WORT ZUM SONNTAG: Die Himmel rühmen des ewigen Ehre

Sonntag, 18. Juni 2017

Goethe legt in seinem Werk „Faust“ dessen Famulus Wagner das Wort in den Mund: „Zwar weiß ich viel, doch möcht’ ich alles wissen!“ Wer wollte das nicht? Unser Wissen von Gott und der Welt ist sehr begrenzt. Der deutsche Philosoph Kant (1724-1804) setzt unserer Erkenntnisfähigkeit äußerst enge Grenzen. Er behauptet: Die Entstehung eines harmonischen Weltganzen aus dem Chaos bedarf keiner übernatürlichen Kräfte. Es genügen zur Erklärung die Gesetze der Anziehung und Abstoßung. Deshalb könne die Existenz Gottes aus dem Vorhandensein des Weltalls durch die Vernunft nicht bewiesen werden. Hat er recht? Der Apostel Paulus ist total gegensätzlicher Überzeugung. Im Römerbrief (1,19-20) erklärt er: „Ist doch, was sich von Gott erkennen lässt, offenbar. Denn sein unsichtbares Wesen, seine ewige Macht und Göttlichkeit sind seit der Erschaffung der Welt durch die Vernunft zu erkennen!“

Wer hat nun recht? Der Apostel Paulus behauptet von sich im 1. Korintherbrief (7,40): „Ich glaube, den Geist Gottes zu besitzen!“ Das wagte weder Kant noch sonst einer seiner Nachbeter von sich zu behaupten. Dazu erklärt der Altertumsforscher Werner Jaeger (1888-1961): „Die Wirklichkeit hört nicht an dem Punkt auf, wo unser Wissen aufhört.“ Die Wirklichkeit ist unendlich größer. Es ist wahr: Wir können Gott nicht sehen. Aber wir sehen auch die Naturgesetze nicht. Wir können nur auf sie schließen. Wer sah schon die Schwerkraft? Niemand. Dennoch muss es sie geben, sonst könnten wir nicht erklären, warum der Stein abwärts fällt. Alle Dinge der Welt rufen, wie der hl. Augustinus erklärt: „Ipse fecit nos! Er hat uns gemacht!“ Kant konnte nicht einmal erklären, woher unsere Vernunft stammt, die mit ihren so wichtigen Denkgesetzen ausgestattet ist. Der französische Naturforscher Jean B. Lamarck (1744-1829) stellt fest: „Man hat geglaubt, die Natur sei Gott selbst. Wie merkwürdig! Man hat die Uhr mit dem Uhrmacher verwechselt, das Werk mit seinem Urheber!“

Weshalb behaupten Menschen, dass die Existenz Gottes aus dem Dasein der Welt nicht zu erkennen sei? Es scheint mehr ein psychologisches, weniger ein Vernunftproblem zu sein. Die Schwierigkeit kommt eher vom Wollen als vom Denken. Sagt doch sehr einleuchtend schon das Sprichwort: „Wenn das Aug´ nicht sehen will, helfen weder Licht noch Brill!“ Bei vielen Menschen ist es nicht das „Credo“, das ihnen nicht passt, sondern der „Dekalog“ (Zehn Gebote Gottes). Würde der Glaube an Gott keine sittlichen Forderungen an den Menschen stellen, gäbe es fast keine Atheisten. Das begründet ein Dichter so: „Ihr Wahn ruht nicht im Haupte. Er ruht in sündenvoller Brust, die gerne keinem Richter glaubte, dieweil sie schwerer Schuld bewusst“.

Es ist eben so: Man schmeichelt der Mutter und schielt nach der Tochter; man lobt das „Freidenken“ und denkt an das „Freileben“. Offen bekennt der Vertreter des deutschen Idealismus Johann Gottlieb Fichte (1762-1814): „Unser Denksystem ist oft nur die Geschichte unseres Herzens!“ Damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.
Öffnen wir doch lieber Herz und Sinn der Offenbarung Gottes, statt Theorien vom Irrtum gefährdeter Menschen. Bekennen wir freudig mit dem Apostel Paulus (Röm 11,33): „O Tiefe des Reichtums aus der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!... Denn aus Ihm und durch Ihn und für Ihn ist alles. Ihm sei Ehre in Ewigkeit!“
Stimmen wir zugleich mit ein in den Jubel des großen Komponisten Beethoven: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre!“



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