Wochenendausflüge im Banat

Luftkurorte im Banater Bergland laden zum Entspannen ein

Sonntag, 20. September 2015

Für Off-Road-Fahrten eignet sich das Banater Bergland am besten. Im Bild: Enduro-Fahrer in Wolfsberg

Blick auf Wolfsberg

Ein Ausflug auf den Gozna-Gipfel lohnt sich. Man kann mit dem Auto hinauffahren oder einfach durch den Wald wandern.

Der Stausee in Franzdorf ist zur Zeit etwas kalt zum Baden. Die Landschaft ist aber auch im Herbst bewundernswert.
Foto: Zoltán Pázmány

Dem stressigen Alltag entfliehen und an der frischen Luft entspannen können: Dieses Wunschszenario würden wohl viele Leute Wirklichkeit werden lassen. Das Stadtleben hat zwar seine Vorteile, denn man kann am Wochenende einem der zahlreichen Kulturereignisse beiwohnen, die in Temeswa/Timişoara stattfinden, allerdings verspürt man manchmal den Drang, einfach die Hektik der Stadt zu vergessen. Den Temeswarern, die gern für zwei-drei Tage das Stadtleben hinter sich lassen wollen, stehen im Banat mehrere Reiseziele zur Verfügung. Egal, ob es nun das Freizeit- und Reitzentrum bei Herneacova, der Luftkurort Wolfsberg/Gărâna im Banater Bergland oder Poiana Mărului am Fuße des Kleinen Berges/Muntele Mic ist: Die Fahrtzeit von eine bis zweieinhalb Stunden soll niemanden daran hindern, den Stress hinter sich zu lassen und seine Batterien mitten in der Natur wieder aufzuladen.

Freizeit- und Reitzentrum Herneacova

Für einen Tagesausflug ist das Freizeit- und Reitzentrum in Herneacova, etwa 35 Kilometer von Temeswar/entfernt (Fahrtzeit: 50 Minuten), ein Muss. Die Freizeitanlage begrüßt jedes Wochenende die Temeswarer, die ein paar Stunden an der frischen Luft verbringen wollen. Gerade für Familien mit Kindern ist der Ort empfehlenswert. Die Pferde auf dem Pferdehof wirken wie ein Magnet auf die Kleinen. Auch gibt es die Möglichkeit, zu reiten, allerdings müssen sich dafür organisierte Gruppen von mindestens zehn Personen im Voraus anmelden. Wer nicht selbst reiten kann oder möchte, der kann auch mit der Kutsche fahren. Die hügelige Landschaft und die Wälder um Herneacova bieten für eine Kutschfahrt die perfekte Kulisse. 

Spaß ist auch für Familien angesagt. Zehn mit Grillanlagen ausgestattete Gartenlauben stehen ihnen zur Verfügung, so dass sich die Touristen selbst versorgen können. Den sportlich Veranlagten stehen Mountain Bikes zur Verfügung. Damit können sie sich über die Hügel wagen und zum Beispiel die acht Kilometer lange Strecke zwischen Herneacova und Rekasch/Recaş zurücklegen. Die Trasse ist auch für Untrainierte nicht so schwer zu bewältigen.
Zur Zeit wird das Restaurant in Herneacova saniert, die Angereisten können allerdings selbst Gegrilltes zubereiten. Ein Pavillon mit Grillanlage wird gegen 50 Lei pro Tag vermietet. Das Leihen eines Fahrrades kostet 10 Lei pro Stunde.

Aufenthalt in den Luftkurorten am Semenik

Der Herzensberg der Temeswarer ist der Semenik. Zahlreiche Temeswarer haben sich auf dem Weg dorthin – in den deutsch-böhmischen Ortschaften Franzdorf/Văliug, Wolfsberg/Gărâna und Weidenthal/Brebu Nou - Ferienhäuser gekauft und fahren dorthin an den Wochenenden. Manche haben dort Gaststätten eröffnet und begrüßen alle Luftschnapper, die von Nah und Fern anreisen. Gerade im Winter sind die Hotels und Pensionen meist ausgebucht, denn Skipisten gibt es sowohl in Franzdorf, als auch auf dem Semenik-Gebirge. Doch auch ein warmer Herbst ist geradezu eine offene Einladung für all die, die sich an der reinen Luft aufhalten und wandern gehen wollen.

Ungefähr 150 Kilometer beträgt die Entfernung zwischen Temeswar und Wolfsberg bzw. dem Semenik-Gebirge. Die Straße führt von Reschitza/Reşiţa in Serpentinen bergauf, so dass man trotz der nicht so großen Distanz mit einer längeren Fahrtzeit von etwa zweieinhalb Stunden rechnen soll. Zu den beliebtesten Einrichtungen in Franzdorf gehört Ponton Casa Baraj, wohin es viele Partylöwen zieht. Hier werden an Wochenenden zahlreiche Partys veranstaltet.

