WORT ZUM JAHRESWECHSEL: Kontrapunkt Gott

Sonntag, 31. Dezember 2017

Jahreslosung 2018: Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“
Offb.21,6

Liebe Schwestern und Brüder!

Diese Jahreslosung lockt uns. Ganz unvermittelt bekommen wir etwas versprochen. Ein großes Geschenk wird uns in Aussicht gestellt. Freuen wir uns darauf?

Im Alltag erfahren wir das anders. Nichts ist umsonst in unserer leistungs- und profitorientierten Welt. Das, was etwas wert ist, kostet. Das, was der eine braucht und dem anderen Spaß macht, ist teuer. Was umsonst ist, ist auch nichts wert. So lehrt uns das in dieser Zeit zunehmende kapitalistische und materialistische Denken. Gerade Hunger und Durst nach Leben treiben das Wirtschaftssystem voran. Wachstum und Wohlstand können nur durch Fortschritt und Konsum angekurbelt werden. Weil wir so viel leisten müssen und stark gefordert sind, sogar überfordert werden, gieren wir nach Erfolgen. Im Beruf wollen wir befördert werden. Privat betreiben nicht wenige extremere Sportarten. Der Urlaub wird immer exotischer und ausgefallener. Sogar die Freizeit an Wochenenden wird von Höhepunkt zu Höhepunkt verplant. Unser menschliches Miteinander nehmen wir oft nur noch über Festlichkeiten wahr. Ist das alles? Was, wenn der Erfolg ausbleibt, die Kraft zurückgeht, der Leib streikt, das Miteinander leidet und wir nicht mehr mitkommen mit der sich immer stärker, immer schneller, immer weiter drehenden Leistungsspirale?

Es muss nicht so weit kommen. Es gibt einen, der einen Kontrapunkt setzt, der zum Auftanken, zur Quelle führt: Gott. Nicht Leistung, sondern Gnade. Nicht Werke, sondern Glaube. Nicht ich, ich, ich, sondern Christus. Nicht Konsum, sondern Gottes Wort. Die Welt fordert Leistung, Werke, Egoismus, Konsum. Gott fordert nicht, sondern schenkt, sogar umsonst. Nicht vom Überfluss, sondern vom Wichtigsten, von der Quelle, von Herzen. Wenn Gott gibt, tut er es nicht berechnend, sondern überfließend, verschwenderisch. Ob wir aus seiner Quelle trinken wollen oder nicht. Seine Liebe für uns ist der Beweggrund dafür. Weihnachten haben wir das gefeiert. Das gilt, seit Christus geboren ist, über Weihnachten hinaus, auch ins nächste Jahr hinein. Diese Quelle ist immer zugänglich. Im Gebet, im Gottesdienst, im Abendmahl, in der christlichen Gemeinschaft. Wir brauchen es nur zu wollen und aus der Quelle zu trinken. Sie spült den alten Ballast fort, sie tröstet und heilt, sie erfrischt und verleiht neue Kraft und Mut, sie richtet auf und macht hoffnungsvoll. Aus seiner Quelle, der Liebe Gottes, entspringt lebendiges Wasser, was wir zum lebenswerten Leben brauchen.

Ein Blick in unser Land, nach Europa, in die Welt macht deutlich, dass wir auch 2018 durch machtgierige, national-populistische, korrupt-diktatorisch regierende Parlamentsmehrheiten, Regierungen oder Herrscher zu leiden haben werden. Die uneigennützige verschwenderische Liebe Gottes, die das Wohl des anderen sucht, ist nicht im Blickpunkt. Von der kurzweiligen, eigensüchtigen und menschenverachtenden Macht wird nichts übrigbleiben, wenn die letzte Stunde schlägt und der Tag der Gerechtigkeit. Die Großen und Staaten dieser Welt sind vergänglich. Davon wird einiges schon 2018 sichtbar werden. Das Reich Gottes, auf das wir mit jedem neuen Jahr zugehen, ist von anderer Qualität und hat Ewigkeitswert. Das prophetische Wort Gottes aus der Offenbarung des Johannes weiß das im schönen Bild vom neuen Himmel und der neuen Erde zu beschreiben. Davon in Offb. 21,1-8 zu lesen, kann ich nur empfehlen. Wo Gottes Liebe zum Zuge kommt, hat alles Böse und alles Leid ein Ende. Auch wenn diese neue Erde noch Zukunft ist, haben wir doch durch Jesus Christus die Gewissheit, dass Gott bei uns ist. Bei seinen geliebten Kindern. Er hat uns das Bild von der neuen Erde in die Herzen gepflanzt. Er steht uns zur Seite und befähigt uns, als die vielen kleinen Leute, an vielen kleinen Orten, mit unserer kleinen Kraft das Gesicht der Welt schon heute und im Jahr 2018 zu verändern. Damit wir darüber nicht müde und matt werden, erinnert uns Gott: „Ich will (dir) dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Nehmen wir dies Geschenk an. Es bedeutet Leben, Liebe und Hoffnung. Damit segne uns reichlich der Vater im Himmel im Neuen Jahr 2018. Amen.

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