WORT ZUM SONNTAG: Alles ist neu geworden

Sonntag, 12. März 2017

„Da fingen einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern an und sprachen zu ihm: Meister, wir möchten gern ein Zeichen von dir sehen. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein. Die Leute von Ninive werden auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen, denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona. Die Königin vom Süden wird auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen, denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo.

(Matthäus 12, 38-42)“

Viele Zeichen und Wunder hat Jesus getan. Als ob es das alles nicht gegeben hätte, fordern einige von ihm, er solle sich nochmals auch vor ihnen durch ein Zeichen ausweisen und seine Gottheit unter Beweis stellen. Denn sie glauben nicht, dass Jesus der Gesalbte Gottes ist und sie glauben noch weniger, dass er der Sohn Gottes ist. Später werden sie spotten über ihn, wie er dort ans Kreuz genagelt war. Ja, es ist schwer vorstellbar und der menschlichen Vernunft schwer eingängig, dass dieser Mensch Gottes Sohn sei: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann hilf dir selbst und steige vom Kreuz herunter!“ Jesus aber schaut diesen Spöttern ins Herz und baut ihnen eine Brücke, doch noch zur Erkenntnis der Wahrheit zu kommen und zu Gott umzukehren. Sie sind zwar böse und uneinsichtig, ja geradezu unverschämt, und dennoch bleibt es nicht aus, dass Jesus gerade diesen Menschen ein Zeichen gibt: das Zeichen des Jona.
Der Prophet Jona war von Gott nach Ninive gesandt worden und hatte den Einwohnern dieser Stadt ihr Fehlverhalten vorgehalten und diese zur Umkehr aufgerufen, und dann war das Wunder geschehen, dass die Niniviten ihre Fehler einsahen und tatsächlich in Sack und Asche Buße taten. Darauf spielt Jesus in unserm Predigtwort an. Aber es geht um noch mehr.

Denn das Zeichen des Jona ist die Auferstehung, der Sieg Jesu über Sünde, Tod und Teufel. Es ist der Beweis dafür, dass Jesus tatsächlich der Sohn Gottes und sein Gesalbter ist. Selbstverständlich haben das die Spötter zuerst nicht verstanden. Sie hören die Worte wohl, aber sie bleiben ihnen unzugänglich. Jesu Tod am Kreuz ist für sie ein Zeichen seiner Schwäche, keineswegs Ausweis seines Sieges. Jesu Unschuld ist ihnen unbegreiflich. Sie verstehen sein Opfer nicht. Aber es kommt der Moment, in dem nichts mehr ist wie zuvor.
Der heidnische Hauptmann ruft unter dem Kreuz Jesu aus: „Dieser ist wahrlich Gottes Sohn gewesen!“ Petrus weint bitterliche Tränen der Reue in dem Moment, als der Hahn zum dritten Mal kräht. Paulus wird ein anderer Mensch, als ihm der auferstandene Jesus auf dem Weg nach Damaskus begegnet. Natürlich kann es ein Zu-spät geben. Das Schicksal des uneinsichtigen Schächers am Kreuz zeigt es. Jesus spricht in unserm Predigtwort so hart, um uns aufzurütteln und aufzuwecken. Wir sollen uns nicht in den Fallstricken dieser Welt verfangen und mit ihr zugrunde gehen. Denn Jesus ist der Sieger über Sünde, Tod und Teufel. Dieser Sonntag soll uns an seinen Sieg erinnern, den Sieg des Lebens über den Tod, den wir zu Ostern und an jedem Sonntag feiern.

Sind wir uns bewusst, was dies bedeutet? Die Königin von Äthiopien ist viele Kilometer gereist, um Salomos Weisheit unmittelbar zu erleben. Der Kaufmann im Gleichnis des Evangeliums hat seine ganze Habe verkauft, um in den Besitz der einen Perle zu gelangen. Denn hier ist mehr als Salomo. Jesus hat Worte des ewigen Lebens. Du stehst da, und alles ist anders: Leben, Verstand und Herz, Vernunft und Seele, alles ist neu geworden. Die russischen Gesandten berichteten über den Gottesdienst in der Hagia Sophia: „Wir wussten nicht, ob wir noch auf Erden oder schon im Himmel sind.“ Du siehst diese Schönheit, weinst und rufst aus: „Was ist das für ein HERR, der vom Himmel herabkommt, Mensch wird, dem Verlorenen nachgeht und sich freut über einen jeden Sünder, der umkehrt und Buße tut?“

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