In Wolfsberg, Dreiwässer/Trei Ape und Weidenthal gibt es jede Menge Unterkunftsmöglichkeiten. Erwähnenswert sind unter anderem die Pensionen Sus in Sat in Wolfsberg, das Camping Dreiwässer und Enduromania. Außerdem können die Touristen einfach bei den Einwohnern nachfragen, denn viele von ihnen haben Zimmer zu vermieten. Eine Unterkunft kostet hier rund 50 Lei pro Person in einem Doppelzimmer.

Im Banater Bergland kann man viele Wanderungen unternehmen, sowohl zu Fuß, als auch mit dem Fahrrad oder sogar mit dem Motorrad. Weidenthal ist das Treffen der Endurofreunde von überall her, die sich von hier aus durch die Wälder wagen. Vom Gozna-Gipfel (1447 Meter) des Semenik-Gebirges hat man einen besonderen Panoramablick über das gesamte Banater Bergland.

Poiana Mărului und Muntele Mic

142 Kilometer sind es von Temeswar bis zu Poiana Mărului im Verwaltungskreis Karasch-Severin (Fahrtzeit: etwa zweieinhalb Stunden). Den hiesigen Kurort gibt es offiziell seit 1936. Von hier aus können Bergfreunde Gebirgswanderungen unternehmen:  von Şaua Iepii zu den Massiven Bloju und Baicu, Gura Apei, wo sich das Wasserkraftwerk Râu de Mori befindet, vom Sucu-Tal zu den Gipfeln Cuntu und Ţarcu im Muntele Mic, u.v.m. Der Măru-See ist im Sommer ein beliebtes Reiseziel, denn man kann hier baden, angeln und Bootsfahrten unternehmen. Auch Enduro-Freunde und Fahrradfahrer kommen hier auf ihre Kosten, denn das Areal um Poiana Mărului bietet einen passenden Rahmen für ihre Lieblingstätigkeiten.

Hobby-Angler bevorzugen die Umgebung um Poiana Mărului, denn mit etwas Erfahrung können sie hier Forellen fangen. Sollte kein einziger Fisch anbeißen, so können sie die Fische von der naheliegenden Forellenzucht kaufen.
Auch in Poiana Mărului stehen den Touristen jede Menge Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung. Einige davon, wie zum Beispiel die Pensionen Mili, Carla oder Florina, sind mit Kinderspielplätzen ausgestattet. Die Preise schwanken zwischen 100 und 150 Lei das Doppelzimmer. Minifußball-, Tennis-, Basketball- und Volleyballfelder wurden eingerichtet, so dass die aktiven Gäste auch Sport treiben können.

Ozonluft in Herkulesbad

Eine reine Ozonluft, so wie es sie nirgendwo anders im Banat gibt: Das bietet der Luftkurort Herkulesbad/Băile Herculane, ungefähr 180 Kilometer von Temeswar (Fahrtzeit: fast drei Stunden) entfernt. Herkulesbad ist der älteste Luftkurort in Rumänien und im Süd-Osten Europas – dokumentarisch erwähnt wurde er bereits im Jahr 153 n.Chr. Die Kleinstadt am Cerna-Fluss ist europaweit bekannt wegen ihren Thermalquellen mit besonderer Heilkraft. Die Römer nannten die Ortschaft „Ad acquas Herculi sacra“ (die heiligen Wasser des Herkules), woraus sich später der Name der Stadt entwickelte.

Besonders ist vor allem die Luft in Herkulesbad. Obwohl die Ortschaft in nur 168 Metern Seehöhe liegt, atmet man hier eine Ozonluft wie in 1500-2000 Metern Seehöhe. Die Luft hier ist vergleichbar mit jener aus Davos in den Schweizer Alpen oder an den Niagara-Fällen. Seine Blütezeit erlebte Herkulesbad zur Zeit des österreichisch-ungarischen Königreichs im 19. Jahrhundert.

Jahrelang war der Kurort dem Verfall ausgesetzt, bis man vor etwa drei Jahren begann, einige Hotels im historischen Stadtkern wieder herzurichten. In Herkulesbad gibt es mehrere Pensionen, wie zum Beispiel die von einem Temeswarer betriebene Pension Safrane.

