Wieder Dorffest in Lenauheim

Traditionsfest "Kinder des Dorfes" 2018 in Lenaus Geburtsort/ Heuer auch Minifußballturnier

Montag, 03. September 2018

Jedes Lenauheimer Dorffest startet von der Lenau- Gedenkstätte mit traditioneller Blasmusik und schwäbischen Trachtenpaaren. Hier ein Erinnerungsfoto an das Fest von 2017.Foto: Zoltán Pázmány

"Möchte wieder in die Gegend, wo ich einst selig war..." Die Inschrift mit den zukunftsweisenden Versen des Dichters Nikolaus Lenau auf der Marmortafel (in drei Sprachen) des Lenau-Denkmals vor dem Rathaus von Lenauheim, scheinen wahrlich über die Jahre hinaus gleich einer magischen Formel zu wirken. Schon seit Jahren erlebt Lenauheim, von zwei in zwei Jahren, das beliebte Traditionsfest "Kinder des Dorfes. Fii satului": Heuer veranstaltet die HOG Lenauheim (Vorsitzender Werner Griebel) im Heimatort in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Ilie Suciu, im Beisein zahlreicher Gäste von nah und fern – eingeladen ist auch Ovidiu Ganț, Vertreter der deutschen Minderheit und des DFDR im rumänischen Parlament, als hoher Ehrengast- dieses Gemeinschaftsfest im Zeitraum 7.-9. September. Es ist ein gemeinsames Dorffest der ehemaligen deutschen Dorfbewohner (erwartet sind heuer im Heimatort über 100 ehemalige Lenauheimer), einschließlich der eingemeindeten Dörfer Grabatz und Bogarosch, und der derzeitigen rumänischen Bevölkerung (die zu diesem Zeitpunkt, zu Maria Geburt, ihre traditionelle "Ruga" feiert). Es soll wie in den Vorjahren, nicht nur ein Fest der Begegnung mit deutscher und rumänischer Musik, mit einem bunten Reigen banatschwäbischer und rumänischer Volkstrachten sondern auch eine Ahnengedenkfeier und eine Feier des wertvollen deutschen Kulturerbes, von Leben und Werk eines unvergessenen Dichters Nikolaus Lenau werden.

Als Neuigkeit wird im Rahmen des Dorffestes heuer zusätzlich ein von der HOG Lenauheim organisiertes Minifußballturnier ausgetragen. Die Spiele finden am Freitagnachmittag, dem 7. September, auf dem neu und modern gestalteten Sportplatz der Gymnasialschule Lenauheim statt. Der Pokal für die Siegermannschaft wurde der Heimatortsgemeinschaft vom Lenauheimer Landsmann Jakob Britz gespendet. Alle Teilnehmer werden Medaillen erhalten. Laut Bürgermeister Ilie Suciu hat man für alle Teilnehmer der diesjährigen Auflage des Dorffestes eine schöne Überraschung vorbereitet:  Mit der Sanierung und der Neuausstattung des vor 100 Jahren erbauten Kulturheims im Gemeindezentrum hat die Gemeinde einen besonderen Rahmen geschaffen. Über ein EU-Projekt, dessen Gesamtwert sich auf 400.000 Euro beläuft, erwartet die Festteilnehmer erstens ein neuer und multifunktional ausgestatteter Vorstellungssaal. Hinzu kommen der längst ersehnte Konferenzsaal und eine moderne Küche.

Wie schon im Vorjahr, als man hier gemeinsam, im Rahmen der Heimattage der Banater Deutschen, schon im Juni ein Doppelfest, das 250. Dorfjubiläum und die 215 Jahre seit der Geburt des Dichters Nikolaus Lenau, begangen hat, wird auch in diesem Jahr das wertvolle Kulturerbe der Banater Schwaben als Herzstück des Festes und der kulturellen Veranstaltungen im Mittelpunkt stehen. Ausgangspunkt ist wiederum Lenaus Geburtshaus, seit Jahrzehnten einzigartige Banater deutsche Kulturstätte, von besonderer Relevanz für die Kulturgeschichte der Banater Schwaben: Nikolaus Lenau wurde am 12. August 1802 im ehemaligen Kameralhaus geboren. Hier wurde 1875 eine erste Gedenktafel zu seinen Ehren angebracht. 1931 wurde die Lenau-Gedenkstätte eingerichtet, die dann in den 1970gern und darauf nach der Wende Reparaturarbeiten erlebte. Im heutigen Schwäbischen Heimatmuseum (eine ständige Ausstellung mit banatschwäbischen Kirchweihtrachten aus mehr als 50 Ortschaften) und im Lenaumuseum (Ausstellung über Lenaus Leben und Werk  in sieben Räumen) ist am Samstag, dem 8. September, zum Auftakt des Festes  ein Kultursymposium anberaumt. Es folgen Kranzniederlegungen in der Ortsmitte u.a. auch am Lenau-Denkmal vor dem Rathaus sowie ein Kulturprogramm im Kulturheim.

Das sonntägliche Programm beginnt mit einem Festgottesdienst in der römisch-katholischen Pfarrkirche. Diese 1778 auf direkte Anordnung der Kaiserin Maria Theresia  erbaute Kirche gilt als eine der ältesten Gotteshäuser der Banater Katholiken. Seit Monaten ist die Pfarrkirche auf großzügige Art und Weise für die Zeit der Reparaturarbeiten an der orthodoxen Pfarrkirche auch der rumänischen Kirchengemeinde zur Nutzung überlassen. Es erfolgt ein gemeinsamer Gang aller Teilnehmer zum Friedhof zwecks einer Gedenkfeier an den Ahnengräbern. Am Sonntagnachmittag wird gemeinsam im Kulturheim gefeiert. Ein deutsches und ein rumänisches Kulturprogramm untermalt diese schöne Begegnungsfeier im Heimatort.

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