Winterliche Stimmung in Ungarn

Advents- und Weihnachtsmärkte begrüßen Gäste von nah und fern

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Weihnachtsstimmung in Budapest: In der ungarischen Hauptstadt wurden auch die Straßenbahnen geschmückt.

Auch die 56.000-Einwohner-Stadt Eger im Norden Ungarns hat sich auf die Winterfeiertage vorbereitet.

Neben den kunsthandwerklichen Ständen gibt es auch Leckeres auf dem Budapester Weihnachtsmarkt am Vörösmarty-Platz.

Blick auf den Budapester Weihnachtsmarkt am Szent István tér
Fotos:TemesvariHirek.ro/MTI-foto

Die Vorweihnachtsstimmung hat das Banat eingeholt. In Temeswar/Timişoara und Umgebung finden Weihnachtsmärkte statt, bei denen Gerichte wie Baumstriezel und Glühwein, Leckerbissen vom Schwein, aber auch verschiedene Weihnachtsdekorationen zum Verkauf angeboten werden. Wer allerdings über die Feiertage Rumänien verlassen möchte, der hat von Temeswar aus die Gelegenheit, für einen Tagesausflug nach Szegedin oder Gyula zu fahren. Auch die ungarische Hauptstadt Budapest ist nur etwa dreieinhalb Stunden von der Stadt an der Bega entfernt und stellt sich den Touristen mit einem Weihnachtsmarkt vor, der sich europaweiter Beliebtheit erfreut.

Etwa 120 Kilometer von Temeswar entfernt liegt Szegedin/Szeged. Die südungarische Universitätsstadt ist bei den Banatern beliebt, die nicht nur zur Entspannung hinfahren, sondern sich bei Bedarf auch mal in den dortigen Krankenhäusern aufhalten oder Arztpraxen besuchen. Gerade in der Weihnachtszeit hat Szegedin viel zu bieten. Einen Weihnachtsmarkt mit verschiedenen Veranstaltungen gibt es auf dem Domplatz, dem Széchenyi tér, aber auch auf dem Dugonics-, Klauszál- und Szent-Györgyi-Albert-Platz, im Reök palota finden Musik- und Theaterveranstaltungen statt und verschiedene Produkte wie Kunsthandwerk werden verkauft.  Hier steht auch der wahrscheinlich größte Adventkranz Ungarns, womit sich die Veranstalter der Szegediner Weihnachtsmarktes rühmen.

Szegedin: Geschichte, Shopping und Baden

Sehenswert ist die historische Altstadt mit ihren breiten Passagen und Fußgängerzonen mit zahlreichen Gebäuden im Jugendstil. Ein Wahrzeichen der Stadt ist das Rathaus. Zu den Sehenswürdigkeiten in Szegedin gehören der Demetriusturm, die griechisch-orthodoxe Kirche und die Synagoge. Für Familien mit Kindern ist ein Besuch im Szegediner Zoo ein Muss. Wer wirklich entspannen möchte, der kann einen Tag im Wellness-, Thermal- und Badekomplex „Aquapolis“ verbringen.

Einkaufen in Ungarn ist für viele Banater schon seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Geschenkideen findet man in der Szegediner Einkaufsmall – den Arkaden/Àrkád. Was Lebensmittel angeht, so kann man in Szegedin einige lokaltypische Spezialitäten kaufen. Die weltweit bekannte Pick-Salami, eine traditionelle Szegediner Leckerei, Szegediner Paprikapulver und Szegediner Gulasch gibt es auch, sodass Liebhaber von ungarischen Gerichten hier ganz bestimmt auf ihre Kosten kommen. Sie passt zwar nicht ins winterliche Bild, jedoch ist auch die Fischsuppe in Szegedin ein von Rumänen bevorzugtes und mit Vorliebe bestelltes Gericht.

Keine Massenware am Vörösmárty-Platz

Nur zwei Stunden weiter Richtung Westeuropa, in der ungarischen Hauptstadt Budapest, findet bis zum 24. Dezember der bekannteste und meistbesuchte Weihnachtsmarkt Ungarns statt. Seit Ende November ist dieser täglich von 10 bis 20 Uhr auf dem Vörösmárty-Platz im Zentrum von Budapest geöffnet. Der Budapester Weihnachtsmarkt wurde 1999 zum ersten Mal organisiert. Von Anfang an hatte das Veranstaltungsteam beschlossen, nur Verkäufer zuzulassen, die ihre Erzeugnisse selbst herstellen. Seitdem wird der Markt auf dem Vörösmarty-Platz ausgetragen, denn dort kann er mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von überallher leicht erreicht werden. Zu Beginn kamen hauptsächlich Besucher aus Budapest und Umgebung, doch inzwischen wird dieser Markt von Touristen aus ganz Europa besucht, die extra deswegen zur Winterzeit nach Budapest fahren. Die internationale Beliebtheit dieser Veranstaltung sorgte dafür, dass jährlich weitere Stände hinzugefügt wurden. Auch die Besucherzahl steigt von Jahr zu Jahr.

