WORT ZUM KARFREITAG: Seine Hoffnung auf Gott setzen

Freitag, 06. April 2012

Liebe Leserinnen und Leser, es gibt viele Gründe in der heutigen Zeit, unzufrieden zu sein, resigniert und hoffnungslos. Doch ich frage mich, wenn wir uns nur noch von diesen negativen Erfahrungen und Erlebnissen beeinflussen lassen würden, wo kämen wir dann hin?! Ich glaube, auf diese Frage brauche ich gar nicht mehr zu antworten.
Wenn wir auf unser Leben mal kurz zurückblicken würden oder auf das Leben unserer Gemeinschaften, dann denke ich, dass es doch noch ein paar Dinge gibt, die uns anders stimmen können, die Freude und Hoffnung in uns wecken. Man braucht diese nur aus den Tiefen unserer Seele an die Oberfläche unseres Gemüts zu bringen, damit wir auch die wunderbaren Dinge, die uns im Leben begegnen, sehen.

Vergangenen Palmsonntag haben wir in der evangelischen Kirchengemeinde A. B. Zeiden die Konfirmation von 10 Jugendlichen gefeiert. Es war ein besonderes und rührendes Erlebnis, Mädchen und Jungen in den alten sächsischen Trachten in einer vollen Kirche zu sehen, die, auch wenn sie aus einem ganz anderen Hintergrund kommen, in unserer Gemeinschaft ein Zuhause gefunden haben und darin als evangelische Christen leben wollen. Das ist doch, ihr Lieben, ein Zeichen der Freude und der Erfüllung. Wir dürfen hoffen, dass das Leben nicht nur für unsere Gemeinschaften weitergeht, sondern auch für uns ganz persönlich, auch wenn wir manchmal Rückschläge erleiden.

Mit Karfreitag ist auch für die Jünger Jesu eine Welt regelrecht zusammengebrochen. Nichts mehr war wie früher. Auch bei ihnen war die Enttäuschung groß. Die Resignation und die Hoffnungslosigkeit konnte man in ihren Augen und Gesichter spüren. Doch Gottes Heilsplan hörte nicht hier auf, sondern erfüllte sich am Ostermorgen in der Auferstehung seines lieben Sohnes, als das Leben endgültig siegte. Eine ganz neue Zeit begann für die damaligen Christen, die voll Freude und Hoffnung war.

Eine ganz neue Zeit brach auch für die alttestamentliche Frau Hanna an, als sie die wunderbare Tat Gottes an ihrem eigenen Leib erfahren durfte. Sie war „tot“ und erkannte in ihrem Leben keinen Sinn mehr. Ihr Wunsch nach einem Kind war unermesslich groß, aber nie erfüllt worden. Sie wurde wegen ihrer Kinderlosigkeit gekränkt und verhöhnt. Sie war betrübt und traurig, wie jene Frauen, die am Ostermorgen zum Grab Jesu eilten. Doch dann geschah das Wunder. Nachdem sie lange Zeit zu Gott gebetet hatte, bekam sie schließlich einen Sohn, den sie Samuel nannte, was „Gott erhört“ bedeutet. Hannas Leben bekam erneut einen Sinn.

Weil sie diese wunderbare Tat Gottes erfahren hatte, stimmte sie ein Loblied an, das in vielen Kirchen am Ostersonntag als Predigtwort erklingen wird. In diesem Loblied wird klar, dass Gott die Schwachen erhört und zugleich auch erhöht. Hannas Jubel erinnert an das Gebet, das Maria gesungen hat, als der Engel ihr die Geburt angekündigt hatte. Hanna erlebt das alles wie eine Auferstehung, mitten im Leben.

Erleben wir das nicht auch manchmal? Wenn man meint, keinen Ausweg zu finden, und sich doch noch ein Türchen für uns auftut. Wenn man meint, am Boden zu sein, und sich trotzdem jemand findet, der uns hilft, wieder aufzustehen. Wenn man eine schwere Krankheit besiegt. Wenn es uns gelingt, nach langem Streit wieder aufeinander zuzugehen und uns zu versöhnen.
Wenn wir es schaffen, die Welt wieder mit offenen Augen zu sehen, ihre Schönheit zu genießen, dafür danken und vertrauensvoll in die Zukunft gehen. Wer seine Hoffnung in Zeiten der Not auf Gott setzt, der wird seine Gnade erleben, auch wenn es manchmal Zeit braucht, bis wir das spüren. Wer auf Gott mit Vertrauen und Geduld wartet, der wird nicht enttäuscht werden. Auch Jesus Christus wurde in seinem Warten auf Gott nicht enttäuscht. Denn trotz der tiefsten Schlucht des Todes, die er durchschreiten musste, hat er am Ostermorgen die Herrlichkeit der Auferstehung erlebt.

Von diesem gnädigen Gott, der alles zum Guten wendet, der die Auferstehung uns oft auch mitten im Leben spüren lässt, von diesem Gott singt Hanna. Lasst uns, liebe Leserinnen und Leser, mit dieser Zuversicht auf Ostern zugehen und uns am Heil erfreuen, das Gott durch seinen Sohn Jesus Christus allen Menschen, dir und mir, bringt. Amen

Kommentare zu diesem Artikel

Ovidiu, 06.04 2012, 12:36
Eine fantastische Botschaft

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