Einige Touristen suchen den Ort wegen den 16 Thermalquellen, die sich auf einer Strecke von vier Kilometern befinden. Diese haben einen unterschiedlichen Mineraliengehalt und werden zur Behandlung von orthopädischen oder neurologischen Erkrankungen, sowie bei Diabetes, Augen- und Magen-Darm-Krankheiten eingesetzt.
Der naheliegende Nationalpark Domogled-Valea Cernei lädt zu Ausflügen ein. Nur 19 Kilometer von Herkulesbad entfernt liegt die Stadt Orschowa/Orşova an der Donau und der Donauengpass Eisernes Tor mit den Großen und Kleinen Kesseln.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 01.10 2015, 20:57
lieber Ottmar, hast eh recht, dass es gut ist, wenn so entlegene Gegenden ein wenig Umsatz machen und somit nicht alle Bewohner von dort abwandern. An manchen Hotspots nervt es halt schon ein wenig, etwa was aus der Hohen Rinne geworden ist, dem Transfagaraschan oder aus der Schullerau. Das sind aber weniger die ausländischen Touristen, weil die suchen eher die Abgeschiedenheit und nicht Rummel und Jahrmarkt.
Michael, 25.09 2015, 08:51
Toller Beitrag! Ich fand auf outdooractive.ro einige dieser Touren, zusammen mit aktueller Weterlage und Wanderkarte gut beschrieben.
Auf weitere tolle ADZ Ausflugsbeiträge!
Ottmar, 23.09 2015, 17:48
@Fred Tourist freut sich wenn Wanderer und leise radelnde Biker von Hirtenhunden gebissen werden. Tourist ist ein unverbesserlicher Egoist der Rumänien nicht zu ein bisschen mehr Einkommen verhelfen will. Ich bin auch Motorradfahrer wurde auch schon von einem Hund gebissen, mit einer Lederkleidung macht das aber nichts und ich kann deine Erfahrung nur bestätigen. Ich habe auch keine lauten Auspuffe an den Motoren und ich erfreue mich der herrlichen Natur wenn ich in den Rum. Bergen fahre. außerdem bringe ich jede Menge Geld für Übernachtung Essen... nach Rumänien. das vergisst ein Mann wie Tourist. Er sollte man zum Sudelfeld nach Bayrischzell kommen dann weis er was Biker anrichten können. Jetzt ist es in Rumänien jedenfalls herrlich zu Cruisen und den Leuten ein wenig Umsatz zu bringen
Fred, 21.09 2015, 11:38
Tja, HErr Tourist. Ich bin einer von diesen Motorradfahrern und kenne solche Meinungen auch beruflich. An und auf der Donau mag der Angler die Kormorane und auch die Paddler nicht. Die Paddler mögen die Sportbootfahrer nicht, die Berufsschiffahrt mag die Sportbootfahrer nicht, die Personenschiffahrt mag die Berufsschiffahrt nicht.
Die Radfahrer nutzen die Betriebswege des Bundesverkehrsministeriums, mögen aber nicht, wenn ihnen dort Dienstfahrzeige begegnen. Der Umweltschützer mag alle nicht ...

So ist es halt, wenn keiner über den Tellerrand schauen mag. Ich war bisher 16mal in Rumänien und war immer versucht, so viel Rücksicht wie nur möglich auf Andere zu nehmen. Als Guide gebe ich diese Einstellung auch an meine Mitreisenden weiter. Als Tourist (wie Sie) bringe ich Umsatz in die Region und als sozial engagierter Mensch bringe ich medizinische Sachen ins A.D.A.M nach Slatina Timis, ins Krankenhaus Caransebes oder andere Hilfsgüter zu Kinderheimen und Sozialstationen in alle Ecken in Rumänien.

In Österreich bekam man Anfang der 80er Jahre kaum eine Unterkunft als Motorradfahrer und wenn, dann nur gegen Aufpreis. Seit die Generation der Wanderer, Blumenpflücker und Pilzsammler ausgeblieben ist, findet man an fast jedem der Hotels, die mich damals nicht beherbergen wollen, ein Schild: Bikers Welcome.

Sergio Morariu Bordan hat mit der EnduRoMania ein Tourismuskonzept entwickelt, was seit mittlerweile 20 Jahren Besucher und auch Geld in die Region bringt.
Ich war 2006 zum ersten Mal da, da war Weidenthal und Wolfsberg fast ausgestorben.

Mag sein, dass es ein paar Idioten bei den Motorradfahrern gibt, so wie es die auch unter den Wanderern, Blümchenpflückern, Pilzsammlern, Autotouristen ... gibt. Das ist einfach ein Spiegel der Gesellschaft.
Bei den offiziellen EnduRoMania-Veranstaltungen gibt es vor Beginn ein Briefing, wo alle Teilnehmer ermahnt werden, sich rücksichtsvoll zu vehalten. Es gibt schon viel früher - nämlich schin bei der Anmeldung - auch entsprechendes Informationsmaterial per eMail.

Während der 16 Reisen, die ich mittlerweile nach Rumänien unternommen habe, habe ich durchweg Gastfreundschaft erlebt. Ob das der Hirte irgendwo im Nirgendwo war, bei dem wir für einen kurzen Plausch angehalten haben, oder die Magazinbesitzer, wo wir uns unterwegs versorgt haben.Ob es einfach Leute waren, denen wir in den Orten begegnet sind.
Wann immer ich mit meinen - zwar noch immer holprigen - Rumänischkenntnissen mit den Leuten gesprochen habe, kam nie eine Antwort, dass ich als Motorradfahrer nicht willkommen bin.
Offenbar stört das nur die anderen Touristen.
Tourist, 20.09 2015, 21:46
die Ruhe und Idylle wird genau von diesen Motorrad-Typen extrem gestört. Geht lieber Wandern, Blumenpflücken oder Pilzesammeln, wenn ihr Ruhe und Entspannung sucht.

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