Wieder Aufnahmeprüfung an der West-Uni

Zurück zur guten alten Schule: Interview, Essay oder Wettbewerb

Freitag, 08. März 2013

Umsichtige Zukunftsplanung an der West-Universität Temeswar
Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Nicht gerade eine freudige Nachricht für die künftigen Studenten der Temeswarer West-Uni, aber dafür bestimmt für deren besorgte Eltern und ein hoffnungsvolles Zeichen für das Hochschulstudium ab Herbst 2013 sowie für die zukünftige berufliche Laufbahn der Studierenden: Laut Beschluss des Senats der Westuniversität Temeswar wird ab dem neuen Hochschuljahr 2013-2014 erneut die gute, alte Schule bzw. werden an allen Fakultäten der Uni wieder Aufnahmeprüfungen eingeführt.

„Wunsch und Ziel aller Universitäten ist, je mehr Studenten zu haben“, erklärt Marilen Pirtea, Dekan der Westuni, diese Maßnahme. „Leider hat derzeit keine einen effizienten Filter für die Kandidatenauswahl zur Verfügung. Und mit den beunruhigenden Ergebnissen der Reifeprüfung der letzten Jahre hat diese auf drastische Art und Weise ihre Grenzen angezeigt.“ Es gehe darum, Normalität zu schaffen, den Besten unter den Kandidaten den Vorrang zu gewähren und der Mittelmäßigkeit an den Hochschulen einen Riegel vorzuschieben. Die Statistik spricht für diese Neuregelung: Derzeit schaffen es nur 35-40 Prozent aller Studenten der Westuni, ihr Hochschulstudium gemeinsam mit ihren Kollegen aus dem ersten Jahrgang abzuschließen.

Die Aufnahmeprüfung betrifft spezifische Kenntnisse für jeden Studienbereich und wird je nach Fakultät spezifische Formen wie Interview, Essay, Prüfung der Fähigkeiten oder Wettbewerb annehmen. So haben die Kandidaten für die Fakultät für Biologie-Chemie außer dem Reifezeugnis ein Essay vorzulegen. Die Aufnahmeprüfung an der Erdkunde-Fakultät wird aus einer mündlichen Prüfung bestehen. An der Wirtschafts- und der Philologie-Fakultät werden die Kandidaten zu einem Interview gebeten, die Mathematik-Informatik-Fakultät sieht schriftliche Prüfungen vor. Die Aufnahmeprüfung an der Rechtsfakultät, die Jahr für Jahr eine große Konkurrenz verzeichnet, besteht aus einem Prüfungstest mit Akzent auf Sprachkenntnisse und logisches Denken.

Die Leitung der Temeswarer Westuni hat beim Unterrichtsministerium für das künftige Schuljahr die Genehmigung von 3500 Studienplätzen, davon 2000 ohne Gebühren, beantragt.Die Temeswarer West-Universität wird heuer 69 Jahre alt: Gegründet wurde sie durch das königliche Dekret Nr. 660/30.Dezember 1944 von König Mihai I. mit den  Studienbereichen Recht, Sprachwissenschaften und Philologie, Wissenschaften, Humanmedizin, Tiermedizin, Pharmazeutik, Theologie. 1990 wurde die Uni in West-Uni umgetauft. Folgende Fakultäten erwarten die zukünftigen Studenten an der West-Uni: Kunst und Design (Dekan V.T. Adorian), Chemie, Biologie und Erdkunde (Constantin Bolcu), Recht und Verwaltungswissenschaften (Lucian Bercea), Wirtschaft und Geschäftsverwaltung (Ovidiu Megan), Körpererziehung und Sport (A.C. Nagel), Physik (Dumitru Vulcanov), Sprachen, Geschichte, Theologie (Dana Percec), Mathematik und Informatik (M.F. Dr²gan), Musik (V.S. Zonte), Soziologie und Psychologie (Alin Gavreliuc), Politik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften (Gheorghe Clitan).

Drei der Fakultäten ermöglichen, wie bekannt, ein Hochschulstudium in deutscher Sprache: die Philologie-Fakultät durch die traditionsreiche Germanistik (Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Roxana Nubert), die Musik-Fakultät durch die deutschen Schauspielklassen (Leiterin Doz. Dr. Eleonora Ringler-Pascu) sowie die Fakultät für Politikwissenschaften mit dem Studienbereich Europäische Studien (Leiter Lektor Dr. Alexandru Jadaneant).

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