WORT ZUM SONNTAG: „Aus lauter Güte“

Sonntag, 25. Februar 2018

Es lebte einmal ein Mann, dessen Leben von vielerlei Lasten bedrückt war. Er hatte allerdings auch gute Zeiten gehabt. Nun aber litt er grausam wegen Einsamkeit, Ängsten und mancherlei Nöten. Feinde die ihn zu Unrecht hassten, kamen auch dazu. Es war ihm unheimlich schwer. Was konnte er tun? Wie sollte er aus dieser Lage herausschlüpfen? Gab es einen Weg zur Befreiung aus Angst und Not? Er machte sich auch Gedanken über die Ursachen seines peinlichen Zustandes. Nun fasste er alles, was ihn beschwerte, zusammen und entschloss sich, zu beten. Denn dieser Mann war schon seit seiner Kindheit her unterwiesen worden, dass es einen Gott gibt, der ein Freund derer war, die ihn ehren. So tat er es auch. Er nahm sich Zeit und brachte mutig vor Gott alles, was sein Leben unerträglich machte. In seinem Gebet äußerte er nicht nur seine Lasten. Klagen war nicht das Einzige, was er tat. Er wollte erstens seinen Gott wissen lassen, dass er nach ihm Verlangen hatte und dass er seine Hoffnung auf Erlösung auf ihn allein setzte.

Dieser Mann war ein Mann des Gebets. Einer aber, der nicht ein fehlerloses Leben geführt hatte. Viel Gutes hatte er geleistet, er lebte nicht nur für sich selbst, er diente auch für viele andere Menschen. In der Tat war er auch ein kluger Dichter und begabter Musiker, der sein Talent zur Ehre Gottes eingesetzt hatte. Der Name dieses Mannes ist bestimmt bekannt. Es ist David, der König des Volkes Israel. Seine Geschichte, mit all dem was er getan und erlebt hat, ist in der Bibel, im Alten Testament, aufgeschrieben. Viele Psalmen hat er gedichtet und einer von ihnen ist Psalm 25, der eines seiner Gebete ist. Er bringt sich selbst und seine Lage vor Gott. Sein Gebet hat als Grundlage Gottes Wort, seine Barmherzigkeit und Güte, die von Ewigkeit währte. „Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und Güte, die von Ewigkeit her gewesen ist.“ So betete David, der (von Gott) Geliebte (denn das ist die Bedeutung seines Namens im Hebräischen).

Ein jeder von uns hat seine eigene Geschichte. Ein jeder von uns hat seine Freuden, seine Wünsche, Hoffnungen, seine guten Taten mit denen er stolz sein kann und darf. Jeder von uns hat aber auch seine Lasten, Sehnsüchte, Ängste und Enttäuschungen, die das Leben manchmal schwer auszuhalten machen. Wie geht es dann weiter? Wie kann man den Weg aus diesem Netz herausfinden? Ist solche Lebenssituation nicht ähnlich mit der des Königs David? Kann dieses Gebet (Psalm 25) von David nicht eine Hilfe sein wenn wir nicht mehr selbst weiter wissen? Fassen wir den Mut oder lassen wir uns ermutigen, um vor Gott zu treten und ihm alles sagen, was unser Herz beschwert. Vor Gott müssen wir nicht scheu sein und uns auch nicht fürchten, das zu sagen, was am Schlimmsten für uns ist. Weinen, klagen, beschweren. Das alles soll und muss in ein Gebet hineinkommen. Das Gebet kann ein guter Anlass sein, über uns selbst, über unser Leben, nachzudenken.

Es tauchen, während des Gebets immer wieder Gedanken auf, die einem sonst nicht einfallen. Man kommt irgendwie zu sich. Man geht, im Gebet, einen Weg, von außen nach innen. Von dem Lärm der Umwelt zu dem Frieden Gottes, der sich finden lässt. Man kann auch die Fehler wahrnehmen, die man bis dann nicht als solche bemerken konnte. Gewisse „Räume“ in uns werden erleuchtet. Es wird hell wo es finster war. Mit all dem können wir rechnen in einem Gebet.

Auch wenn wir keine Könige sind, die Verantwortung tragen über ein ganzes Reich, sollten wir doch wissen, obwohl wir tatsächlich nicht den Namen David haben, dass wir alle von Gott geliebte Menschen sind. Als solche sollten wir unser Leben verantwortungsvoll gestalten, ein jeder für sich selbst, für die Gemeinden, dessen Glieder wir sind und für die Gesellschaft, in der wir leben. Und das in dem Vertrauen, dass unser Gott ein barmherziger und gütiger Gott ist, der unsere Gebete anhört und uns gnädig leiten will.

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