Wisente bald in voller Freiheit

Auswilderungsprojekt trotz Rückschlägen auf bestem Weg

Dienstag, 16. September 2014

Armeniş - Das europaweit größte Auswilderungsprojekt von Wisenten in Armeniş, ist seit dem 12. September in eine neue Etappe getreten. Am 12. September sind die 17 Tiere von den projektverantwortlichen Rewilding Europe und WWF Romania gemeinsam mit dem verwaltungsbeauftragten Rathaus der Gemeinde Armeniş aus dem Akklimatisationsraum auf dem Hattert der Gemeinde in einem weiter gefassten, bewaldeten Raum in einen „halbfreien Zustand“ transferiert worden. Nun stehen ihnen 160 Hektar zur freien Bewegung zur Verfügung. Ab hier werden geführte Touren zum Besuch und Kennenlernen dieser vor Jahrhunderten in allen Wäldern und Sümpfen Europas in freier Wildbahn lebenden Tiere veranstaltet. Dazu haben Rewilding Europe und der WWF Romania Ranger ausgebildet. Diese kommen aus den Reihen der ortsansässigen Bevölkerung der ehemaligen Industriegemeinde des nördlichen Banater Berglands.

Das 160 Hektar große Gelände ist mit einem stromgeladenen Kabel umgeben – an den sich die Wisente übrigens schon vom viel eingeschränkteren Akklimatisationsraum her gewöhnt haben. Im kommenden Jahr, nach überstandenem Winter, werden die Wisente dann vollständig in Freiheit entlassen. Bis dann, so hoffen die Initiatoren des größten europäischen Auswilderungsprojekts für Wisente, dürften sich die Tiere ans Überleben im Freien – und auch unter winterlich erschwerten Bedingungen – angepasst haben und die Südkarpaten als neue Heimat annehmen. Es werden dann die ersten Wisente sein, die seit dem 18. Jahrhundert wieder in freier Wildbahn in den südlichen Karpaten leben. Dort wird ihnen ein Lebensraum von rund 59.000 Hektar – das Ţarcu-Gebirge – zur Verfügung stehen, den sie uneingeschränkt durchstreifen können. Es ist eines der vor der EU ausgewiesenen „Natura 2000“-Schutzgebiete.

Laut Meinung des Holländers Joep van de Vlasakker, dem Wisentefachmann von Rewilding Europe, geht die Auswilderung, trotz des kürzlichen Verlustes eines der Kälbchen, gut und planmäßig voran: „In ihrem neuen Lebensraum scheinen sich die Tiere sofort wohlgefühlt zu haben, zumal sie sich an ihre wichtigste Bewegungsbeschränkung, den elektrisch aufgeladenen Drahtzaun, gewöhnt haben und sich ihm nicht mehr nähern. Zudem habe ich bereits von ihnen geschaffene Waldlichtungen gesehen, die im Akklimatisationsraum entstanden sind. Das ist ein Zeichen von Eingewöhnung. Sie sind also bereit, bald im Naturschutzgebiet an den Hängen des Ţarcu-Gebirges die ihnen zustehende volle Freiheit zu bekommen.“

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