WORT ZUM SONNTAG: Botschafterin der göttlichen Barmherzigkeit

Sonntag, 19. Februar 2012

In unserer von Wissenschaften beherrschten Welt gilt nur, was man sehen, messen, wiegen und mit Computerhilfe errechnen kann. Und doch gibt es eine andere Welt, die man mit keinem Apparat wahrnehmen kann: Das uns verheißene geistige Reich Gottes! Zu Weihnachten und zu Ostern erinnern wir uns sehr flüchtig daran, aber dann nehmen uns die täglichen Interessen so in Beschlag, dass wir die andere Welt aus den Augen verlieren. Der barmherzige Gott kennt uns und will von Zeit zu Zeit unserer geistigen Kurzsichtigkeit zu Hilfe kommen. Er erwählt Menschen zu Botschaftern seiner Barmherzigkeit. Eine solche Botschafterin in neuester Zeit war die begnadete Ordensschwester Maria Faustina Kowalska.

Sie wurde am 28. August 1905 in Glogowiec bei Lodz in Polen geboren. Ihr Vater war Kleinbauer und Zimmermann. Er musste die hungrigen Mäuler von zehn Kindern stopfen. Die Kinder wurden frühzeitig an Gebet und Arbeit gewöhnt. Die junge Helene konnte nur zwei Jahre hindurch die Schule besuchen, dann musste sie außerhalb der Familie zum kargen Einkommen der Eltern mitverdienen. Früh regte sich in ihr der Wunsch, Klosterfrau zu werden. Der Vater war dagegen, weil er die vom Kloster geforderte Summe nicht aufbringen konnte.

Eines Tages ging die 19-jährige Helene mit einer ihrer Schwestern zu einer Tanzunterhaltung. Plötzlich sah sie den mit Wunden bedeckten leidenden Heiland neben sich. Vorwurfsvoll sprach er zu dem erschrockenen Mädchen: „Wie lange soll ich noch ertragen, dass du mich betrügst?“ Diese Vision verwirrte das Mädchen so sehr, dass es sofort in eine Kirche flüchtete. Dort befragte Helene den Herrn, was er von ihr verlange. Sie vernahm die Worte: „Geh nach Warschau und tritt dort in ein Kloster ein!“ Noch am gleichen Abend fuhr Helene nach Warschau. Sie machte sich dort auf die Suche nach einem Kloster, das sie aufnehmen würde, aber überall zeigte man ihr die kalte Schulter. Helene ließ aber nicht locker. Schließlich hatte sie Erfolg. Am l. Mai 1924 klopfte sie an die Klosterpforte der „Schwestern Unserer Lieben Frau von der Barmherzigkeit“ an. Hier wurde sie aufgenommen. Zwei Jahre hindurch musste sie als Postulantin eine Probezeit bestehen. Am 30. August 1926 wurde sie eingekleidet und erhielt den Ordensnamen „Maria Faustina vom heiligsten Altarsakrament“. Im Noviziat erfolgte die intensive Einführung in das Ordensleben. Am l. Mai 1933 legte sie die ewigen Gelübde ab. Nun begann ein schlichtes, einfaches, durch nichts auffallendes Ordensleben.

Christus hatte sie erwählt, „Botschafterin der göttlichen Barmherzigkeit“ zu werden. In mehreren Visionen erschien er ihr und unterwies sie in der Andacht zur göttlichen Barmherzigkeit. Ganz besonders sollte dies geschehen: 1. Verbreitung eines Bildes des barmherzigen Jesus. 2. Einführung eines Festes der göttlichen Barmherzigkeit. 3. Gründung eines Ordens der göttlichen Barmherzigkeit. Sie offenbarte ihre Visionen ihrem Seelenführer. Doch dieser beeilte sich nicht. Er holte zunächst Gutachten verschiedener maßgeblicher Experten über den Gesundheitszustand und Glaubwürdigkeit von Schwester Faustina ein. Sie fielen alle positiv aus.

Nun wurde der akademische Maler Eugen Kazimierowski beauftragt, das Bild so zu malen, wie es die Seherin in ihrer Vision erlebt hatte. Es ist ein Bild, das in der ganzen katholischen Welt bekannt wurde und auch weiterhin verbreitet wird. Auf dem Bild erscheint Christus weißgekleidet, eine Hand zum Segen erhoben, die andere auf der Brust ruhend. Sein vorne etwas geöffnetes Gewand lässt aus seinem Innern zwei Strahlen hervorbrechen, der eine bleich, der andere rot. Sie sollen an die Seitenwunde Christi erinnern, aus der Blut und Wasser floss. Darunter ist die Anrufung: „Jesus, ich vertraue auf Dich!“

Die zweite Botschaft betraf die Einsetzung des Festes der göttlichen Barmherzigkeit. Christus verlangte, es solle für den Sonntag nach Ostern eingesetzt werden. Er sagte: „Die Menschheit wird nicht eher Frieden finden, als bis sie sich dieser Quelle genähert hat!“ Die dritte Aufforderung zur Gründung eines Klosters der göttlichen Barmherzigkeit konnte Schwester Faustina nicht mehr erfüllen. Sie starb früher. Das erste Kloster erstand am 10. November 1944 zu Wilno. Schwester Faustina hatte ihre Aufgabe erfüllt. Der barmherzige Christus nahm die 33-Jährige am 3. 0ktober 1938 in sein Reich auf. Papst Johannes Paul II. sprach sie am 18.April 1993 zu Rom selig. Vertrauen wir unser ganzes Sein der Barmherzigkeit Gottes an!

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