„Wir möchten auch für ausländische Studierende attraktiv werden“

Deutschsprachige Studiengänge an der Polytechnischen Universität Bukarest vorgestellt

Freitag, 10. April 2015

Wollen die kommende Studentengeneration über deutschsprachige Studiengänge an der Polytechnischen Universität Bukarest informieren: Elisabeth Lazarou vom Kompetenzzentrum für Ingenieurswissenschaften an der Fakultät für Ingenieurwesen in Fremdsprachen (FILS) und Bogdan Rânea vom Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure.
Foto: Philipp Hochbaum

Alljährlich organisiert die Polytechnische Universität Bukarest das „Polifest“, auf dem sich die zukünftigen Studierenden über Lehrmöglichkeiten und Fächerkombinationen informieren können. So auch in diesem Jahr: Neben den einzelnen Fakultäten präsentierten sich vom 6. bis 8. April auch in Rumänien aktive Unternehmen, um verschiedene Konzepte einer Lernkooperation vorzustellen.

Elisabeth Lazarou, an der Fakultät für Ingenieurswesen in Fremdsprachen (FILS) zuständig für deutschsprachige Projektkoordination und Wissenschaftskooperation, hebt hervor: „Aus der Zusammenarbeit mit den Unternehmen können beispiels-weise Praktika oder die Betreuung von Abschlussarbeiten hervorgehen.“ Insbesondere vor der bevorstehenden diesjährigen Einschreibung solle die kommende Studentengeneration auf dem Polifest eine erste Orientierungshilfe erhalten. Die zur Polytechnischen Universität gehörende FILS wolle indessen noch einen Schritt weiter gehen: Seit 24 Jahren werden hier fremdsprachliche Studiengänge angeboten, wofür seit 1991 die Studienpläne der Technischen Universität Darmstadt Pate stehen. Mittlerweile ergänzen auch ein englisch- und ein französischsprachiges Programm die Studiengänge in deutscher Sprache. Koordiniert werden diese durch das Kompetenzzentrum für Ingenieurwissenschaften, welches zudem die Zusammenarbeit der Fakultät mit den Unternehmen stärken und internationale Forschungsprojekte anstoßen will. „Wir haben eine Kooperation mit dem Fraunhofer- und dem Max-Planck-Institut im Blick“, erklärt Lazarou. Das Ziel ist eindeutig: „Wir möchten für ausländische Studierende attraktiv werden, die hier ihren Abschluss machen wollen.“ Mittel- und langfristig solle dies auch über einen gemeinsam mit der TU Darmstadt konzipierten Doppelabschluss geschehen.

Indessen lasse sich das Hauptproblem nicht wegdiskutieren: die oftmals eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten der Studierenden und der Fakultät. Zahlreiche Studenten müssten ihren Lebensunterhalt zumindest teilweise mit Hilfe von Nebenjobs bestreiten – dem stehe jedoch oftmals nur ein mittelmäßiger oder gar unterdurchschnittlicher Lohn entgegen. „Wir versuchen zwar stets, unsere Studenten dafür zu sensibilisieren, den Verlockungen einer ersten Anstellung zu widerstehen und stattdessen einen bestmöglichen Abschluss zu erzielen“, unterstreicht Lazarou. Doch sei man sich darüber im Klaren, dass sich vielen Studierenden kein anderer Ausweg biete als eine Berufstätigkeit neben dem Studium. Das Kompetenzzentrum wolle in Zukunft jedoch Unternehmen gewinnen, um über Drittmittel die Finanz- und Forschungsbedingungen zu verbessern: „Wissenschaftlicher Nachwuchs muss gebunden und gehalten werden.“

Dieser Verbindung zwischen Forschung und Unternehmen widmet sich unter anderem der studentische Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure (VWI): Auf Initiative der TU Darmstadt gegründet, bemühen sich Studierende der deutschsprachigen Studiengänge an der FILS bereits seit 2001, in Rumänien aktive Unternehmen in Lehre und Forschung einzubinden. „Wir möchten den künftigen Absolventen die bestmöglichen Informationen über eine eventuelle Zusammenarbeit mit diversen Firmen bieten“, erklärt Bogdan Rânea, seit März 2015 stellvertretender Vorsitzender des Verbandes, während der Informationsveranstaltung. Ihre Ansprechpartner fänden sie dabei in ehemaligen Absolventen der FILS, die nach ihrem Studienabschluss den Einstieg in das Berufsleben geschafft haben. Zudem wolle der VWI die künftigen Studierenden über ein deutschsprachiges Studium an der Fakultät informieren – viele Interessierte wüssten vor der Einschreibung nicht, dass man an der Polytechnischen Universität auch fremdsprachliche Studiengänge belegen könne. Momentan bemühen sich über 30 aktive Mitglieder des Verbandes, der kommenden Studentengeneration die Perspektiven eines Studiums in deutscher Sprache zu präsentieren und die bereits eingeschriebenen Studierenden bei ihrer Kontaktaufnahme mit der Arbeitswelt zu unterstützen. „Ein Praktikum kann oft ein erster Einstieg bei einem künftigen Arbeitgeber sein“, hofft Rânea.

Vom 11. bis 18. Juli wird sich herausstellen, wie viele Interessenten die Fakultät und der VWI auf dem diesjährigen Polifest überzeugen konnten: Dann nämlich werden die Schulabgänger zur Einschreibung erwartet.

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