WORT ZUM SONNTAG: Der kleine Mann in der Kirche und die große Politik

Sonntag, 06. August 2017

1.Dies ist das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, schaute über Juda und Jerusalem. 2.Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, 3.und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des HERRN, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. 4.Und er wird richten unter den Nationen und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. 5.Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!
(Jesaja 2,1-5 )
 

Es wird in den alten Legendenbüchern von einem Riesen berichtet, der sowohl mächtig groß als auch hässlich oder besser gesagt mächtig furchterregend war. Dieser Offerus war selber sehr stark, riss aber darum nicht ganze Königreiche an sich, sondern wollte nur dem mächtigsten Wesen dienen. Er verdingte sich darum bei einem König, doch als dieser sich bei einem Spielmann, der vom Teufel sang, jedesmal bekreuzigte, verstand er, dass dieser König große Furcht vor dem Teufel hegte. Sofort legte er seinen Dienst nieder und suchte den Teufel, den er als einen Ritter fand, in dessen Reiterschar er sich eingliederte. Doch auch dieser Teufel hatte eine große Angst, die an Wegkreuzungen sichtbar wurde, wo Kruzifixe standen. Da machte der Teufel jedes Mal einen großen Bogen. Er gab zu, das Bild des Gekreuzigten doch sehr zu fürchten.

Offerus verließ daraufhin auch den Teufelsritter und suchte nach dem ihm unbekannten Gekreuzigten. Ein Einsiedler erzählte ihm nach seiner Art, dass man dem mächtigsten Wesen dieser Welt, Christus, sehr wohl im Fasten und Beten dienen kann. Doch Offerus konnte nicht mit dem Fasten und Beten des Einsiedlers mithalten, so ging er frustriert davon. Er fand aber seine Erfüllung in einem Dienst an den Menschen – er trug jeden, der es brauchte, durch einen reißenden Fluss auf seinem Rücken. Es heißt, dass sein Gesicht und seine Gestalt mit der Zeit immer angenehmer wurden, so dass die Menschen seine Dienste gerne in Anspruch nahmen. Eines Tages hörte er mitten in der Nacht eine Kinderstimme, die ihn rief und ein kleines Kind wollte über den reißenden Fluss getragen werden. Doch dieses Kind wurde immer schwerer, je tiefer er ins Wasser schritt und es sagte ihm, dass er eigentlich die ganze Welt mit trägt. Offerus wurde getauft und das war für ihn auch das Zeichen, nun dem Mächtigsten dieser Welt zu dienen.

Der Offerus wurde danach Christophorus genannt, der Christusträger. Er erreichte sein Ziel, einem mächtigen Herrn zu dienen. Wie seltsam, dass dieser mächtige Herr ein Kind ist und in andrem Kontext als Lamm auch dargestellt wird. Kleine Kinder zeigen gerne, dass ihre Väter stärker und größer sind als andere Väter. Schreibt Jesaja in seinem Wort vom Berg Zion auch aus einem solchen Bedürfnis heraus, dass er zeigen will, dass sein Volk größer und besser ist als andere Völker? Jesaja schreibt in seiner Zukunftsvision von dem Berg Gottes, der höher ist als alle Berge und außerdem auch einflussreicher als andere Berge dieser Welt, so dass die Völker herzu kommen, um Rat zu holen und ihre Politik abzustimmen mit den Weisungen Gottes. Ist diese Vision utopisch? Wenn wir die heutige Zeit betrachten, so sehen wir, dass die Politik oft ohne die Richtschnur des Glaubens ausgerichtet wird und die Völker gar nicht auf die Weisungen Gottes erpicht sind. Und doch ist diese Vision des Jesaja vor mehr als 2000 Jahren bestechend. Damals war der Berg Zion nur für ein Volk von Bedeutung, nur ein Volk hörte gerne auf die Lehren Gottes, im Tempel am Berg Zion verkündigt, nur sehr wenige waren es, die da Opfer darbrachten und um Vergebung bei Gott baten.

Heute dagegen gibt es Menschen aus jedem Volk und Land, die zu Gott beten. Nicht unbedingt wie die alten Israeliten mit dem Gesicht nach Jerusalem, aber doch sehen wir, wie diese Vision nicht Utopie ist, sondern eine sich erfüllende Realität. Wir werden schnell frustriert, wenn wir die Entwicklungen in der Politik sehen, doch diese Vision des Jesaja will uns darin bestärken, dass unser Gott diese Welt und jeden von uns in der Hand hat. Und wir werden darin bestärkt, diesem Herrn zu dienen. Und wir werden ermutigt, wie in den Gottesdiensten es auch meist geschieht, für unsere Regierenden regelmäßig zu beten, dass sie nicht nur eigene Politik treiben, sondern sich von Gott leiten lassen.

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