WORT ZUM SONNTAG: Das Licht der Liebe Gottes scheint auf uns

Samstag, 28. März 2015

„Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat“, sagt der Herr. (Joh 3,18).

Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, ist schon gestraft. Da braucht nicht erst ein Zorngericht Gottes zu ergehen. Wer sich dem Glauben verweigert, der bestraft sich selbst. Warum? Weil er im Finstern sitzt. Weil er das Licht Gottes nicht hat und die Wärme Gottes nicht spürt.

Warum glauben eigentlich so viele nicht an Gott? Bestimmt stellen Sie sich auch manchmal diese Frage. Warum sind so viele gleichgültig, warum bedeutet Gott ihnen nichts, warum fühlen sie sich nicht hingezogen zu dem, der unser Schöpfer und himmlischer Vater ist? Oder um es mit den Worten Jesu zu sagen: „Warum lieben sie die Finsternis mehr als das Licht?“ (Joh 3,19)

Das ist doch paradox, unverständlich. Jeder Mensch sucht von Natur aus das Licht und scheut die völlige Finsternis. Jeder kennt die Situation: Wir schrecken in der Nacht auf aus einem bösen Traum, und tasten sofort nach dem Lichtschalter. Und wehe, wenn jetzt das Licht nicht angehen würde, wenn es finster um uns bliebe, dann würden wir Panik bekommen.

Mit dem Licht des Glaubens verhält es sich im Grunde gleich. Licht, das steht in der Bibel für die Liebe Gottes. Ohne diese Liebe Gottes wäre kein Mensch, ja wäre kein Geschöpf am Dasein, so wie ohne das Licht der Sonne nichts Lebendiges auf der Erde bestehen könnte. Man sagt, eine völlige, wochenlang anhaltende Sonnenfinsternis, ausgelöst durch gigantische Rauch- und Staubwolken, die ein Kometeneinschlag ausgelöst hat, diese Naturkatastrophe vor 65 Millionen Jahren habe zum Aussterben der Dinosaurier geführt. Die endgültige Sonnenfinsternis bringt den Tod. Die völlige Gottesfinsternis auch.

Nun gilt: Solange ein Mensch auf Erden lebt, ist die Gottesfinsternis nicht absolut und endgültig. Denn auch die Menschen, die meinen, gut ohne Gott zu leben, leben in Wahrheit Tag für Tag von seinen Gaben, von seiner Liebe. Denn alles was wir haben, ja, dass wir überhaupt existieren, haben wir Gott zu verdanken. Darum sind die Gottlosen wirklich ein merkwürdiges Geschlecht, über die man sich mit dem Psalm 53 wundern muss: „Die Toren sprechen in ihren Herzen: Es gibt keinen Gott. Sie essen Gottes Brot, doch seinen Namen rufen sie nicht an“ (Ps 53,2;5).

Wie ist es mit uns, die wir glauben, denen Gott wichtig ist, die wir seinen Namen anrufen? Es wäre alles viel leichter, wenn wir mehr wären. Wenn eine oder einer über Jahre in der eigenen Familie der einzige ist, der noch betet, in die Kirche geht, gläubig ist, dann ist es kein Wunder, wenn man manchmal aufgeben möchte, dem eigenen Glauben nicht mehr traut, sich vom Sog der anderen mitziehen lässt.

Es kostet viel Kraft, in unserer entchristlichten Gesellschaft konstant und unbeirrt gegen den Strom zu schwimmen. Zumal es kein Lob einbringt, sondern nicht selten giftige Bemerkungen: Ihr seid doch von gestern, ihr Super-Frommen mit eurer Kirchenrennerei.

Trotzdem, lassen wir uns nicht irre machen. Ein Christ der frühen Kirche, Theophil von Antiochien, bringt es auf den Punkt: Wenn die Blinden nicht sehen, heißt das nicht, dass die Sonne nicht scheint! Das Licht der Liebe Gottes scheint auf uns, ob es die Blinden sehen oder nicht. Und Gottes Versprechen gilt: Wer an seinen einzigen Sohn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben (Joh 3,16).

Die vielen aber, die sich verstecken vor Gott und die Augen zupressen: Vielleicht erreicht sie doch noch einmal irgendwo ein starkes Licht, ein Flutlicht geradezu, dass sie aufwachen. Dass sie die Leere und Öde ihres gottvergessenen Lebens spüren, dass sie sich nicht länger betäuben mit der pausenlosen Betriebsamkeit, dass sie endlich merken, was Saint-Exupery, der Autor des „Kleinen Prinzen“ so ausgedrückt hat: „Man kann nicht leben von Kühlschränken, von Politik, von Bilanzen und Kreuzworträtseln“.

Möge die Liebe Gottes durchdringen durch den Panzer um die Herzen. Mögen die Blinden und Tauben den Ruf hören: „Wach auf du Schläfer, steh auf von den Toten und Christus wird dein Licht sein!“(Eph 5,14)

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