„Wir sind sehr beeindruckt“

Politische Delegation aus Baden-Württemberg auf Informationsreise in Hermannstadt

Dienstag, 16. Juli 2013

Deutsche Jahrbücher überreichte Landesvorsitzender Dr. Paul-Jürgen Porr (2. v. l.) an Paul Nemeth (li. Martin Bottesch). Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - Das Interesse für die Deutschen im Ausland führte Paul Nemeth auf seiner jüngsten Reise nach Hermannstadt/Sibiu. Der Abgeordnete im Baden-Württembergischen Landtag leitete eine elfköpfige Delegation von CDU-Mitgliedern, die sich während ihres bis Sonntag dauernden Besuches bei zahlreichen Treffen mit Vertretern der deutschen Minderheit über unterschiedlichste Themen informierten, angefangen von der Lokalpolitik über die Forumsarbeit bis hin zu Bildungs- und Gesundheitsfragen. Zur Delegation gehörten Vertreter von Unternehmen,  Kommunalpolitik sowie der Union der Vertriebenen und Flüchtlinge (UDVF).

„Wir sind sehr beeindruckt von ihrer Stadt“, meinte Nemeth beim Treffen mit Dr. Paul-Jürgen Porr, dem Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, und Martin Bottesch, dem Vorsitzenden des Siebenbürgenforums. Die Zusammenkunft am Freitag im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums gehörte zum Programm, welches das Deutsche Generalkonsulat vorbereitet hatte. Unter anderem trafen die von Generalkonsul Thomas Gerlach begleiteten deutschen Besucher mit dem Hermannstädter Bürgermeister Klaus Johannis, dem Bischof der Evangelische Kirche A. B. in Rumänien, Reinhart Guib, sowie mit Vertretern des Unternehmens Marquardt Schaltsysteme zusammen. 

Der Landesvorsitzende Porr informierte differenziert über die deutsche Minderheit in Rumänien sowie die Arbeit des Forums. Bottesch ergänzte mit Ausführungen über die Zusammenarbeit des Forums mit politischen Parteien. „Allerdings versuchen wir, uns keiner Partei zu sehr zu nähern, sondern unsere Eigenständigkeit zu bewahren.“ Einen besonderen Akzent legten beide auf die Kindergarten- und Schulbildung in deutscher Sprache. „Diese Tradition versuchen wir fortzuführen, auch wenn es immer schwieriger wird“, sagte Porr. In diesem Zuge erwähnte er die wertvolle Unterstützung durch deutsche Lehrer, die hierzulande „sehr willkommen ist“. Der Mediziner Porr informierte auf Nachfrage von Nemeth über die rumänische Gesundheitspolitik.

Bildung und Ausbildung standen im Mittelpunkt der Gespräche mit Bürgermeister Johannis. „Wir haben sehr großen Respekt vor seiner Arbeit“, meinte Nemeth, „wir glauben, dass er der Richtige wäre, zum Beispiel den Bildungsbereich voranzubringen“. Konkret zielte der deutsche Landespolitiker auf das duale Bildungssystem, das er als das „zentrale Erfolgsrezept der deutschen Wirtschaft“ bezeichnete. Auf die Frage nach den Erkenntnissen der Reise sagte Nemeth, dass er Anträge an die Landesregierung stellen wolle, wie bestehende Kooperationen intensiviert werden können, beispielsweise im Bereich des Lehreraustauschs oder der Unterstützung von Ausbildungsprogrammen.

Paul Nemeth gehört seit 2006 als Vertreter des Wahlkreises Böblingen – Sindelfingen – Schönbuch dem Landtag in Stuttgart an. Der Sohn eines Donauschwaben und einer Sudetendeutschen ist energiepolitischer Sprecher der CDU im Baden-Württembergischen Landtag und Landesbeauftragter für die Vertriebenen und Aussiedler.

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