Wohnungspreise stabilisieren sich im Bergland

Immobilienhändler: Für „Prima Casă“ steht zu wenig Geld zur Verfügung

Samstag, 20. Oktober 2012

Symbolfoto: sxc.hu

Die Immobilienhändler des Banater Berglands sind der Ansicht, dass die Zeit der Stabilisierung der Wohnungspreise gekommen ist. Zwei Jahre lang, so sagen sie, sanken sowohl die Preise als auch die Zahl der Transaktionen in den Keller, aber die seit dem Frühjahr 2012 vorhandenen ersten Anzeichen der Stabilisierung mehren sich zunehmend: Die Preise werden stabiler und die Zahl der Transaktionen hat sich, im Vergleich zum Vorjahr, auf einem höheren Niveau eingependelt.

„Zugegeben, wir können immer noch nicht vollmundig sagen, dass wir auf einem außerordentlich profitablen Markt tätig sind“, meint Dan Nănuţ, Administrator eines Immobilienunternehmens. „Aber die sich abzeichnende Stabilisierung ist recht wohltuend. Denn wenn in den vergangenen paar Jahren die Preise auf einer sehr breit gefächerten Skala herumpendelten, dann stellen wir zur Stunde nur noch ganz schwache Preisschwankungen fest, vor allem bei Appartements.

Die Schwankungen sind aber auf einem niedrigeren allgemeinen Preisniveau als vor 2008. Wir können immer noch nicht sagen, dass die Kaufkraft der Bürger im Banater Bergland gestiegen ist, aber es gibt wieder eine gewisse Kauffreudigkeit und auch eine gestiegene Flexibilität der Verkäufer.“

Geldwertstabilisierung durch Wohnungskauf

Grundsätzlich haben die Immobilienhändler vorerst einen weiteren, wenn auch weitaus geringeren Preisverfall auf dem Wohnungsmarkt festgestellt. Er liegt heute bei rund fünf Prozent dessen vom Jahresanfang 2012.

Zu der Zeit hatten sich die Preise eingependelt. Außerdem neigt die Bevölkerung mittlerweile eher dazu, Wohnungen zu mieten, was die häufige Nachfrage bei den Immobilienhändlern beweist – vor allem in der Gegend um Temeswar/Timişoara und vor allem in Bezug auf Zweizimmerappartements.
Reschitza sei da eine kleine Ausnahme, weil in Reschitza immer noch mehr Wohnungen verkauft als vermietet werden. Nănuţ: „In Reschitza steigt die Zahl der Wohnungskäufer sogar. Anscheinend sind das auch Anzeichen dafür, dass die wirtschaftliche Flaute der Stadt ihrem Ende entgegengeht, aber auch für einen Generationswechsel und nicht zuletzt – das wissen wir aus den Kontakten mit den Kaufinteressenten – ist es das Zeichen, dass im Ausland verdientes Geld hier in Wohnungen angelegt wird.“

Nach wie vor sind die Preise der Wohnungen in den Hochhäusern der Reschitzaer Neustadt niedriger als im Stadtzentrum. In der Neustadt wird eine Zweizimmerwohnung für durchschnittlich 20.000 Euro verkauft, im Stadtzentrum für 25.000 Euro. Eine Dreizimmerwohnung kostet in der Neustadt – je nach Lage und Bausubstanz – zwischen 25.000 und 27.000 Euro. Eine vergleichbare Wohnung kostet im Stadtzentrum zwischen 35.000 und 45.000 Euro, je nach Zustand und Modernisierungsgrad. Nur zur Erinnerung: Vor Ausbruch der Krise kostete dieselbe Wohnung zwischen 45.000 und 65.000 Euro.

Banken als Akteure des Wohnungsmarkts

Dabei stellen die Immobilienhändler in den letzten Monaten auch einen Anstieg des Angebots fest. „Die Auswahl ist größer geworden, aber an den Preisen hielten die Verkäufer fest.“ Eine Sonderstellung nehmen die Wohnungen ein, die von den Banken in regelmäßigen Abständen per Zwangsversteigerung angeboten werden und die säumigen oder insolventen Kreditnehmern abgenommen wurden, die mit der eigenen Wohnung einen Kredit abgesichert hatten. Bei Zwangsversteigerungen kann man oft Schnäppchen machen, worauf so mancher professionelle Versteigerungsteilnehmer spekuliert.

Die Immobilienhändler empfehlen sogar denjenigen, die beim Kauf einer Wohnung nicht unter Zeitdruck stehen, sich über solche Zwangsversteigerungen der Banken auf dem Laufenden zu halten – einige Immobilienhändler nehmen sogar Aufträge zur vertretungsweisen Teilnahme an solchen Versteigerungen an.

„Aber für viele bleibt als größtes Problem das Geld: Immer noch kommt man nicht so leicht an einen Kredit heran und nur wenige haben das Geld übrig. Am gefragtesten sind immer noch die „Prima Casă“-Käufe, weil hier nur der Betrag von fünf Prozent des Gesamtkaufwerts aufgebracht werden muss und alles andere über (oft lebenslange) Ratenzahlungen läuft.“

Dan Nănuţ weiter: „Leider gehen die Jahresfonds für ‘Prima Casă’ immer sehr schnell zu Ende. Die jungen Käufer beschränken sich dabei auch meist auf Zweizimmerwohnungen, dieses Geschäft läuft nach wie vor am besten.
Was die Zukunft betrifft: Die Preise werden wohl nicht mehr weiter sinken, aber auch keine großen Erhöhungen erfahren. Wir gehen von einer Preisstabilität auf dem gegenwärtig erreichten Niveau aus. Immer noch ist der Immobilienmarkt ein genaues Abbild des Zustands der rumänischen Wirtschaft.“

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