WORT ZUM SONNTAG: Beim Licht bleiben

Sonntag, 17. Juli 2016

Früher wart ihr Finsternis, nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts, die Frucht des Lichts ist lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit  (Ephes 5,8-9)
 

Wahlen bringen Qualen. Bei den Wahlen spricht das Volk und vor einem Monat stellten wir fest – gewählt wurden in unsrem Land so manche Bürgermeister, die verurteilt sind, die sogar im Gefängnis sitzen. Viele Fragen werden aufgeworfen. Ist das nicht absurd? Sind das unsre Modelle, die wir wählen? Sehen die Menschen in diesen Verurteilungen Justizirrtümer und sagen: Für uns ist er immer noch der beste Bürgermeister, auch wenn die Richter es anders befunden haben? Es wird auch gefragt: Hat das Volk immer recht? Sind diese Politiker Lichter oder Irrlichter? Schwer zu sagen. Paulus ermahnt die Christen, den „neuen Menschen anzuziehen“, und das heißt: Lebt in der Liebe (Ephes 5,2), lebt im Licht (5,8) und seht sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt.

Wenn wir dieses hören, so kann es sein, dass es uns nicht so sehr behagt. Lebt als Kinder des Lichtes. Nein!, so sagt der eine oder andere: Ich lebe wie ich will, ich lasse mir nichts sagen. Auch wenn es in der Kirche so heißt, ich lebe ja doch nur, wie ich will. Wer so denkt, dem kann man auch nicht viel sagen. Paulus schrieb seine Briefe an Menschen, die einen Schritt in die Kirche gemacht haben, wo dieser Schritt bedeutete: Ich bin jetzt Gottes Kind, ich lasse mich taufen, ich gehe in ein neues Leben mit Gott hinein. Und zu diesen Menschen spricht er, denn sie erkannten, dass ihr Leben von Gott eine neue Richtung bekommen kann und das war und ist auch heute unsre große Hoffnung.

Die Christen werden als Kinder Gottes angesprochen und das bedeutet zweierlei: Kinder wissen, zu wem sie gehören, und Kinder ahmen ihre Eltern nach, sie orientieren sich stark an ihren Eltern. Und nun ist es so in dieser Welt, wo die Werte so sehr verfallen, dass auch die alten Kardinaltugenden nicht mehr erstrebenswert sind – Tapferkeit, Gerechtigkeit, Besonnenheit und Klugheit. In der Kirche sollen wir aber an dem festhalten, was uns ausmacht – unsre Kindschaft. Wir gehören zu Gott und wollen bei ihm bleiben, darum ist auch Licht, Liebe, Besonnenheit eine Charakteristik für uns. Wir sollen uns ruhig sagen lassen: Lebt als Kinder des Lichts, bleibt beim Licht, denn euer Vater im Himmel hat das Licht, die Liebe in euer Leben hineingelegt. Jesus hat ja zu seinen Jüngern gesagt: Ihr seid das Licht der Welt. Nicht ein verkrampftes Licht. Nicht eines, welches gerade den letzten Tropfen Öl verbrennt und dann ausgeht.

Es gibt neben der gut bürgerlichen Welt ja auch viel und großes Unrecht, große Diebstähle, Menschenhandel, böse Verbrechen, Dinge, die oft gar nicht in unsrem Blickfeld sind. Wenn du mal in diesem Medium bist, so sagst du dir: Da komme ich nicht raus, da muss ich einfach mitspielen, sonst komm ich unter die Räder. Ja, das Licht ist manchmal in Gefahr, von der Dunkelheit verschluckt zu werden, doch vergessen wir nicht: Ein kleines Licht vertreibt die Finsternis, es greift die Finsternis an, es deckt auf und bringt ans Licht, was verborgen ist. So werden wir ermutigt und bestätigt, positiv in diese Welt immer wieder hineinzugehen, denn wir gehören zu Gott und wollen uns von ihm beeinflussen lassen. Wir sind seine Kinder und gehören nur noch bedingt in diese Welt hinein.

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