Wir sind Sucher

Sonntag, 20. Januar 2019

Wir Menschen sind Sucher. Was suchen wir? Der Bergmann sucht im Schoße der Erde, oft unter Lebensgefahr, nach Gold, Silber, Erzen, Kohle, Erdöl und Erdgas. Der Physiker will die Gesetze der Natur erkunden, um sie in unseren Dienst zu stellen. Der Geograf erforscht unbekannte Erdteile und fremde Länder. Der Naturwissenschaftler will unbekannte Tiere und Pflanzen finden. Der Astronom will mit Teleskopen neue Sternsysteme erkunden. Der Militärforscher sucht nach wirksameren Waffensystemen und erfindet die Raketen. Der Wirtschaftler gründet neue Trusts, um noch mehr Geld zu erwirtschaften. Der Politiker sucht, seinen Einfluss zu vergrößern und zu festigen. Der Philosoph sucht, sichere Erkenntnisse über unser Sein zu gewinnen. Der Lottospieler sucht mit ausgeklügelten Methoden, das große Los zu gewinnen. Und wir? Wir suchen das große Glück. Haben wir es schon gefunden? Wir sind immer noch auf der Suche.

Die drei Sternkundigen aus dem Morgenland waren auf der Suche nach dem neugeborenen großen König. Sie wurden durch eine außerordentliche Sternenkonstellation zwischen Saturn, dem Schutzstern Israels und dem Königsstern Jupiter animiert. Diese trafen sich dreimal im Zeichen der Fische und dies zu einem Zeitpunkt, als das sogenannte „Fische-Zeitalter“, also ein neues Zeitalter begonnen hatte. Sie fanden den neugeborenen König aber nicht in einem Königspalast, sondern in einer Hütte. Dennoch knieten sie nieder und brachten dem neugeborenen König ihre Geschenke dar: Gold dem großen König, Weihrauch dem wahren Gott und Myrrhe dem sterblichen Menschen. Sie fanden, was sie gesucht hatten, aber anders, als sie es sich vorgestellt hatten.

Auch wir sind alle auf der Suche. Was und wo sollen wir suchen? Eine Parabel will uns den richtigen Tipp geben. Ein Mann hatte einen hohen Berg bestiegen, stieg aber wieder herab und begegnete dem verhüllten Gott. Er sagte zu diesem: „Ich war oben auf dem Berg des Sex und auf dem Berg des Egoismus. Ich war auf dem Waffenberg und auf dem Berg des Nationalismus. Ich war mächtig und reich. Ich habe überall gesucht, ganz oben und ganz unten. Ich habe das Gesuchte aber nicht gefunden. Ich suche noch immer. Ich suche Schutz, ich suche Hilfe, ich suche Liebe!“ Dann blickte er auf Gott und sagte: „Ich suche Dich!“ Wir alle sind Sucher, aber diese Erde kann mit all ihren Schätzen uns das erwartete Glück nicht bringen. Sie kann nur unseren Hunger und Durst nach dem großen Glück vergrößern. Das ist unsere Situation.

Das bezeugt auch der bekannte österreichische Dichter, Schriftsteller und Dramaturg Hermann Bahr (1863 – 1934). Seine literarischen Erfolge konnten ihm die ersehnte seelische Befriedigung nicht bringen. Er fand das so schmerzlich Gesuchte erst dann, als er sich ganz Gott zuwandte. Sein Bekenntnis lautet: „Ich trank aus allen Brunnen der Zeit und verschmachtete vor Durst. Da bin ich in meiner Herzensnot zu meinem Glauben zurückgekehrt. Um Wahrheit und innere Klarheit, um Gewissheit fing ich zu beten an. Die geistige Not hat mich beten gelehrt. Mein Glaube wurde nicht zuschanden, mein Gebet ist erhört. Ich fand in Gott all mein Verlangen gestillt. Von nun an schwiegen meine wilden Wünsche!“

Der Schriftsteller Gorch Fock (1880 – 1916), der im Ersten Weltkrieg den Seemannstod starb, erklärte: „Wer Gott jetzt nicht in seinem Leben findet, der gehört zu den Ewigblinden, die Ihn niemals entdecken werden, und ist ein Mensch ohne Ewigkeit!“

Der größte Denker seines Jahrhunderts, Blaise Pascal (1623 – 1662), erklärte: „Es gibt drei Arten von Menschen: Solche, die Gott dienen, weil sie Ihn gefunden haben; solche, die Ihn noch nicht gefunden haben; solche, die leben, ohne Ihn zu suchen. Die ersten sind vernünftig und glücklich; die zweiten sind vernünftig und noch unglücklich; die dritten sind unvernünftig und unglücklich!“
Wir alle sind Sucher und wollen auch finden. Schlüpfen wir in die Haut der drei Weisen aus dem Morgenland, denn sie fanden, was sie suchten. Den einzig richtigen Tipp gibt uns Christus selbst: „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und alles andere wird euch dazu gegeben werden!“

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