WORT ZU WEIHNACHTEN: Das Licht des Sternes weist den Weg

Dienstag, 24. Dezember 2013

Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem anderen Weg wieder in ihr Land.    Matthäus 2, 10-12:
Gott kommt in unsere Welt und wird Mensch, damit wir gerettet werden. Ein geheimnisvoller Glanz liegt über dem Weihnachtsfest, der mit Worten nur schwer zu beschreiben ist. Die Ereignisse tragen sich ja nicht in den großen Zentren der Macht zu, sondern irgendwo auf dem Feld, in einem unbedeutenden, abgelegenen Dorf, in einer Herberge, irgendwo fern ab von den großen Zivilisationen und jeder menschlichen Kultur, und dann doch tiefer mit all dem verbunden, als menschliches Sinnen sich das vorzustellen vermag.

Trotzdem oder gerade deshalb haben sich diese Weisen aus dem Morgenland, Gelehrte, Männer der Wissenschaft aus jenen Tagen, auf den Weg gemacht, um jenes Kind zu finden und anzubeten, das sie mit ihrem Herzen, mit ihrem Geist und allen ihren Sinnen schon immer suchten. Es ist die Ahnung der Ewigkeit im Herzen des Menschen, das Staunen über die Wunder der Schöpfung, jene Sehnsucht nach der verloren gegangenen Wahrheit, die alles trägt, das Suchen nach dem Licht, das unser Leben hell macht, das Fragen nach dem HERRN und Schöpfer, der durch sein heiliges und beständiges Wort den Himmel, die Erde und den Menschen geschaffen hat, und der darum auch Antwort auf die Frage geben kann, warum und wozu der Mensch da ist auf dieser Welt, Du und ich, jeder einzelne, wir alle.
Hier ist bedeutsam, dass sie sich selber auf den Weg machen, dass sie anklopfen, suchen und fragen, nicht wie Herodes, der zu Hause sitzen bleibt und andere suchen lässt, sondern dass sie selber losgehen, dass sie selber den Weg suchen, und dass sie sich von dieser ihrer Suche nicht abbringen lassen, sondern solange suchen, bis sie den gefunden haben, den sie finden wollten.

Genau an dieser Stelle aber beginnt das Wunder, das uns heute beschäftigt, nämlich, dass die, die vorher nichts von Gott wussten, vielleicht auch nichts von Gott wissen wollten, anfangen, nach Gott zu fragen, dass sie sich aufmachen zu einem Ziel, das sie vorher nicht kannten, ja dass sie sich von Gott in Frage stellen und belehren lassen. Denn sie verlassen ja ihre alte Heimat, die heidnischen und gottlosen Gewohnheiten und Gebräuche, und sie lassen sich leiten von dem Licht jenes Sternes, der sie nach Jerusalem und später zu dem neugeborenen König in der Krippe selbst führen wird, vor dem sie niederfallen, den sie anbeten und beschenken.
Es ist ein weiter Weg, den sie gehen müssen; aber es hat sich erfüllt, wonach sie sich sehnten, sie haben den gefunden, den sie suchten. Berichtet wird von ihrer Freude, nicht von einer kleinen Freude, sondern von der sehr großen Freude, mit der sie sich gefreut haben, und diese Freude ist groß, sehr groß, weil sie teilhat an der himmlischen Freude, an der Freude der Engel, weil sie teilhat an der Freude der Heiligen und der himmlischen Heerscharen, weil sie teilhat sogar an der göttlichen Freude, mit der sich Gott über jeden Sünder freut, der umkehrt und Buße tut. Das ist keine äußerliche Freude mehr, sondern ein stiller Glanz, ein heiteres Licht, ein Strahlen von innen nach außen, eine leuchtende Stille, ein laut rufendes Geheimnis, ein sanftes, bewegungsloses Tanzen der Engel mit den Menschen.

Da kann es nun gar nicht anders sein: Sie sind am Ziel und treten ein in das Haus, die Kirche, und sehen das Kind mit Maria, seiner Mutter. Gott wurde Mensch, und sie sehen den Mensch gewordenen Gott; ja, sie haben IHN gefunden. Unaussprechlich ist, was sie erleben. Meine Worte reichen nicht aus, um dieses Geheimnis zu beschreiben. Die Jungfrau bringt den Mensch gewordenen Gott zur Welt. Die karge Hütte wird von dunklem Glanz erfüllt. Der HERR ist König und wir dürfen Zeugen Seiner Herrlichkeit sein. Die weit gereisten Weisen können gar nicht anders, als niederzufallen, anzubeten und ihre Geschenke auszubreiten: Weihrauch, Gold und Myrrhe.
Das sind Geschenke, die der Geburt eines Königs würdig sind, und es ist weit mehr als das: Wir feiern, dass Gott in diese Welt kam und Mensch wurde. Die Weisen aus dem Morgenland sind uns vorausgegangen und zeigen uns den Weg, wie wir diesen König finden können. Denn sie nehmen keinen Anstoß an den äußerlichen Verhältnissen. Sie lassen sich nicht blenden von vergänglichem Glanz und irdischer Herrlichkeit. Sie lassen sich führen an den Ort, wo sie das Kind finden, nämlich in Windeln in einer Krippe liegend. Äußere Armut hält sie nicht ab, auf das Wesentliche zu schauen.
Und was finden sie? Sie finden das Kind und Maria, seine Mutter.

Ohne Zweifel geschieht hier etwas Bedeutsames und zugleich zutiefst Natürliches. Wir feiern ja  die Geburt unsres HERRN und Heilandes Jesus Christus. Da ist es klar, dass Maria, seine Mutter, dabei ist, ja sogar dabei sein muss. Sie ist es ja, die Jesus zur Welt bringt. Und doch erwähnt der Evangelist Lukas diesen Umstand ausdrücklich. Weshalb?
Offensichtlich, weil es wichtig ist, dass Maria auch da ist. Wenn wir Jesus anbeten und verehren, können wir an Maria nicht achtlos vorübergehen. Sie ist die Mutter des HERRN. Als solcher gebührt ihr Respekt und Verehrung. Denn sie hat Gott geboren. Sie ist wahrhaft Gottesgebärerin. So haben es unsere Vorgänger in Petersdorf bezeugt und so wollen auch wir es heute bezeugen. Maria ist die Mutter unseres Gottes, Fürbitterin, Urbild der Kirche, untrennbar und auf immer verbunden mit Jesus und denen, die den HERRN liebhaben, so wie es Jesus noch vom Kreuz her selber geordnet hat.
Dann ist da noch etwas wichtig. Die Weisen aus dem Morgenland gehen nicht denselben Weg zurück in ihr Heimatland. Die Begegnung mit Gott hat sie gewandelt, sie sind andere geworden, so wie nur die göttliche Liebe, Gott selbst, einen Menschen verwandeln kann und zu einem neuen Menschen macht, der schon hier auf Erden mit ganzem Herzen, ganzer Seele einstimmt in den Lobgesang zur Ehre des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*