WORT ZUM OSTERSONNTAG: Zwei Tage, die die Welt veränderten

Sonntag, 16. April 2017

Vor Jahren erschien ein Buch mit dem Titel „Zehn Tage, die die Welt veränderten.“ Der Verfasser beschrieb die zehn Tage der bolschewistischen Revolution vom Oktober 1917 und die daraus erfolgten politischen und sozialen Folgen. Diese wurden vermehrt und verstärkt durch den Mitsieg der Sowjetunion Stalins im Zweiten Weltkrieg. Weite Teile Europas und auch einige Länder Asiens wurden durch die Ideologie des „Roten Sternes“ verändert. Aber diese „Weltveränderung“ ist nur eine kurze Episode in der Menschheitsgeschichte. Währte sie doch im Ursprungsland Sowjetunion nur 74 Jahre. Es wurde eine Veränderung zum Bösen durch Gewalt und Klassenkampf heraufbeschworen. Es gibt ein anderes Ereignis der Menschheitsgeschichte, das die „Welt in zwei Tagen“ zu verändern begann. Diese begonnene Veränderung dauert auch nach Jahrtausenden noch an und wird bis ans Ende der Welt andauern. Es ist eine „Weltveränderung zum Guten“, denn sie wurde durch das Kreuzesopfer der Liebe verursacht. Diese beiden Tage heißen Karfreitag und Ostern.

Welche weltverändernde Bedeutung hat der Karfreitag? In der Zarenzeit war ein russischer Soldat in schwere Schulden geraten. Bei leichtlebigen Soldaten ist das nicht zum Verwundern. An einem Abend rechnete er auf einem Blatt alle seine Schulden zusammen. Als er die hohe Endsumme sah, geriet er in Verzweiflung. Ihm drohte schwerer Kerker. Verzweifelt schrieb er unter die Schuldsumme: „Wer kann das bezahlen?“ Von Müdigkeit übermannt, schlief er am Tisch ein. In dieser Nacht ging der Zar Nikolaus auf Inspektion durch die Kaserne. Er wollte persönlich nach dem Rechten sehen. So kam er auch in das Zimmer des neben seinem Schuldenzettel eingeschlafenen Soldaten. Der Zar nahm das Papier in die Hand, las die Schulden und die verzweifelte Frage: „Wer kann das bezahlen?“ Er schrieb darunter: „Zar Nikolaus!“ Als der Soldat erwachte und auf dem Zettel den Namen des Zaren erblickte, glaubte er an einen Scherz seiner Kameraden. Doch wie staunte er, als ihm beim Morgenappell vom Obersten die nötige Summe überreicht wurde, mit der er seine Schulden begleichen konnte. Der Zar hatte die Schulden des Soldaten bezahlt.

Rechnen wir alle Sündenschulden unseres Lebens zusammen und addieren wir sie zu den Sündenschulden aller Menschen vor Gott – welch einen gewaltigen Schuldenberg hat die Menschheit aufgerichtet? Wir können mit allem Geld der Welt diese gewaltige Schuld nicht begleichen. Einer aber hat es für uns getan: Jesus Christus. Am Karfreitag! Er hat diese Schuld mit dem Kostbarsten, das es gibt, beglichen: Mit seinem Blut und Leben! Daran erinnert uns der Apostel Petrus: „Ihr wurdet nicht mit einem vergänglichen Preis losgekauft, nicht mit Silber und Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel!“ – Nur Menschen, die erkennen, dass sie durch den Karfreitag das große Geschenk der „sündenfreien Brust“ erhalten haben, sind fähig, an der Veränderung der Welt zum Guten erfolgreich mitzuwirken. Dazu haben wir viel geistige Kraft nötig. Die Quelle, aus der uns diese Kraft zufließt, ist der „zweite Tag“, der die Welt zum Guten verändern hilft: Der Ostertag! An diesem Tag ist Christus von den Toten auferstanden und hat uns ein Leben verheißen, das kein Tod uns rauben kann. Wir werden es erlangen, wenn unser Lebensprogramm lautet: „Meide das Böse und tue das Gute!“ So werden wir aus schuldbefleckten Karfreitagsmenschen erlöste Ostermenschen, die dem verheißenen ewigen Leben hoffnungsvoll entgegengehen.

Ist diese weltverändernde Osterbotschaft nicht zu schön, um wahr zu sein? Ein Chemieprofessor führte seinen Schülern ein Experiment vor. Er legte einen Silberbecher in Essigsäure. Nach einiger Zeit war der Becher verschwunden. Das Silber war von der Säure völlig aufgelöst. Der Professor fragte: „Kann ich das Silber wieder gewinnen?“ Die Schüler zweifelten. Der Professor fügte der Essigsäure noch einige chemische Stoffe zu. Alsbald bildete sich ein Niederschlag von reinem Silber. Aus diesem Silber ließ der Professor durch einen Silberschmied einen neuen Becher herstellen, schöner und kunstvoller als es der ehemalige Becher war. Der Professor erklärte: „Wird Gott, der in die Dinge der Natur solche Kräfte gelegt und der dem Menschen solche Kunstfertigkeit gegeben hat, nicht auch die Kraft haben, unseren in Staub zerfallenen Leib wieder zu erwecken und schöner wieder herzustellen?“ Wir glauben es. Wir wollen Gott für die zwei weltverändernden Tage, Karfreitag und Ostern, danken. Nehmen wir die geistige Kraft, die uns aus diesen zwei Gnadentagen zufließt, in uns auf. Sie wird uns helfen, an der Weltveränderung zum Guten mitzuwirken und unser persönliches Heil dankbar anzunehmen.

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