die Bauarbeiten an der Autobahn aus Mittelmangel unmöglich gewesen, stellte Luca mit Bedauern fest.

„Die Ausgrabungen wurden bei ungünstigen Wetterbedingungen, zwischen dem 15. November und dem 1. März 2011 durchgeführt. Die Mitarbeiter forschten bei Temperaturen von bis zu -25 Grad“, betonte Luca. Man musste jedoch schnell handeln, um die Bauarbeiten an der Autobahn nicht zu behindern. Nach dem Abschluss der Feldforschung erwartet die Archäologen und Restauratoren weitere Arbeit mit den gemachten Funden.

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