Besonders an diesem Markt ist, dass eine Jury dafür sorgt, dass keine Massenware angeboten wird. Von Hand gefertigte Weihnachtsdekorationen stehen im Angebot, aber auch besondere Weihnachtsgeschenke können Touristen hier kaufen. Trotz der hohen Qualität der Produkte sind die Verkaufspreise laut Aussagen der Besucher nicht allzu hoch, was den Weihnachtsmarkt in Budapest umso attraktiver macht. Ungefähr 120 Verkaufsstände können in diesem Jahr auf dem Vörösmárty-Platz besucht werden.

Kleine Adventsmärkte in Budapester Stadtteilen

Rund um den Budapester Weihnachtsmarkt finden diverse Kulturveranstaltungen statt. Kinder haben die Gelegenheit, in einer extra für sie eingerichteten Werkstatt eigenhändig Schmuck und Geschenke herzustellen. Puppentheater-Aufführungen und ein Karussell werden den Kleinen ebenfalls angeboten, wobei Erwachsene sich die Ausstellungen und die Vorführungen der Handwerker ansehen können. Besonders sehenswert auf dem Weihnachtsmarkt in Budapest ist die handgeschnitzte Krippe, die eigens dafür von einheimischen Holzkunstschnitzern angefertigt wurde.

Neben dem großen Budapester Weihnachtsmarkt gibt es in der ungarischen Hauptstadt mehrere kleinere Advents- und Weihnachtsmärkte. So kann auf dem Platz vor der Budapester Basilika, am Szent István tér, ein Adventsmarkt besichtigt werden, der an den Wochenenden bis 22 Uhr geöffnet ist. Eine Eislauffläche gibt es in dessen Zentrum, zudem werden auf die Fassade der Basilika über 30 Meter hohe Weihnachtsbilder sowie Kurzfilme zum Thema „Weihnachten rund um die Welt“ projiziert. Bis zum 23. Dezember gibt es auch in der Budaer Burg einen Adventsmarkt, umrahmt von einem umfangreichen Kulturprogramm. Weihnachtschöre, Straßentheater, internationale Tanzgruppen und Konzerte lokaler Bands stehen dort auf dem Programm. Weitere Advents- und Weihnachtsmärkte in Budapest befinden sich unter anderem am Liszt-Ferenc- bzw. Jókai-Platz (Andrássy út), am Batthýány-Platz, auf dem Hauptplatz von Óbuda sowie an der Vajdahunyad-Burg beim Stadtwäldchen und am Kálvin-Platz.

Wer allerdings nicht unbedingt in die ungarische Hauptstadt möchte und einen längeren Aufenthalt in Ungarn plant, der kann sich beispielsweise für Eger entscheiden. Von Temeswar aus ist die Stadt nordöstlich von Budapest in knapp fünf Stunden zu erreichen. Eger lockt unter anderem mit einem traditionellen Weihnachtsmarkt auf dem Esterházy-Platz und einer Bastelwerkstatt für Kinder.

Winterliches Lebkuchenfest in Gyula

Auf der Rückfahrt nach Rumänien können Reisende einen Abstecher nach Gyula unternehmen. Das kokette Städtchen, das Ungarns schönstes Heilbad – das Burgbad –  beherbergt, lädt das ganze Jahr über zur Entspannung ein. Eine Besonderheit in Gyula ist die „Hunderjährige Konditorei“ (Százéves cukrászda, Erkel tér), die zweitälteste dieser Art in Ungarn, die aus dem Jahr 1840 stammt. Sie ist mit Originalmöbeln aus der Biedermeierzeit eingerichtet.

Süßes bietet die Kleinstadt ab heute: Vom 11. bis zum 15. Dezember findet in Gyula bereits zum achten Mal das Honig- und Lebkuchenfestival statt. Das Festival spielt sich in der Ajtóssy-Straße Nr. 2-10 ab, sowohl unter freiem Himmel als auch im geschlossenen Bereich. Im Mittelpunkt stehen Honig und Lebkuchen,  auch Kosmetika aus Honig werden zum Verkauf angeboten und Rahmenveranstaltungen wie Wettspiele und Schönheitswettbewerbe rund um den Lebkuchen sind geplant.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 11.12 2015, 04:30
Herrlich ist's in Budapest, wo sich's herrlich leben lässt. Gastfreindschaft im Ungarland ist auf ganzer Welt bekannt. Und so herrlich ist's in den Lokalen, ungern lässt der Wirt sich was bezahlen. Und die Heiterkeit ist dort von spezieller Eigenart: Wenn der Ungar lustig ist, muss er immer weinen. Joi mama, joi mama, schen is doch die Welt. Wenn der Ungar glücklich ist, muss er noch mehr weinen. Joi Cigan, joi Cigan, spiel was mir gefällt. ...

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