Willkommene Schwestern und Brüder aus dem Burzenland

Das Bartholomäer Kirchweihfest – ein übergemeindliches Fest

Mittwoch, 26. August 2015

Eröffnet wurde das Bartholomäusfest mit einem von Pfarrer Johannes Hallmen geleiteten Gottesdienst.

Pfarrer Christian Reich, Pfarrer Andreas Harwig und Bischofsvikar Dr. Daniel Zikeli (von links) bei der Erteilung des Heiligen Abendmahls.

Gute Stimmung, schmackhaftes Essen und ein volles Festzelt.

Die Zeidner Tanzgruppe bei ihrem Auftritt

Das diesjährige Bartholomäusfest wurde am Sonntag, dem 23. August, am Vorabend des Bartholomäustages gefeiert. Vor der Wende war dieses der heute umstrittene Nationalfeiertag an dem mit Aufmärschen und anderen propagandistischen Massenveranstaltungen den kommunistischen Machthabern gehuldigt wurde. Aber bereits vor der Wende feierten die Bartholomäer am Sonntag der dem Stichtag (24. August) am nächsten stand, das Fest ihrer seit 1863 eigenständigen evangelischen Kirchengemeinde. Trotz der nach 1989 stark geschrumpften Mitgliederzahl, trotz der Tatsache, dass in den letzten Jahren diese Gemeinde keinen eigenen Pfarrer hat, bleiben die Bartholomäer Sachsen eine starke, selbstbewusste Gemeinde.

Das hat auch das jüngste Bartholomäusfest beeindruckend zur Schau gestellt. Es ist inzwischen zu einer übergemeindlichen Festveranstaltung geworden, zu dem die Mitglieder der Kronstädter Honterusgemeinde, die Mitglieder der anderen Burzenländer Kirchengemeinde und alle anderen, die sich zu Bartholomä verbunden fühlen, als gern gesehene und liebe Gäste empfangen. Rund 300 Teilnehmer wurden am Sonntag in der festlich geschmückten Bartholomäer Kirche von Kirchenvater Albrecht Klein im Namen des Presbyteriums begrüßt. Der Einladung leisteten Folge: Bischofsvikar und Kronstädter Bezirkskirchendechant, der Bukarester Stadpfarrer Dr. Daniel Zikeli, die deutsche Konsulin in Hermannstadt Judith Urban, der Vorsitzende des Siebenbürgenforums Martin Bottesch, die Vorsitzenden des Kronstädter Kreis- und Stadtforums, Wolfgang Wittstock bzw. Thomas Şindilariu, Bezirkskirchenkurator Ortwin Hellmann, evangelische Pfarrer und Kuratoren aus dem Burzenland.

Die Festpredigt hielt der Schässburger Stadtpfarrer Johannes Hallmen. Er drückte seine Freude aus, beim Kirchweihfest dabei sein zu können, in einer Kirche „schön wie eine Braut“ geschmückt für Christus als himmlischer Bräutigam. In seiner Predigt bezog sich Pfarrer Hallmen auf den Apostel Bartholomäus - Glaubenszeuge und Märtyrer, Namensgeber für die Kirchengemeinde und den Kronstädter Ortsteil. Wenn Bartholomäus jetzt in die Kirche käme, wäre wohl seine Botschaft, dass auch schwache, fehlerhafte Menschen, Leute die zweifeln, den Weg und die Chance zum Glauben finden und dann zu diesem Glauben auch stehen und ihn durch ihren Zusammenhalt bekennen und stärken. Bartholomäus selber, seine Kirche, sein Erbe seien und müssten ein untrennbarer Teil dieses Glaubens bleiben, betonte Pfarrer Hallmen. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Bartholomäer Kirchenmusiker Paul Cristian begleitet und durch Einlagen von Andreea Gurguiatu (Sopran) bereichert.

Nach dem Festgottesdienst, der mit dem Erteilen des Heiligen Abendmahls endete, hielt Albrecht Klein in der Kirche den traditionellen Festvortrag bei dem eine Rückschau auf die jüngere Geschichte (die Zeitspanne  1976-1986) dieser Kirchengemeinde gehalten wurde – eine Zeitspanne in der Renovierungsarbeiten, die Gründung einer eigenen Blaskapelle, andere Projekte verwirklicht werden konnten, eine Zeit in der der freiwillige Einsatz den Zusammenhalt der Gemeinde in nicht einfachen Zeiten festigte. Vieles des damals Geleisteten ist mit dem Namen des damaligen Pfarrers Peter Obermayer verbunden, der heute in Deutschland lebt, aber leider aus gesundheitlichen Gründen nicht der Einladung zum Bartholomäusfest Folge leisten konnte.

Nach dem Vortrag ertönten neben dem Festzelt im Kirchhof die Klänge der Burzenländer Blaskapelle – ein Ensemble das, wie jedes Mal, den Ansprüchen dieses Festes gewachsen war und immer wieder mit reichem Applaus während der nachfolgenden Stunden belohnt wurde. Die Gottesdienstteilnehmer (jeder hatte die Essensbons beim Eintritt in die Kirche erhalten) konnten im geräumigen und angenehm schattigen eigenen Festzelt der Bartholomäer ein schmackhaftes Mittagessen samt Getränken genießen. Später konnte am Kirchhof die Darbietung der Zeidner sächsischen Volkstanzgruppe verfolgt werden, wobei ältere und jüngere Semester die Gelegenheit nutzten, nicht nur zuzuschauen sondern auch selber zu tanzen. Bei Kaffee und Kuchen wurde anschließend gemeinsam gesungen, begleitet an dem Elektroklavier von Paul Cristian. Das diesjährige Bartholomäusfest hat bewiesen, dass es  ein fester und mit Interesse erwarteter Termin in der Burzenländer deutschen Agenda ist – eine Feier, die auch mit finanzieller Unterstützung seitens des Kreisforums Kronstadt, erneut als gelungen bezeichnet werden kann.

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