Wo die Riesen hausen

Samstag, 02. April 2016

Der überdimensionierte Tisch mit Stühlen erinnert an die sagenhaften Riesen der Region.

Das „Cetate“-Restaurant – ein guter Zwischenstopp auf dem Weg zum Sankt-Annen-See.
Fotos: Ralf Sudrigian

Wer die Gegend um Bálványos besucht, wird dort Vieles sehen und erleben können. Man kann wandern, man kann in kleinen Höhlen mit natürlichem Schwefelgeruch eintreten, den Sankt-Annen-See bewundern und wenn es warm ist, in diesem einzigen Vulkansee Rumäniens auch baden. Genauso gut kann man in Mineralwasser in kleinen Becken baden und aus anderen Quellen mit Vorsicht, um nicht Verdauungsprobleme zu haben, das gesunde, leicht salzige Mineralwasser auch kosten. In den Mofetten erwärmen einen die Kohlesäureausströmungen, wobei es auch angenehm am ganzen Körper zwickt und prickelt. Aber auch dabei sollte man nicht übertreiben. Und ein Besuch zu den Ruinen einer alten Burg (13. Jh.), gelegen auf der nahen Bergspitze (1050 m), sollte nicht vergessen werden.

In diesem Gebiet, das so viel bieten kann, sollen einst Riesen gelebt haben, lautet eine der Ortssagen. Im  Hof des Cetate-Restaurants (gelegen an der Straße, die Tg. Secuiesc/Kézdivásárhely mit dem Sankt Annen-See verbindet, in einer Krümmung, am Fuße des Berges mit der Burgruine) steht ein riesiger Tisch samt dazu passenden Stühlen für sie bereit. Die Riesen lassen auf sich warten, die Kunden hingegen nicht. Der Ort ist sowohl bei Touristen beliebt als auch bei den Einwohnern aus den umliegenden Ortschaften. Oft sind manche der rund 250 Plätze im Restaurant-Komplex mit überdachter Terrasse, rustikalem Saal, Sommergarten und rustikaler Terrasse reserviert für Hochzeiten, Taufen, anderen Familien- oder Betriebsfeiern.

Angeboten werden lokale Speisen (also szeklerische Küche) aber auch ungarische, rumänische und siebenbürgisch-sächsische Speisen. „Palinka & Paprika“ gehört wohl auch zur Befriedigung eines „Riesenhungers“. „Wir möchten unseren Gästen mit Essen körperliche Stärke und mit unseren Getränken seelische Frische bereiten“, kündigen die Inhaber (Familie Daragus) in einem Werbeprospekt an. Seelische Frische garantieren da nicht ausschließlich Tee oder Kaffee, sondern, in vernünftigen Quantitäten genossen, der Pflaumenschnaps (Palinka) oder das reiche Sortiment an Rot- und Weißweinen. Ansonsten treten „Nebenwirkungen“ auf, die im Motel-Teil des Komplexes auskuriert werden müssten.

Bei den Speisen sollte man außer der großen gemeinsamen Mixed-Grill-Tafel mit dem dazugehörenden  Speck und Zwiebel sowie Strohkartoffeln und „Mici“, oder der  Trockenwurst (Kostproben von 1 Meter Länge sind an der Wand ausgestellt), auch eine besondere Suppe kosten - die Bohnensuppe im Brot: Der Brotkern wird aus dem Hausbrot entfernt, die deftige Bohnensuppe wird in die goldbraunen Krusten-Tasse umgefüllt und einige Minuten ziehen gelassen. 

   

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