Wir und Europa

Rumänien seit fünf Jahren in der EU

Freitag, 06. Januar 2012

Vor genau 65 Jahren stand Europa als ein Scherbenhaufen in der hoffnungslosen Perspektive einer Heilung seiner Wunden; politisch, wirtschaftlich und kulturell. Die Landkarte war ein Haufen Papierschnitzel nach willkürlichen Besatzungen, Teilungen, ideologischen Grenzstichen - eine schwere Zeit sich Hoffnungen für eine Besserung, einen neuen Anfang zu leisten.


Europa steht nun heute mit einer geschichtlichen, vor 65 Jahren kaum vorstellbaren Leistung: 27 Länder fühlen sich in der Einheitlichkeit als europäische Union mit einer fast gelungenen Einheitswährung für alle, mit einer wirtschaftlichen Beweglichkeit und politischer Resonanz gemeinsamer Entscheidungen.


Rumänien, als volles Mitglied letzter Stunde fühlt sich endlich in seiner europäischen Zugehörigkeit bestätigt. Es ist auch befreit von seinem Frust als europäische Randredoute gesehen und übergangen gewesen zu sein. Den positiven Erwartungen, vielfach in exogenen Einwegstraßen des Bekommens, der Unterstützungen in diesem neuen Statut erwartet, stehen nüchtem nicht nur neue Rechte, sondern auch neue Pflichten gegenüber. Als Erstes ist sicher die Befreiung aus seinen politischen Burgpsychologien - ein langes Erbstück geschichtlicher Selbsterhaltung als Staat, als Land im Strudel großmächtiger Spielbälle.


Der einzelne Bürger, mit seiner neuen Zugehörigkeit die noch als volles und entsprechendes Bewusstsein im Aufbau steht, hat vor und für sich die einfache Fragestellung: was brachte mir die EU?

Er will einfache Antworten und steht noch immer für solche in Erwartung. Sie sind gegenwärtig hinter den schwarzen Wolken von Kettenkrisen und tragen ihm eine große Dosis von persönlicher Unsicherheit in seine Existenz und Zukunftsvorstellungen.

Dennoch stellt man eine eigene, persönliche Bilanzwaage in Diskussion, so kann man nicht über das ,,Bekommene" hinwegsehen:
 

  1. Eine vielseitige Gründungsunterstützung in Wirtschafts- und gesellschaftlichen Strukturentwicklungen aus europäischem Gemeinschaftsfonds. Sie haben direkte Berührung mit den Existenzfragen des Bürgers;
  2. Ein Auf- und Ausbau von staatsrechtlichen Institutionen als EU-Forderung zur Sicherung rechtlicher Ordnung und gesetzlicher Verantwortung;
  3. Eine Kontrolle der gegebenen Mittel der Landesverwaltung und der Einhaltung von Gesamtwirtschaftsparametern fur eine gesunde Wirtschaftspolitik;
  4. Eine   internationale,   nicht   grenzbehinderte  Beweglichkeit  von  Kapital   und Arbeit;
  5. Eine sichtbare und vertretbare Bereitschaft eigene Kultur und Geisteswerte auf eine größere Bühne stellen zu können, mit der Gleichwertigkeit im gemeinsamen Chor der europäischen Kultur.


Dies wären einige, nicht alle Antworten. Viele Fragen bleiben noch offen. Die meisten müssen wir wahrscheinlich in nächster Zukunft selbst beantworten.

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