WORT ZUM SONNTAG: Dauer und Ziel unseres Lebens

Samstag, 28. November 2015

Im 13. Kapitel des Markusevangeliums schildert Christus mit dramatischen Worten das Ende der irdischen Welt: „In jenen Tagen der großen Not wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden... Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater!“
Immer wieder haben Menschen aus gewissen Worten der Bibel versucht, das Ende der Welt zu erraten. Ein fruchtloses Unterfangen. Für jeden von uns bricht mit dem Todestag das Ende der irdischen Welt herein. Hier kann man schon Wahrscheinlichkeitsrechnungen aufstellen. Bist du 20 Jahre alt, so kannst du, unter günstigsten Voraussetzungen, noch etwa 60-80 Lebensjahre erwarten.

Gehen wir vom Termin 1-100 Jahre aus. Nur wenige überschreiten diese Grenze. In dieser Zeitspanne ereignet sich für jeden von uns das Ende dieser irdischen Welt und wir werden dann, laut Markusevangelium, „den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen.“ Diese Zeitspanne bis zu hundert Jahren erreichen wir nur bei „optimaler Lebensdauer“. Dabei ist das Unvorhergesehene gar nicht einkalkuliert: Plötzlicher Herzschlag, Hirnschlag, Hitzeschlag, Schicksalsschlag und wie die plötzlichen Schläge alle heißen mögen. Es gibt noch andere von außen kommende Faktoren, die unser Leben bedrohen: Betriebs- und Verkehrsunfälle. Und dann lauern wie Wegelagerer eine Menge Krankheiten an unserer Lebensbahn. Wer diese lebensbedrohenden Faktoren nicht einkalkuliert, stellt eine Rechnung ohne den Wirt auf. Oft kommt der „Gevatter Tod“ früher als man erwartet.

Eine ängstliche Dame fuhr mit dem Zug durch eine bergige Gegend. Die Eisenbahnlinie hatte ein starkes Gefälle mit vielen Serpentinen, so ähnlich wie zwischen Orawitza und Anina. Blickte sie zum Fenster hinaus, sah sie dicht neben sich den tiefen Abgrund. Da bekam sie Gänsehaut. Tief besorgt fragte sie den Schaffner: „Ist keine Gefahr, dass der Zug entgleist?“ Der Mann beruhigte sie: „Keine Angst, gnädige Frau, wir haben dagegen Sicherungen eingebaut; an jedem Rad ist eine Bremse“. Die ängstliche Dame gab sich damit noch nicht zufrieden: „Wenn aber die Bremsen versagen, was dann?“ Auch auf diese Frage hatte der Beamte eine Bedenken zerstreuende Antwort: „Dann gibt die Lokomotive Gegendampf und verhindert so das Hinabrutschen des Zuges.“ Sie bohrte weiter: „Wenn aber die Lokomotive defekt wird, was dann?“ Lakonisch antwortete der Schaffner: „Gnädige Frau, dann fahren Sie in den Himmel oder in die Höhle, je nachdem, wie es in Ihrem Inneren aussieht!“

Auch wir sitzen im Zug unseres Lebens und fahren von einem Tag in den anderen, von einem Jahr ins andere. Wir fühlen uns wohl und sicher, denn auch in unserem  Lebenszug sind Sicherungen eingebaut. So lange die Gesundheit gut funktioniert, droht keine Gefahr. Deshalb wünschen wir unseren Verwandten und Freunden zum Geburtstag die Gesundheit. Und sollte es mal mit ihr nicht klappen und werden wir krank, dann tritt die zweite Sicherung in Funktion: Es gibt noch eine Unmenge von Arzneien gegen jede Krankheit. Das Medikamentenbuch ist dicker als die Bibel. Dann gibt es Krankenhäuser, mit den modernsten Apparaten ausgestattet. Es gibt gut ausgebildete Fachärzte. Sie sind doch dazu da, um uns den Tod vom Leibe zu halten. Alle diese Sicherungen können den Tod nur für einige Zeit auf Distanz halten. Einmal kommt der Tag, an dem alle diese Sicherungen versagen werden. Damit ist das Ende dieser irdischen Welt für uns Realität geworden.

Was geschieht dann mit uns? Es gibt nur zwei Möglichkeiten wie bei der Dame im fahrenden Zug: Entweder geht es in den Himmel zu Gott oder in die gottlose Hölle des Teufels, je nachdem wie es dann in unserem Inneren aussieht. An unserem Lebenszug sind wir die Weichensteller. Stellen wir schon jetzt die Weichen für das richtige Gleis. Es heißt: „Gott und Himmel!“ Wann immer der Tod unseren Lebenszug aufhalten wird, es wird kein Unglück sein. Der Tod wird erst dann unseren Lebenszug aufhalten, wenn Gott ihm das Zeichen gibt. Dann aber sind wir am Endziel unserer Lebensreise, bei Gott, angelangt.

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