WORT ZUM SONNTAG: Der Stärkste der Starken

Samstag, 11. Juli 2015

Im Jahre 256 vor Christus hatten die Römer einen tüchtigen Konsul und Heerführer namens Atilius Regulus. Er vertrieb die Karthager aus Unteritalien und schlug ihre Seeflotte bei Ecmonos an der Südküste Siziliens. Danach landete er in Nordafrika im Lande der Karthager. Anfangs hatte er auch hier Erfolg, aber 255 v. Chr. wurde er bei Tunis vernichtend geschlagen und geriet in die Gefangenschaft der Karthager. Nun wollten die kriegsmüden Karthager mit den Römern Frieden schließen. Sie sandten 250 v. Chr. eine Friedensdelegation nach Rom, der auch der gefangene Regulus angehörte. Ihm wurde, falls es ihm gelang einen Friedensschluss zu erreichen, die Freiheit versprochen. Gelang es ihm aber nicht, so sollte er nach Karthago zurückkehren. Das versprach Regulus ehrenwörtlich. In Rom aber überredete er seine Landsleute nicht zum Frieden, sondern zur Fortsetzung des Krieges. Er hatte die militärische Schwächen der Karthager ausgekundschaftet. Daraufhin wurden die Friedensverhandlungen abgebrochen. Getreu seinem Ehrenwort, kehrte er nach Karthago zurück und wurde dort zu Tode gemartert. Regulus erwies sich als ein Mann mit großem Starkmut.

Wir fragen: Gibt es viele solche Männer? Es gibt einen Mann, der noch größeren Starkmut gezeigt hat als Regulus. Dieser Mann heißt Jesus Christus! Er wandert durch das ganze Land, um die Menschen zu belehren. Will er Erfolg haben, muss er ihr Vertrauen, ihre Sympathie, ihre Liebe gewinnen. Nur so kann man erfolgreich auf Menschen einwirken. Das wusste auch Jesus. Er war gütig, freundlich und hilfsbereit. Aber für jeden, der sich um die Gunst des Volkes bemüht, liegt ein großes Risiko darin. Das Volk verlangt oft mehr als man ihm mit gutem Gewissen geben kann. Erfüllt man nicht die Erwartungen des Volkes, wird man „unpopulär“. Tut man aber alles, was das Volk verlangt, wird man zum Spielball der Volksmassen. So ist es schon vielen Männern ergangen. Nach dem Brand Roms 64 n. Chr. wurde der Kaiser Nero verdächtigt, er habe Rom anzünden lassen. Er schob die Schuld auf die Christen und ließ sie, zur Belustigung des Volkes, von wilden Tieren zerreißen oder als Fackeln verbrennen. Die Gunst des Volkes gewann er durch Brotverteilungen. So blieb es auch weiter im Römischen Kaiserreich. Die Machthaber suchten die Gunst des Volkes durch „Panem et circenses“ zu gewinnen. Das ist bis auf den heutigen Tag in manchen Ländern so geblieben.

Was tat Christus? Nach der wunderbaren Brotvermehrung wollte ihn das Volk zum König ausrufen. Er verbarg sich. Nach der Brotvermehrung wollten die Leute noch mehr Brot. Er verweist sie auf das Himmelsbrot. Sie bleiben diesmal mit hungrigen Mägen. Dadurch aber verscherzt er sich ihre Gunst. Er redet nicht nach dem Mund der Leute, sagt nicht nur, was ihnen gefällt, sondern die Wahrheit, so bitter sie auch schmeckt. Mal wollen ihn die Leute vom Berg stürzen, mal im Tempel steinigen. Der Starkmut Christi ist so groß, dass er sogar auf die Popularität verzichtet.
Der Held Regulus hat dem Wohl der Heimat die Gunst seiner „Feinde“ geopfert. Christus hat der Wahrheit die Gunst der „Freunde“ geopfert. Hätte Regulus die Gelegenheit gehabt zu entfliehen, wäre er todsicher geflohen, um dem Tod zu entrinnen. Christus hatte die Möglichkeit, sowohl dem Leiden wie auch dem Tod zu entgehen. Er hätte nicht nach Jerusalem reisen, nicht auf dem Ölberg auf seine Schergen warten müssen. Er hätte sogar vom Kreuze herabsteigen können. Er tat es nicht. Er sagte sein Leiden und seinen Tod voraus und ließ sich von seinem freiwilligen Opfergang nicht abbringen. Öffentlich erklärte er: „Niemand kann mir das Leben nehmen, ich gebe es freiwillig hin!“ Kann es einen noch größeren Starkmut geben?

Wie steht es mit unserem Mut? Bei vielen von uns ist er so zusammengeschrumpft wie ein alter Apfel. Solange wir uns nach dem Kriterium richten: „Was sagen die Leute dazu?“ wird unser Mut ein zwerghaftes Dasein führen. Dann sind wir Sklaven der Menschenfurcht. Menschen, die sich vom Starkmut Christi inspirieren lassen, handeln nach dem Kriterium: „Was sagt Gott dazu?“

Kommentare zu diesem Artikel

dan, 12.07 2015, 08:49
Solange in diesem Land die ehemaligen totalitären Kommunisten, ihre Chargen und Kinder regieren, wird sich nichts bessern.
Südrumänien hat nie eine demokratische Regierung gekannt, sondern hat nur eine Tradition der Ausbeutung und Knechtschaft.

Es fehlt der herrschenden Klasse hier, die wie gesagt, aus Ex-Kommunisten von vor 1990 und Profiteuren besteht, das grundlegende Verständnis und Interesse dafür, was Patriotismus, Demokratie und Glauben ist - vielleicht gerade deswegen erbaut die diesen Verbrechern so willfährige orthodoxe Kirche die "Catedrala neamului"...

Es gibt auch seit 1944 keinerlei Tradition des Mutes mehr in Rumänien- seit damals wurde das Dienen, Schleimen, Lügen, Feigheit eingeübt, und alle Patrioten waren in einer lebensgefährlichen Situation oder wurden vernichtet oder gebrochen.

Nach 1990 konnte bisher keine wirkungsvolle Zivilgesellschaft entstehen, weil Iliescu und Helfer damals die mutigen Bürger niederknüppelten.
Es ist überfällig, daß Iliescu und seine Helfer wegen diesem Verbrechen gegen das eigene Volk für viele Jahre hinter Gitter landen.
Solange das nicht passiert, wird das Volk eben weitermachen in seinem gebückten Dasein.

Vergleiche mit den Römern verbieten sich, weil auch in der freien Zeit Rumäniens seit 1990 zu wenig Mutige und zu viele Feige und Profiteure gibt. D.h. wir haben mit den Römern nichts gemeinsam.

Es gibt zu wenig Lernmöglichkeiten in Rumänien für die nachfolgende Generation nach 1990.
Um zu lernen, was Patriotismus, Mut, Zivilcourage und Demokratie bedeuten.
Das ist so gewollt von der herrschenden Klasse: das Volk arm und dumm halten, damit sie weiter ihr eigene Volk und Land bestehlen und zerstören können.
Die EU und ihre Bürokraten kümmert es nicht, daß Rumänen in Rumänien immer ärmer werden, immer weniger Hoffnungen haben. Denen geht es meist auch nur darum, auszubeuten, Gerechtigkeit kann so keine erzielt werden.

Deswegen ist es sehr verständlich, daß es Viele auch jetzt vorziehen, aus diesem Land auszuwandern: Im Westen haben sie bessere Chancen, aufgrund ihres Mutes ein freieres und besseres Leben zu führen, Demokratie und Gerechtigkeit zu erlernen als in Rumänien.

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