WORT ZUM SONNTAG: Der Geruch der Natur

Samstag, 22. August 2015

Eine sinnvolle Parabel lautet folgendermaßen: Eines Tages ertappte die Natur einen Naturwissenschaftler auf ganz frischer Tat. Er hatte sich nämlich erdreistet, sie, die Natur, als den „tollsten aller Zufälle“, als den Zusammenfall von Milliarden von Zufällen zu erklären. Erbost rief sie aus: „Jetzt ist es genug!“, packte ihn am Kragen und warf ihn zu Boden. „Ist das auch ein Zufall?“ fragte die Natur. „Nein“, antwortete der Wissenschaftler, „das hast du mit Hilfe der Gravitation vollbracht, die Newton entdeckt hat.“ Nun packte ihn die Natur wieder und warf ihn mit dem Gesicht in die Gräser. „Entdeckst du darin einen von deinen Milliarden von Zufällen?“, fragte die Natur weiter. „Oh“, rief der Wissenschaftler aus, als er wieder auf den Beinen stand, „in den Pflanzen sind köstliche Düfte, ätherische Öle. Ich kann dir genau ihre chemischen Formeln sagen.“ Da warf ihn die Natur zum dritten Mal zur Erde, steckte seine Nase in den Humus und hielt ihn lange fest. Er war wie von Sinnen. Als er wieder zu sich kam, strich er die Erde von Mund, Nase und Augen – und schwieg. Als die Natur ihn nach einer langen Pause fragte, wie er sich fühle, antwortete er: „Ich weiß nicht recht, ich kenne mich nicht mehr richtig aus. Es ist etwas Seltsames an dir. Du riechst so ganz eigenartig.“ „Wonach rieche ich denn?“ wollte die Natur wissen. Darauf sagte der Naturwissenschaftler: „Ich fürchte, du riechst nach Gott!“ „Gar nicht schlecht“, nickte die Natur, „du scheinst endlich etwas Wichtiges begriffen zu haben.“

Ja, die ganze Natur riecht nach Gott. Auch wir können diesen Duft wahrnehmen, wenn unsere geistige Nase gesund ist, Gott hat uns Menschen in diese Welt gestellt, dass wir Ihn aus dieser Natur sozusagen „erreichen“ können.
Eine alte jüdische Sage erzählt: Als Gott die Welt erschaffen hatte, fragte er die Engel, die seinen Thron umstanden, was sie von seinem Schöpfungswerk hielten. Da trat ein Engel hervor und sprach: „Das Werk ist groß und über alle Maßen wunderbar. Aber eines fehlt diesem Werk: Es soll eine Stimme durch das Weltall dringen, stark und klar, die überall und allezeit, bei Tag und bei Nacht dem Schöpfer der Natur das Lied der Dankbarkeit und Verherrlichung singt, für alles, was seine Weisheit und Güte geschaffen hat. „Alle übrigen Engel stimmten diesem Vorschlag zu und baten Gott, er möge diesen Gedanken ausführen. Darauf sprach Gott: „Ich werde ein Geschöpf erschaffen, in dem sich das ganze sichtbare Universum vereint. Diesem Geschöpf werde ich verleihen, dass es die Wunder meiner Schöpfung erkennt und mich dafür verherrlichen kann!“ Und Gott erschuf am Ende aller Schöpfungstage den Menschen und gab ihm die Kraft, seinen Schöpfer zu erkennen und ihm die Ehre zu geben für alles, was sein staunendes Menschenauge in Gottes großer Schöpfung sieht.

Scheinbar haben so manche Naturwissenschaftler einen chronischen geistigen Nasenkatarrh, dass sie den Duft der Natur, der doch so intensiv nach Gott riecht, nicht wahrnehmen können. An so einem Katarrh mag auch der Forscher Darwin gelitten haben, als er seine Theorien über die Entstehung und Erhaltung der Pflanzenarten aufstellte. Nach seiner Theorie konnten nur die Pflanzen sich durchsetzen, die besser ausgerüstet waren und dadurch den „Kampf ums Dasein“ gewannen. Kann das stimmen? Ist die Natur nur ein ungeheures Kampffeld, auf welchem die Schwachen den Starken unterliegen müssen? Wir beten: „Unser tägliches Brot gib uns heute!“ Das Brot erhalten wir von den Weizenkörnern. Die Frage stellt sich: Wie konnte sich der waffenlose Weizen durch all die Hunderttausende von Jahren erhalten, den Platz behaupten, ohne Verteidigungsmittel zu besitzen? Das gilt auch für andere Nahrungsmittel wie Reis und Hirse. Weder bei Bohnen noch bei Erbsen ist ein „Kampf ums Dasein“ zu bemerken.

Viele Naturwissenschaftler „riechen auch Gott“ in der Natur. Der aufklärerische französische Encyclopädiemitarbeiter Diderot (1713-1784) erklärte: „Das Auge oder der Flügel eines Schmetterlings genügt, um einen Gottesleugner zu zermalmen!“ Der englische Physiker Maxwell (1831-1879) erklärte auf einer internationalen Naturforscherversammlung: „Die Sonnensysteme sind heute noch an Zahl, Maß und Gewicht so vollkommen, wie sie am Schöpfungsmorgen waren. Sie sind wesentliche Züge jenes Wesens, das im Anfang Himmel und Erde erschaffen hat. Der allmächtige Gott lehrt uns, den Werken seiner Hand nachzuforschen, dass wir die Welt unserer Herrschaft unterwerfen und dass unser Geist zu seinem Dienst immer mehr erstarke.“ – Als Goethe bereits im Weisheitsalter war, berichtete ihm sein Mitarbeiter Eckermann (1792-1854) von merkwürdigen Beispielen aus der Naturgeschichte. Da rief Goethe aus: „Wer das hört und nicht an Gott glaubt, dem helfen weder Moses noch die Propheten!“ – Wir glauben dass der allweise Gott die Natur geschaffen hat. Jedes Stückchen Brot, das wir essen, „riecht intensiv nach Gott“!

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