Wort zum Sonntag: Die Heil schaffende Macht

Sonntag, 18. März 2012

Viele Menschen wollen dem banalen Alltag entfliehen und sich einige „glückliche Stunden“ verschaffen. So greifen manche zur Flasche, andere zum Rauschgift, wieder andere suchen ihr Glück im Streben nach Macht. Gelingt es ihnen tatsächlich an die Hebel der Macht zu gelangen, geraten sie in den „Machtrausch“. Die Alkoholiker und die Drogensüchtigen erwachen mit “Katzenjammer” aus ihrem Rausch. Wer aber dem „Machtrausch“ verfallen ist, erwacht nicht. Sein Rausch halt an, so lange er an der Macht ist. Und diese sucht er mit allen Mitteln zu erhalten. Viele dieser Machtberauschten schrecken selbst vor Verbrechen nicht zurück.

Beweise liefert die Geschichte der türkischen Sultane. Da der Sultan mehrere Frauen besaß, hatte er auch mehrere Kinder. Jeder der Prinzen hoffte, nach dem Tode des Vaters den Thron zu besteigen. Gelang es einem, sah er in seinen Brüdern Rivalen, die ihn beseitigen konnten. Also kam er ihnen zuvor und beseitigte sie. So begann Sultan Mohammed III. (1596-1603) seine Herrschaft mit der Ermordung seiner neunzehn Brüder. Dieses Morden der Rivalen hielt Jahrhunderte hindurch an.

Als Christus geboren wurde, regierte im heutigen Israel König Herodes. Wie alle orientalischen Könige fürchtete auch er, man könne ihn ermorden. Lieber mordete er, um seine Macht zu sichern. Er ließ seine Frau Mariamne töten. Seinen jugendlichen Schwager Aristobolus ließ er heimtückisch ertränken. Drei Söhne ließ er umbringen. Er veranlasste den Kindermord in Bethlehem, nachdem er erfahren hatte, dass in seinem Land ein neuer König geboren worden sei. Dabei musste er sich doch sagen: Bis der verheißene König in etwa dreißig Jahren erscheinen könne, werde er selbst schon tot sein. Aber wer dem Machtrausch verfallen ist, kann nicht normal denken.

Und in der neuen Zeit? Hat man eine wirksame Arznei gegen den Machtrausch gefunden? Napoleon hatte sich bis zum Kaiser von Frankreich emporgekämpft (1804-1815), durch blutige Kriege, denen Tausende von Menschen zum Opfer fielen. Die Macht stieg ihm so sehr zu Kopf, dass er Alleinherrscher in Europa werden wollte. Sogar das Oberhaupt der friedlichen geistigen Macht, Papst Pius VII.,ließ er gefangennehmen. Als er Moskau erobert hatte, schickte er eine Denkmünze an den russischen Statthalter von Orenburg. Auf der einen Seite war das Haupt Napoleons dargestellt, auf der anderen Seite stand: „Der Himmel ist dein, die Erde ist mein!“ Der ließ unter das Haupt Napoleons eingravieren: „Der Rücken ist dein, die Peitsche ist mein!“ Napoleon erwachte erst aus seinem Machtrausch, als er die Schlacht bei Waterloo verloren hatte.
Stalin gab dem skrupellosen Machtrausch die Formulierung: „Ein Mensch - ein Problem! Kein Mensch - kein Problem!“ So ließ er alle Probleme umbringen.

Christus, der Sohn Gottes, besaß eine Fülle der Macht, die kein Mensch je besitzen wird. Wozu gebrauchte er diese Macht? Nicht um über Menschen zu herrschen, sondern um ihnen zu dienen. Er sagte: „Ich bin wie einer unter euch, der dient!“ Man brachte ihm einen Gelähmten. Seine Macht benützte er, um diesen doppelt zu heilen. Er vergab ihm die Sünden und heilte seinen Leib. Er machte sich nicht nur zum Helfer und Diener, sondern sogar zum Opfer für uns Menschen. Deshalb ließ er sich ans Kreuz heften. Aus Liebe verwandelte er seine Macht in Ohnmacht. Für uns Menschen schier unbegreiflich. Stellen wir Napoleon Christus gegenüber. Aus der Verbannung erklärte Napoleon: „Aus dem Nichts schwang ich mich zum mächtigsten Monarchen empor. Europa lag mir zu Füßen.“ Christus aber sprach: „Ich bin gekommen zu suchen und zu retten, was verloren war... Ich bin der gute Hirt und gebe mein Leben für meine Schafe!“ Die Macht Christi schafft Heil.

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