WORT ZUM SONNTAG: Christus und die Männer

Sonntag, 03. Februar 2013

Wie standen in der Hl. Schrift die Männer zu Christus? Wir ziehen dabei nicht die Männer in Betracht, die ihm feindlich gesinnt waren. Wir beobachten Männer, die für ihn eingenommen sind, und lernen dabei drei Typen kennen. Der erste Typ ist der Ratsherr Nikodemus. Seine Kollegen waren durch die Bank Christus feindlich gesinnt. Seiner Stellung nach hätte er es auch sein müssen, aber seinem Herzen nach war er es nicht. Er glaubte, dass Christus ein von Gott gesandter Prophet sei. Nur wollte er es sich weder mit den jüdischen Ratsherren noch mit Christus verderben. Somit versuchte er, sich auf zwei Stühle zu setzen. Wenn Jesus öffentlich lehrte, blieb er ihm fern. Aber bei Nacht, wenn niemand ihn sah, kam er zu ihm.

Der zweite Typ sind die Apostel in der Zeit vor der Auferstehung Christi. Sie begleiteten Jesus überall hin, bekannten sich öffentlich zu ihm und blieben ihm auch dann treu, als viele Leute sich von ihm abwandten, als er lehrte: „Ich bin das Brot des Lebens! Mein Fleisch ist eine Speise und mein Blut ein Trank!“ Sie blieben ihm treu, solange sie ihrer Haut sicher waren. Als aber im Ölberggarten die Gefahr leibhaftig vor ihnen stand, gaben sie Fersengeld und suchten ihr Heil in der Flucht. Nur Petrus und Johannes hatten mehr Mut und folgten ihm von ferne. Als aber Petrus am Feuer im Hof des Hohenpriesters als ein Jünger Jesu verdächtigt wurde, ergriff ihn die Angst und er verleugnete seinen Herrn und Meister. Der dritte Typ ist der Hauptmann von Kapharnaum. Er kommt offen zu Christus, bezeigt ihm seine tiefe Ehrfurcht, ohne sich darum zu kümmern, ob seine Vorgesetzten damit einverstanden sind. Er hat Jesus lehren gehört und hat wahrscheinlich mit eigenen Augen Wunderheilungen gesehen. Er ist von der Macht Jesu so überzeugt, dass er ihm sogar eine Fernheilung zutraut. Sein Glaube an Christus war so stark, dass sogar Christus selbst verwundert ausrief: „Solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden!“

Auch heute gibt es ohne Zweifel solche Männer wie der Hauptmann von Kapharnaum. Nur sind sie mehr oder weniger eine Seltenheit. Ein Blick am Sonntag in die Kirche überzeugt uns vollends davon. Die Männer sind in der Kirche so spärlich vorhanden wie die Haare auf einer kahlen Männerglatze. Wenn im Himmel einst auch so wenig Männer sein werden wie sonntags beim Gottesdienst, dann ist es verständlich, warum Christus gesagt hat, dass es im Himmel kein Heiraten sein wird. Die armen Frauen hätten dort ja die größte Mühe zu einem Ehemann zu kommen.

An Nikodemussen hat es heute keine Not. Wie viele Männer sagen, sie seien Christen, aber sie praktizieren ihren Glauben nicht, sei es aus Bequemlichkeit, sei es, weil sie fürchten, als Betbruder verspottet zu werden. Auch von den Ölbergaposteln gibt es genug in unserer Zeit. Religion zeigen sie nur so lange, wie sie ihrer Haut sicher sind. Beim geringsten Nachteil – das haben wir im Kommunismus erlebt – verstecken sie ihren Christenglauben, wie sich die Apostel am Karfreitag versteckt hielten.
Zum Glück gibt es auch Männer wie den Hauptmann von Kapharnaum.

Ein Schüler Haydns setzte das Credo in „piano“, da platzte der Meister los: „Mensch, wie kannst du das Credo in „piano“ spielen, es muss in „forte“ gesetzt werden. Viele Männer beten das Credo so sehr in piano, dass nicht einmal Gott sie hören kann, obwohl er sehr gute Ohren hat. Nehmen wir uns die Apostel nach der Auferstehung Christi zum Vorbild. Sie predigten das Credo so laut, dass man sie tötete. Andere Männer sprangen und springen noch heute in die Bresche und verkünden das Credo in „forte“. Der Hauptmann von Kapharnaum flöße uns Mut ein, unseren Glauben zu bekennen. Dann wird sich die Prophezeiung Christi erfüllen: „Viele werden vom Aufgang und vom Untergang der Sonne kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tische sitzen!“ Zu denen wollen auch wir gehören.

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